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Das futuristische deutsch-französische Elektroauto

7. Oktober 2011

Nun starten sie: die Kleinbusse der Marke Mia. Elektrisch betrieben und in deutsch-französischer Hand werden die kleinen Flitzer ab diesem Monat in Serie produziert. Vorerst richtet sich das Angebot an gewerbliche Kunden. Bald können aber auch Privatkunden das Elektroauto nutzen. TEXT: MATTHIAS SANDER



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Mia heißt nicht nur eine Berliner Elektro-Band, sondern auch ein neues deutsch-französisches Elektroauto. Ab Juni sollen die Kleinbusse mit dem originellen Design in Cerizay im Westen Frankreichs in Serie produziert werden. Drei Modelle hat der ehemalige Chefdesigner von Volkswagen, Murat Günak, entworfen: die nur 2,87 Meter lange Basisversion für drei Personen, den etwas längeren Viersitzer Mia L und einen kleinen Transporter. Alle haben sie gemein, dass der Fahrer vorne alleine mittig sitzt, so dass er sowohl links als auch rechts ein- und aussteigen kann. Zudem sei der Innenraum sehr geräumig für ein Auto dieser Länge, teilt der Hersteller mit. Die futuristischen Elektroautos werden von der französischen Gesellschaft Mia Electric hergestellt, an der die deutsche Muttergesellschaft Mia Electric GmbH 70% und die Region Poitou-Charentes 30 % halten. Die GmbH wiederum gehört dem saarländischen Pharma-Unternehmer Edwin Kohl und der Essener Conenergy AG. Zusammen übernahmen sie vor einem Jahr die Elektroauto-Sparte des insolventen Herstellers Heuliez, der bereits seit 1984 Modelle von Citroen, Peugeot und Renault mit einem Elektroantrieb ausstattete.


Die Mia - die Firmenkommunikation nutzt das weibliche Genus - wird vorerst gewerblichen Kunden angeboten. Mehrere deutsche Energieversorger haben Bestellungen aufgegeben: die Berliner GASAG, die Stadtwerke Aachen, N-Ergie aus Nürnberg und MVV Energie aus Mannheim. In Frankreich wird die Stadt La Rochelle Mia im Carsharing einsetzen. Ab Anfang 2012 können auch Privatkunden das Elektroauto kaufen: 19 500 Euro kostet die Basisversion. In Frankreich zahlt der Staat dazu einen Öko-Bonus von 3 900 Euro. Auch die Bundesregierung plant laut Presse berichten derartige Vergünstigungen. Bis Endes des Jahres sollen die gut 150 Mitarbeiter in Cerizay 5000 Autos produzieren. Nächstes Jahr sollen es 10 000 Mias sein. Zwar waren zum 1. Januar 2011 in Deutschland laut Kraftfahrt- bundesamt nur 2307 Autos mit reinem Elektroantrieb angemeldet. Für das Jahr 2020 strebt die Bundesregierung jedoch eine Million Elektroautos an.


In Frankreich ist die E-Mobilität schon fortgeschrittener: Allein seit der Umstellung auf ein neues Fahrzeugregister im April 2009 wurden über 20 000 Elektroautos angemeldet, teilte das Innenministerium mit. Kein Wunder, dass Renault in den kommenden fünf Jahren 200 000 Elektroautos produzieren will.


TEXT: MATTHIAS SANDER