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Notwendige Kooperationen zwischen deutschen und französischen Universitäten sowie Automobilbauern

Interview mit Prof. Dr. Ulrich Finger über bestehende und notwendige Kooperationen zwischen deutschen und französischen Universitäten und Automobilbauern. TEXT: SANDRA KÖSSLER



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Welche Art der deutsch-französischen Kooperation gibt es im Bereich Automobilität bisher?


Die Autoindustrie ist häufig strategisch nicht so sehr darauf aus, mit anderen Herstellern zu kooperieren. Deshalb läuft die Zusammenarbeit oft über die Universitäten. Die EURECOM, eine Gemeinschaftsuniversität europäischer Universitäten, hat beispielsweise im Rahmen der Deufrako (Deutsch-Französisches Konsortium für Transport) zusammen mit BMW und Thales an einem Softwareradio fürs Auto gearbeitet.


Wie läuft die Zusammenarbeit innerhalb der Industrie?


In Deutschland funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Konzernen gut. Das läuft oft über das Wirtschafts- oder Verkehrsministerium, die Ausschreibungen veröffentlichen, an denen deutsche Universitäten zusammen mit Unternehmen teilnehmen. Das sollte auf Frankreich ausgedehnt werden, oder so etwas sollte auf deutsch-französischer Ebene geschaffen werden. Also eine Instanz, die deutsch-französische Projekte direkt ausschreibt.


Gibt es auch Beispiele für Projekte mehrerer Hersteller aus beiden Ländern?


Vor einigen Jahren wurde das Car-to-Car-Konsortium gegründet, in dem fast alle deutschen Automobilkonzerne mitgearbeitet haben, auch Renault war dabei. Da ging es um die Normalisierung der Applikationen der verschiedenen Marken, damit die Autos untereinander problemlos kommunizieren können. Daraus wurde ein spezielles WiFi entwickelt. Aber auch bei Motoren gab es schon Kooperationen zwischen deutschen und französischen Firmen.


In welchen Bereichen ist die Zusammenarbeit in Zukunft besonders wichtig?


In der Kommunikation und der Sicherheit ist sicher noch sehr viel möglich. Ein konkretes Beispiel für eine Baustelle ist auch die Elektromobilität. Die Elektrosteckdosen zum Schnellladen zwischen Frankreich und Deutschland sind nicht dieselben. Das ist natürlich sehr schade.


In der Agenda 2020 des deutsch-französischen Ministerrates wurde ein Augenmerk auf Elektromobilität gesetzt. Was wurde davon bereits umgesetzt?


Es gibt bisher kleine Ergebnisse. Wir haben beispielsweise mit Renault ein System entwickelt, bei dem der Kunde über die Ladestationen Internetzugang bekommt, wir ihm Filme oder Werbung senden. Oder ein Forschungsprojekt in Paris, das untersucht, ob an jeder Straßenlaterne auch Steckdosen für Elektroautos angebracht werden können.


TEXT: SANDRA KÖSSLER