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Die führende deutsch-französische Jobbörse

Arbeiten Sie im deutsch-französischen Umfeld zu viel?

Die Antwort ist: Ja! So zeigt unsere Umfrage ganz eindeutig, dass die Befragten, ob sie wollen oder nicht, jede Woche zahlreiche unbezahlte Überstunden machen. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben immer mehr. Sollte daher die Arbeit von zu Hause aus eingeschränkt werden oder muss sie, im Gegenteil, noch flexibler werden? Das ist der entscheidende Punkt bei der Frage, wie die Arbeit in Zukunft aussehen wird.

Überstunden sind alltäglich

Das Ergebnis der Umfrage ist eindeutig: wir arbeiten zu viel. Die Befragten gaben an, regelmäßig länger als vertraglich vorgesehen zu arbeiten. Überstunden sind fast eine Selbstverständlichkeit für die Mehrheit der Arbeitnehmer geworden, besonders ab einem bestimmten Verantwortungsgrad. 60% der von uns Befragten sind Führungskräfte bei großen internationalen Unternehmen. 70% der Befragten geben an mehr zu arbeiten, als im Arbeitsvertrag festgelegt ist. 60% von ihnen arbeiten 3 bis 10 Stunden zu viel pro Woche. Und 20% arbeiten sogar noch mehr! 86% der Befragten gaben an, für die Überstunden nicht extra bezahlt zu werden.

Mails werden Sonntags und im Urlaub beantwortet

Nach der Arbeit ist noch lange nicht Schluss! Durch das Internet und die Verbreitung von Smartphones verschwimmt die Grenze zwischen Büro und Privatleben immer weiter. 30% der Befragten verfügen über ein vom Arbeitgeber bezahltes Smartphone. Aber auch über das persönliche Handy werden berufliche Mails gecheckt. 18% der Teilnehmer unserer Studie gaben an, ihre Mails auch nach 20 Uhr zu lesen, 32% auch noch später, etwa kurz vor dem Schlafengehen - eine Gewohnheit, die den Schlaf stören kann, wie Experten warnen. Der Druck ist so groß, dass man in vielen Fällen mit der Beantwortung nicht wartet, bis man wieder im Büro ist: 46% der Befragten antworten auf berufliche Mails, die sie am Abend, am Wochenende oder in den Ferien erhalten. 25% von ihnen sofort, und 20% in der halben Stunde nach dem Erhalt.

Überarbeitung ist immer häufiger

Was bleibt also noch von der Zeit für Familie und Freunde, wenn die Arbeit solch einen Raum einnimmt? Ganz klar: Sie wird immer weniger und die Gesundheit leidet darunter. 20% der Befragten geben an, einen Burnout gehabt zu haben, weil sie zu viel arbeiteten. Ein Problem, das lange Zeit von den Unternehmen ignoriert wurde, heute aber immer präsenter ist. 22% der Befragten gaben an, dass sie in ihrem Unternehmen bereits auf Burnout und damit zusammenhängende Risiken aufmerksam gemacht worden seien. Experten betonen: Die Steigerung von Produktivität hat Grenzen. In einer globalisierten Wirtschaft jedoch, in der die Kommunikation immer leichter und schneller wird, ist es schwer, Grenzen zu errichten und sie aufrecht zu erhalten.

Home-Office für alle?

Welche Lösungen kann es also geben? Die Teilnehmer unserer Umfrage haben dazu widersprüchliche und abweichende Meinungen, die sich grob in zwei Gruppen einteilen lassen: Die einen wünschen sich mehr Flexibilität bei der Organisation ihres Arbeitstages, die anderen hätten gerne mehr Einschränkungen.

Die ersteren wollen gerne von zu Hause aus arbeiten und sich die Arbeit frei einteilen. Das trifft vor allem auf viele Frauen zu: "Das Ideal wäre, den Tag flexibel gestalten zu können, also mal 10 Stunden und dann wieder 5 Stunden zu arbeiten, zum Beispiel um die Kinder zum Sport zu fahren oder zum Arzt gehen", schreibt eine Mutter.

Diese Befragten schätzen, dass Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben der Vergangenheit angehören. "Wenn man seine Arbeitsmails abends beantworten kann, am Wochenende oder in den Ferien, dann sollte man gleichzeitig private Dinge während der offiziellen Arbeitszeit regeln dürfen", sagen diese Befragten, die auch das Recht fordern "tagsüber mal zur Post gehen zu können und dafür die Mails spätabends zu beantworten", oder auch "mittags nach Hause gehen zu können, um die Kinder zu sehen".

Die Vertreter der zweiten Gruppe fordern ganz im Gegenteil einen echten Feierabend, an dem Arbeitsmails gar nicht beantwortet werden können und dürfen. "Man sollte den Zugang zu den Servern zwischen 21 und 6 Uhr morgens kappen!" schlägt einer der Befragten vor. "Geschäftsleitung und Manager sollten die Bedeutung der Balance zwischen Arbeit und Privatleben zum Thema machen und diese Haltung durch konkrete Maßnahmen, wie der Einführung bestimmter Verhaltensregeln unterstreichen", sagt ein anderer Teilnehmer der Studie.

Effizient sein... und wissen wie man abschaltet

Die Umfrage zeigt, dass die Definition von Arbeit, und damit von Zeit und Arbeitsort, von den jeweiligen, ganz unterschiedlich gelagerten Ansprüchen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern abhängt. Es gilt, eine neue Arbeitskultur zu finden, die jedoch erst noch ausdefiniert werden muss. Zwei Arten von Herausforderungen gibt es: Die Führungskräfte müssen die Arbeit für die Arbeitnehmer flexibler gestalten und trotzdem wirtschaftlich bleiben. Und die Arbeitnehmer müssen, egal, von wo aus sie ihre Tätigkeiten verrichten, während der Arbeitszeiten so effizient und produktiv wie nur möglich sein, und sie müssen vor allem eines lernen, was vielen sehr schwer fällt: Nach der Arbeit, wenn man Zeit für Freunde und Familie hat, einfach "abzuschalten".

Cécile Boutelet