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Gehalt in Frankreich: Grundregeln und Ratschläge

Als Arbeitnehmer in Frankreich hat man zu Beginn jede Menge Fragen: Ist das Gehalt angemessen? Mit welchen Abzügen müssen Sie rechnen? Was passiert, wenn Sie krankheitsbedingt ausfallen? Mit diesem Artikel können Sie sich einen guten Überblick über die wichtigsten Punkte rund um's Gehalt in Frankreich verschaffen.

Brutto und Netto in Frankreich

Die Unterscheidung zwischen einem Brutto- und einem Nettogehalt gibt es auch in Frankreich. Sie hat dort aber nicht ganz dieselbe Bedeutung: Während in Deutschland die Einkommensteuer direkt vom Bruttogehalt abgezogen wird, fehlt diese beim französischen Nettogehalt und muss noch nach Erhalt des Einkommensteuerbescheids gezahlt werden.

Das französische Nettogehalt entspricht also dem deutschen Bruttogehalt nach Abzug der Sozialabgaben. Die Lohnkosten liegen in Frankreich bei gleichem Bruttogehalt erheblich höher und der Arbeitnehmer bekommt netto mehr ausgezahlt.

Beispiel für die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem französischen Netto-Gehalt

  Frankreich (Sozialbeiträge und Lohnsteuer) Deutschland (Sozialbeiträge und Lohnsteuer)
Gehalt (brutto) 45 000 € 45 000 €
Sozialabgaben: Arbeitgeberanteil 18 900 € (42%) 8 775 € (19,5%)
Gesamte Kosten für den Arbeitgeber 63 900 € 53 775 €
Sozialabgaben: Arbeitnehmeranteil 9 900 € (22%) 9 450 € (21%)
Gehalt vor Steuer (= "netto" Gehalt im französischen Sinne) 35 100 € 35 550 €
Lohnsteuer 3 911 € 8 725 €
Gehalt nach Steuer (= "netto" Gehalt im deutschen Sinne) 31 189 € 26 825 €

Quelle: Epp & Kühl, Deutsch-Französische Rechtsanwaltskanzlei

Das Bruttogehalt in Frankreich liegt im Durchschnitt unter dem deutschen Niveau. Als deutscher Bewerber muss man daher darauf achten, dass man es mit seinen Gehaltsansprüchen nicht übertreibt.

Um sicherzugehen, dass Sie ein angemessenes Gehalt verlangen, können Sie beim Personalberatungsunternehmen Eurojob-Consulting kostenlos eine auf den eigenen Fall abgestimmte Gehaltseinschätzung erhalten.

In Frankreich ist es noch relativ üblich, das Gehalt per Scheck auszuzahlen. Dies ist bis zu einem Nettogehalt von 1.500€ möglich; liegt es über dieser Grenze, so muss es auf das Konto des Arbeitnehmers überwiesen werden.

Die Sozialabgaben

In Frankreich werden vom Bruttogehalt ähnlich wie in Deutschland die Sozialabgaben abgezogen. Hierbei tauchen immer wieder Abkürzungen auf, von denen zwei besonders wichtig sind:

CSG (Contribution sociale généralisée)

Allgemeiner Solidaritätsbeitrag, mit dem der Arbeitnehmer einen Beitrag zum französischen System der Sécurité sociale leistet. Diese bietet wie in Deutschland einen staatlichen Versicherungsschutz in Form von einer gesetzlichen Krankenversicherung, einer Altersvorsorge und Familienzulagen.

CRDS (Contribution au remboursement de la dette sociale)

Beitrag zur Abzahlung der Sozialschulden, der geleistet wird, weil das französische Sozialversicherungssystem seit geraumer Zeit verschuldet ist.

Die französische Industrie- und Handelskammer hat eine detaillierte Übersicht über die Sozialabgaben, die vom Gehalt in Frankreich gezahlt werden, veröffentlicht. Darin werden neben den oben genannten festgelegten Sozialversicherungsabgaben (CSG und CRDS) auch optionale Abzüge wie gemeinsame Versicherungs-, Rentenversicherungs- oder Lebensversicherungsbeiträge, etc. aufgeführt.

Insgesamt beläuft sich der Anteil der Sozialversicherungsbeiträge des Bruttogehaltes in Frankreich auf ca. 20 bis 25%, allerdings vor Zahlung der Einkommensteuer.

Die Krankenversicherung

Das französische System der Krankenversicherung unterscheidet sich stark vom deutschen. Neben verschiedenen staatlichen Krankenkassen, die nach Berufsgruppen eingeteilt sind (für Angestellte meist die CPAM - Caisse Primaire d'Assurance Maladie) und denen man automatisch zugeordnet wird, haben die Franzosen noch eine Mutuelle. Die staatliche Krankenkasse übernimmt 60% der medizinischen Versorgungsleistungen, die Mutuelle je nach gewähltem Versicherungsniveau in der Regel die restlichen 40 %.

Wenn ein Arbeitnehmer in Frankreich krankheitsbedingt ausfällt, so gilt zunächst eine Karenzzeit von 3 Tagen, in denen er kein Gehalt erhält. Nach diesem Zeitraum hat er unter bestimmten Bedingungen ein Anrecht auf die Zahlung eines Tagegeldes von der staatlichen Krankenversicherung bis zu einer Dauer von 6 Monaten. In der Regel liegt es bei etwa 50 % des Bruttogehalts. Für Personen mit Kindern liegt es höher (66 %).

Nach Ablauf der 6 Monate muss man zwei Bedingungen erfüllen, um das Tagegeld von der Krankenkasse weiterhin zu erhalten:

  • zu Beginn des krankheitsbedingten Ausfalls 12 Monate sozialversichert sein
  • mind. 600 Stunden im Laufe der 12 Monate vor der Krankschreibung gearbeitet haben

Gesetzlicher Mindestlohn (SMIC)

Die Höhe des Gehalts wird auch in Frankreich grundsätzlich frei festgelegt. Allerdings gibt es hier bereits seit 1950 einen Mindestlohn, der jedes Jahr entsprechend der sozialen Situation gesetzlich festgelegt und gegebenenfalls leicht angepasst wird. Für 2017 liegt er bei 9,76 € brutto pro Stunde.

Das französische Steuersystem

Wie auch in Deutschland gibt es in Frankreich eine ganze Reihe von Steuern und es ist nicht so einfach, sich einen Überblick zu verschaffen. Aber keine Angst, so kompliziert ist es gar nicht.

Vor allem zwei Arten von Steuern werden Sie wahrscheinlich betreffen, wenn Sie ein Gehalt in Frankreich beziehen und dort wohnen: Die Einkommen- und die Wohnsteuer. Bei beiden sind die Regelungen deutlich anders als in Deutschland.

Die Einkommensteuer

Bezüglich der Steuern gibt es besonders einen Punkt, den man kennen sollte, wenn man in Frankreich arbeiten möchte, und zwar, dass die Einkommensteuer dort nicht wie in Deutschland direkt vom Bruttogehalt abgezogen wird.

Stattdessen muss man sie nach dem Empfang des Einkommensteuerbescheides für das ganze Jahr zahlen. Wenn Franzosen ein 13. oder 14. Gehalt haben, nutzen sie dieses oft zu genau diesem Zweck.

Für die Berechnung der Einkommensteuer werden die Erwerbstätigen wie in Deutschland in mehrere Gehaltsklassen eingeteilt. Außerdem ermöglicht es ein staatlicher Online-Rechner, die Einkommensteuer für Ihren spezifischen Fall zu simulieren. Die französische Einkommensteuer liegt deutlich unter dem deutschen Niveau.

Taxe d’habitation en Allemagne

Die Wohnsteuer

Für die französische Wohnsteuer (taxe d'habitation) gilt dasselbe: Sie wird nicht jeden Monat von der Miete abgezogen, sondern muss einmal im Jahr gezahlt werden. Der Betrag entspricht meist in etwa einer zusätzlichen Monatsmiete und fällt für den Ort an, an dem man am 1. Januar des jeweiligen Jahres gewohnt hat.

Die Wohnsteuer fällt auch für Eigentümer an. Bei geringem Verdienst entfällt diese Steuer, und zwar auch für die beiden Folgejahre. Mehr Informationen zur Wohnsteuer gibt es auf der staatlichen Internetseite.

...und noch mehr Steuern

Wer sich noch genauer informieren möchte, kann sich noch die wichtigsten Steuern in Frankreich und ihren jeweiligen Zweck anschauen.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass das französische Steuersystem für Unternehmen ungünstiger ist als das deutsche, das sie hier mehr Steuern und Sozialabgaben insbesondere für Stellen mit guten Gehältern zahlen müssen. Für Arbeitnehmer hingegen birgt es Vorteile.

Gehälter im Vertrieb

Im Vertrieb bleiben die Gehälter in Frankreich dieses Jahr im Vergleich zum letzten in der Regel gleich. Die Mitarbeiter wissen, dass die Arbeitsmarktsituation aktuell angespannt ist und dass sie durch einen Firmenwechsel derzeit keine große Verbesserung ihres Gehalts erwarten können.

Der variable Teil des Gehalts wird so ein umso wichtigeres Element, das die Firmen in den Vordergrund stellen. Um besonders qualifizierte Arbeitskräfte anzuziehen, setzen die Industrieunternehmen derzeit unter anderem auf geldwerte Vorteile.

Im Vertrieb liegt das durchschnittliche Bruttogehalt in Frankreich beispielsweise für einen Mitarbeiter im Vertriebsinnendienst mit 5 bis 8 Jahren Berufserfahrung zwischen 32.000 und 45.000 € im Großraum Paris.

Ingenieur-Gehälter

Auch hier stagnieren die Gehälter aktuell im Vergleich zum Vorjahr. Ingenieure in den Bereichen der Aeronautik, der Verteidigung, der Pharmazie und den Luxusgütern sind in der Regel gut bezahlt. Um Angestellte mit seltenen, technischen Kompetenzen zu behalten, bieten die Firmen Gehälter an, die über dem Marktdurchschnitt liegen (bis zu 7%). Sprachkenntnisse werden im Kontext der fortschreitenden Globalisierung besonders wertgeschätzt.

Ein durchschnittliches Ingenieur-Einkommen in Frankreich für eine Person mit 5 bis 8 Jahren Berufserfahrung liegt im Großraum Paris zwischen 40.000 und 60.000 € brutto pro Jahr.

Gehaltsunterschiede zwischen den Regionen

Im Großraum Paris liegen die Gehälter in Frankreich im Durchschnitt am höchsten. Die nachfolgende Grafik nimmt den Wert in dieser Region zum Maßstab und zeigt, inwieweit die Gehälter in anderen Teilen Frankreichs unter diesem Niveau liegen.

Étude de Rémunérations 2017

Quelle: Étude de Rémunérations PageGroup 2017

An zweiter Stelle folgt die Region Rhône-Alpes, mit Gehältern, die durchschnittlich 0 bis - 10% unter dem Niveau der Île-de-France liegen. Die anderen Regionen Frankreichs bleiben mit Werten von zwischen - 8 und - 20% deutlich hinter den Durchschnittsgehältern in und um Paris zurück.