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Der Begriff Elite wird in Deutschland kaum benutzt

In Deutschland hat das Wort „Elite" noch immer eine andere Konnotation als in Frankreich. Während für französische Studenten die Zugehörigkeit zur geistigen Elite ihres Landes quasi selbstverständlich ist, teilen deutsche Studenten dieses Bewusstsein nur verhalten, erklärt Eric Müller-Borle, Präsident der Deutschlandgruppe der Ehemaligen der Ecole des Hautes Etudes Commerciales (HEC).



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ParisBerlin: Die Freie Universität Berlin und die HEC werden zum Beginn des Wintersemesters 2009 einen deutsch- französischen Doppelmaster-Studiengang in Politikwissenschaft und Management starten. Worin besteht die Besonderheit dieser Ausbildung?


Die von der HEC vorgegebene Ausrichtung sieht die Zusammenarbeit mit einer Institution vor, die eine zusätzliche Ausbildung anbietet. Es sollen Studenten ausgebildet werden, die zwei Fachrichtungen beherrschen, zwei Kulturen und mindestens zwei Sprachen. Die große Kraft Europas liegt im Vergleich zu China und den Vereinigten Staaten in seiner linguistischen und kulturellen Vielfalt. Damit dieses Potential Realität wird, muss man in mehreren Ländern studieren, und wenn man das mit einem Doppeldiplom belegen kann, ist das ein wichtiger Vorteil.


In Deutschland hat man sich mit der Ausbildung von Eliten lange Zeit schwergetan. Haben Sie den Eindruck, dass sich das nun ändert?


Die Hochschulausbildung in Deutschland ist seit Jahrzehnten auf dem höchsten Niveau weltweit. Einige Universitäten genießen einen hervorragenden Ruf und haben hohe Zulassungsanforderungen, selbst wenn die Rankings das nicht zeigen. Der Begriff Elite wird in Deutschland kaum gebraucht, zumal es kein Concours- Verfahren wie in Frankreich gibt, das von Natur aus ein Elitesystem ist. Dennoch hat es die deutsche Elite immer gegeben.


Aber sie tritt weniger in Erscheinung, und sie ist nicht so gut organisiert


Einer der großen Unterschiede zwischen den deutschen Hochschulen und den französischen Grandes Ecoles wie der HEC ist der Zusammenhalt der Absolventen. Dieses soziale Netz ist nicht nur freundschaftlich gemeint, es dient auch als Jobvermittlung. Dies entspricht einer mehr als hundert Jahre alten Tradition, dernach jeder HEC-Absolvent mit einem anderen Absolventen Kontakt aufnehmen darf, und zwar ohne Berücksichtigung der Begründung, der hierarchischen Verhältnisse oder des Altersunterschieds.


Deutsche Studenten mit diesem Doppeldiplom profitieren ebenfalls von den Kontakten in Frankreich und im Ausland, zumal 20 % unserer Ehemaligen außerhalb von Frankreichleben.