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Stellenangebote und Bewerbung in Frankreich

7. Juli 2010

Worauf sollte man bei einem französischen Stellenangebot achten? Und wie kann man sich in Frankreich bewerben? Hier finden Sie nützliche Tipps, die Ihnen bei Ihrer Stellensuche weiterhelfen werden.

Gewöhnliche Abkürzungen in Stellenausschreibungen

Wer kennt das nicht: Lauter Abkürzungen und Buchstabenkombinationen, Groß- und Kleinschrift, Überschriften so weit das Auge reicht. Auf dem ersten Blick erscheint vieles unverständlich... Im Titel finden Sie möglicherweise ein H/F, was nichts weiter heißt, als dass sowohl männliche (homme) als auch weibliche (féminin) Bewerber/innen erwünscht sind.

Der Abschluss wird in Frankreich häufig in Studienjahren ab dem Bac (Baccalauréat=Abitur) angegeben wie z.B. Bac +1, +2, +3 usw. Das Bac +2, +3 entspricht somit einem abgeschlossenen Bachelor bzw. Vordiplom, ein Bac +4, +5 einem Diplom, Magister oder Master. Dabei wird auch häufig der Umsatz (CA= chiffre d'affaires ) eines Unternehmens zur Orientierung vermerkt.

Anzeigen, die eine/n JD (jeune diplômé) suchen, richten sich an junge Hochschulabsolventen. Bei BTP (bâtiment et travaux publiques) ist von einer Stelle im Hoch- und Tiefbau die Rede. Ebenfallls sehr häufig findet man das Kürzel IDF (Ile de France=Großraum Paris). Eventuell finden Sie auch auf folgende Abkürzung: MT (marge totale), der die gesamte Pufferzeit im Projektmanagement angibt.

Hier eine kurze Erläuterung zu den Abkürzungen der verschiedenen Arbeitsverträge: CDD, CDI und CNE. Bei einem CDD (contrat à durée déterminée) handelt es sich um einen befristeten Vertrag. Dagegen steht CDI (contrat à durée indéterminée) für eine unbefristete Anstellung. Seit 2005 gibt es in Frankreich auch einen sogenannten CNE (contrat de nouvelles embauches), eine Spezialform des CDI mit einer zweijährigen Übergangsphase und kleineren Unternehmen einen lockereren Kündigungsschutz ermöglicht.

Beim Lesen einer Stellenanzeige finden Sie abschließend häufig die Kürzel CV+LM+rem. Diese fordern den Bewerber dazu auf, ihren Lebenslauf (CV), ihr Anschreiben (lettre de motivation) samt der Gehaltsvorstellungen (rémuneration oder auch prétentions) zu senden. Es ist auch möglich, dass das Gehalt noch auszuhandeln ist (salaire à négocier) oder aber Sie finden noch derartige Angaben: 25/30 KE (Kilo Euro=Euro in Tausend) was in diesem Fall bedeutet, dass Sie zwischen 25.000 und 30.000 € - auf das gesamte Jahr gerechnet - verdienen. Vergessen Sie nicht die Referenznummer (s/ref=sous référence) der Stellenanzeige bei Ihrer Bewerbung mitzuteilen.

Gliederung eines französischen Lebenslaufes (CV)

Der Aufbau des CV sollte umgekehrt chronologisch erfolgen: die aktuellsten Informationen bei jeder Kategorie (Ausbildung, Berufserfahrung) zuerst. In der Regel sollte ein Lebenslauf höchstens eine DIN A4 umfassen. Ein Lebenslauf, der auf mehreren Seiten gehalten wird, betrifft Bewerber mit einer größeren Berufserfahrung wie beispielsweise Führungskräfte. Gerade Studenten und Absolventen sollten darauf achten, dass der Lebenslauf nicht mehr als eine DIN A4 Seite beträgt. Zudem sollte ein "CV" leicht zu lesen, gut strukturiert und fehlerfrei sein.

Der Abschnitt der Berufserfahrung ist besonders wichtig. Es gilt die Erfahrungen hervorzuheben, die für die gesuchte Stelle von besonderer Bedeutung sind.

EDV- und Sprachkenntnisse ("Connaissances informatiques" und "Langues") gehören in eine gesonderte Rubrik genauso wie sonstige Interessen (Losirs) und Freizeitaktivitäten (Centres d'intérêt), welche ganz zum Schluss vermerkt werden.

Achtung: Der Lebenslauf wird weder datiert noch unterzeichnet. Ein Foto ist ebenfalls keine Pflicht: Beispiele und Muster französischer Lebensläufe

Verfassen eines französischen Bewerbungsanschreiben (lettre de motivation / lettre de candidature)

Traditionell wurde das Anschreiben in Frankreich üblicherweise handschriftlich verfasst. Hintergrund war, dass die Grafologie in Frankreich lange eine große Rolle spielte und Anschreiben oft grafologisch untersucht wurden. Heutzutage ist diese Methode allerdings eher weniger gebräuchlich, so dass Bewerbungsanschreiben mit Hilfe elektronischer Hilfsmittel auch in Frankreich zur Norm gehören. Das Anschreiben sollte nicht mehr als eine Seite betragen.

Inhaltlich ähneln sich deutsche und französische Anschreiben. Wichtig ist es den zuständigen Ansprechpartner ausfindig zu machen und das Bewerbungsanschreiben somit an diesen zu adressieren. Das Schreiben sollte klar gegliedert sein. Die Motivationsgründe über die gewünschte Stelle sollten erläutert und die eigenen Kompetenzen vermerkt werden.

Analysieren Sie dabei Ihre bisherige berufliche Karriere und Ihre fachlichen sowie persönlichen Kompetenzen. Welche Fähigkeiten bringen Sie mit? Welche Ziele verfolgen Sie? Diese beiden Punkte können auch gerne etwas länger erläutert werden. Erwähnen Sie, welche Aufgaben Sie anstreben, Ihren Verantwortungsbereich... ebenso das Gehalt, dass Sie sich vorstellen. Abschließend wird um ein Vorstellungsgespräch gebeten. All dies passend auf eine DIN A4 Seite.

Die Abschiedsformel ist in Frankreich sehr formell und ein Thema für sich. Hier ein Beispiel einer häufig gebrauchten Formel: "Je vous prie d'agréer, Madame/Monsieur, l'expression de mes sentiments distingués."

Die Formulierung des Anschreibens sollte insgesamt sehr höflich und eher zurückhaltend sein: Beispiele und Muster französischer Anschreiben

Weitere Fragen

Lohnt es sich in Frankreich zu bewerben trotz keiner bzw. nicht ausreichender Französischkenntnisse?

Vor dem Verfassen Ihrer Bewerbung, sollten Sie dessen bewusst sein, dass Ihre Aussichten auf eine Stelle in Frankreich ohne Französischkenntnisse sehr schlecht sind, und wenn überhaupt, als gering einzuschätzen sind. Es sollten mindestens gute bis fließende Französischkenntnisse vorhanden sein. Der Wunsch in Frankreich zu arbeiten sollte daher gut überlegt sein.

In Frankreich ist es ebenfalls schwierig eine Tätigkeit außerhalb seines studierten Fachbereichs anzunehmen, daher sollten Sie sich möglichst auf Ihr Fachgebiet bewerben. Denken Sie ebenfalls daran, dass der Ruf einer Grandes Ecoles von großer Bedeutung ist.

Ist es notwendig seine Zeugnisse und Diplome der Bewerbungsmappe beizulegen?

Im Gegensatz zu Deutschland, ganz gleich ob es sich um eine Initiativbewerbung (candidature spontanée) oder eine Bewerbung bezogen auf eine Stellenausschreibung handelt, werden - wenn kein ausdrücklicher Hinweis es anders vermerkt - neben dem Lebenslauf und Anschreiben, keine weiteren Dokumente beigelegt.

Da in Frankreich keine Arbeitszeugnisse ausgestellt werden, sondern wenn überhaupt ein Empfehlungsschreiben (lettre de recommandation), und dies auch nur nach vorheriger Absprache mit dem Vorgesetzten, sollte man sich nicht die Frage stellen, ob Arbeitszertifikate mitgesendet werden müssen.

Wie ist die übliche Umgangsform eines Unternehmens nach einer Bewerbung?

Wie in Deutschland, ist das Einbehalten und die Nicht-Rücksendung der Bewerbungsunterlagen auch bei französischen Unternehmen eine beliebte Methode. Somit ist es für den Bewerber schwer den Status seiner Bewerbung richtig einzuschätzen, da Absagen gar nicht oder erst sehr spät erteilt werden. Sollten Sie keine Rückmeldung des Unternehmens erhalten haben, so muss man seine Bewerbung als gegenstandslos bewerten.

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