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Das Arbeitszeugnis in Frankreich

Das Arbeitszeugnis ist in Frankreich ein Dokument, das jeder Arbeitnehmer nach der Beendigung eines Arbeitsvertrages erhält. Aus dem Arbeitszeugnis soll die Rolle des Arbeitnehmers und seine Aufgaben im Unternehmen hervorgehen. Seine Ausstellung ist in Frankreich obligatorisch und der Inhalt unterliegt einigen Regeln.

Egal, ob der Grund Ihres Ausscheidens aus einem Unternehmen das Auslaufen Ihres Vertrages, Ihre Entlassung oder eine Kündigung Ihrerseits ist: Sie haben in jedem Fall Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Es soll als eine Art Ausweis für Sie dienen, damit künftige Arbeitgeber erkennen, wann Sie wo gearbeitet haben und welche Aufgaben und Verantwortungsbereiche Sie übernommen haben. Gegebenenfalls kann daraus auch die Art Ihres Arbeitsverhältnisses hervorgehen, wenn Sie etwa auch ein Empfehlungsschreiben Ihres Arbeitgebers erhalten.

Formulierungsbeispiel eines französischen Arbeitszeugnisses



Prénom Nom du salarié


Adresse du salarié


Objet : certificat de travail


Je soussigné [prénom et nom de l'employeur], demeurant [adresse de l'employeur], certifie que [nom de l'employé], demeurant [adresse du salarié], a occupé le poste de [intitulé du poste] dans mon entreprise [nom de l'entreprise] du [date de début du contrat de travail] au [date de fin du contrat de travail].


[Nombre d'heures acquises au titre du DIF] heures ont été acquises au titre du droit individuel à la formation, pour une somme correspondant à [nombre d'heures converti en euros] euros.


L'organisme paritaire collecteur agréé (OPCA) compétent pour assurer le financement de ces heures dans le cadre de la portabilité du DIF est [nom de l'OPCA].



Fait à [lieu]
Le [date]



Signature




Die Aushändigung des Arbeitszeugnisses an den Arbeitnehmer


Laut des französischen Arbeitsgesetzes (L1234-19, Code du travail) muss Ihnen der Arbeitgeber zum Vertragsende das Arbeitszeugnis aushändigen. Sie müssen sich das Zeugnis persönlich abholen, es darf nicht geschickt werden. Im Gegenzug muss der Arbeitgeber gewährleisten, dass er das Arbeitszeugnis dann auch bereithält, andernfalls muss er mit einer Geldstrafe rechnen. Händigt er es Ihnen verspätet aus oder entspricht es nicht den vorgegebenen Kriterien, ist der Arbeitgeber verpflichtet, Sie zu entschädigen, sofern Ihre Beanstandungen vor einem Arbeitsgericht Bestand haben könnten.


Sonderfall: Wenn Sie keine Kündigungsfrist einzuhalten haben, kann Ihnen Ihr Arbeitgeber laut Arbeitsgesetz auch ein ähnliches Dokument aushändigen, sofern es bestimmte Informationen enthält. Aus diesem muss das Ende des Arbeitsvertrages hervorgehen, um Ihnen zu ermöglichen sich bis Ablauf des Vertrages, um eine neue Stelle kümmern zu können. Diese Bescheinigung ersetzt aber nicht das Arbeitszeugnis, das Ihnen wie vorgesehen innerhalb der Kündigungsfrist ausgehändigt werden muss.


Informationen, die im Arbeitszeugnis auftauchen sollten:



  • Name, Adresse des Arbeitgebers, sowie der Name des Unternehmens

  • Ihr Name, Vorname und Ihre Adresse

  • Datum Ihres Eintritts in das Unternehmen

  • Datum, an dem Sie das Unternehmen verlassen (das Ende der Kündigungsfrist)

  • die Art Ihrer Beschäftigung im Unternehmen, die Aufgaben, die Sie übernommen haben

  • Anzahl der Stunden für Weiterbildungen (droit individuel à la formation, DIF), die Sie in Anspruch bzw. nicht in Anspruch genommen haben

  • der für Sie zuständige Organisme Paritaire Collecteur Agréé (OPCA), der Ihre Fortbildungskosten übernimmt

  • das Datum, an dem Ihnen das Arbeitszeugnis ausgehändigt wird und an dem es verfasst wurde

  • die Unterschrift Ihres Arbeitgebers.


Beachten Sie: Verwechseln Sie das Arbeitszeugnis nicht mit dem Beschäftigungsnachweis (attestation Pôle emploi) und der Abschlussquittung (reçu pour solde de tout compte), die Ihnen ebenfalls bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgehändigt werden müssen.


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