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Richtig den Arbeitsvertrag in Frankreich kündigen: So können Sie beim Jobwechsel verhandeln

Gute Nachrichten: Sie haben Ihren Traumjob in Frankreich gefunden! Einziger Wermutstropfen, Sie haben noch eine Stelle, sollen Ihre neue Position aber schon in einem Monat antreten. Was also tun? Einfach gehen oder versuchen zu verhandeln?

Die Kündigung : Das sagt das Gesetz

Die Entscheidung Ihre aktuelle Position zu verlassen, gibt Ihnen nicht das Recht, einfach zu gehen. Laut Artikel L1237-1 des Arbeitsgesetzes müssen der Arbeitgeber und der Angestellte in Frankreich beide eine Kündigungsfrist einhalten, die normalerweise drei Monate beträgt. Damit Sie wissen, welche Kündigungsfrist für Sie gilt, können Sie im Tarifvertrag Ihres Unternehmens oder in Ihrem Arbeitsvertrag nachschauen.

Gehen ohne zu verhandeln, ist keine gute Idee

Wenn Sie gehen, ohne die festgelegte Kündigungsfrist einzuhalten und ohne Zustimmung Ihres Chefs, kann dieser von Ihnen eine Entschädigung für nicht geleistete Arbeit verlangen oder vor das Arbeitsgericht ziehen. Auch wenn er nicht reagieren sollte, müssen Sie bedenken, dass Sie ehemaligen Kollegen aus diesem Unternehmen im weiteren Verlauf Ihres Berufswegs immer wieder begegnen können. Und dann kann es sich negativ auswirken, wenn Sie bei Ihrem Weggang einen schlechten Eindruck hinterlassen haben. Verhandlungen sind also eindeutig vorzuziehen. Oder sie finden idealerweise eine Einigung, die es Ihnen erlaubt, früher zu gehen, natürlich ohne Anspruch auf Entschädigung.

Wie man eine Kürzung oder sogar Streichung der Kündigungsfrist verhandelt

1. Versuchen Sie eine Kürzung oder gar Streichung Ihrer Kündigungsfrist zu verhandeln

Das Erste, was Sie tun sollten, noch bevor Sie Ihre Kündigung verschicken, ist schnellstmöglich Ihren Chef zu treffen und ihm die Situation zu erklären. Er sollte von Ihrer Kündigung nicht überrascht werden und genug Zeit haben, sich auf Ihren Weggang einzustellen. Wenn Ihr Chef also eine Verkürzung der Kündigungsfrist akzeptiert oder gar ganz auf Sie verzichtet (er ist zu keinem von beidem verpflichtet), denken Sie daran dieses Übereinkommen schriftlich festzuhalten. So können Sie an dem vereinbarten Datum das Unternehmen verlassen. Im Gegenzug muss Ihnen Ihr Arbeitgeber für den Kündigungszeitraum kein Gehalt zahlen und Sie können auch nicht mit der üblichen Abfindung rechnen.

2. Nutzen Sie angesammelte Überstunden

Bestimmte Tarifverträge sehen vor, dass Mitarbeitern, die gekündigt haben, zwei Stunden pro Tag für die Jobsuche zustehen. Wenn das auf Sie zutrifft, sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber verhandeln, diese Stunden von der Kündigungsfrist abzuziehen. Insgesamt können da fast drei Wochen (bei einer Kündigungsfrist von drei Monaten) zusammenkommen.

3. Finden Sie Ersatz

Um den Prozess weiter zu beschleunigen, können Sie Ihrem Chef außerdem vorschlagen, bei der Suche nach einem Nachfolger behilflich zu sein und bei dessen Einarbeitung zu helfen.

4. Teilzeit anbieten: Für den neuen und den alten Arbeitgeber

Ziel sollte sein, beide Arbeitgeber zufriedenzustellen: den, den Sie verlassen und Ihren neuen Chef. Dafür gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Beiden Seiten Teilzeit anbieten, ab dem Zeitpunkt Ihrer Kündigung bis zum Ende der Kündigungsfrist.

Ihr zukünftiger Arbeitgeber wird Ihre Initiative schätzen und es honorieren, dass Sie Ihren alten Arbeitgeber nicht im Stich lassen. Und Ihr ehemaliger Arbeitgeber spart dadurch im Kündigungszeitraum Geld und wird Ihre Motivation zu schätzen wissen, die einen reibungslosen Wechsel zu Ihrem Nachfolger möglich macht. Kurzum, diese Win-Win Situation ist für alle - und auch für Sie - das Beste, oder?

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