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Arbeitsmarkt in Frankreich 2018: Deutsche Unternehmen in Frankreich und französische Firmen suchen neue Mitarbeiter und Personal

Arbeitsmarkt in Frankreich 2018: Deutsche Unternehmen in Frankreich und französische Firmen suchen neue Mitarbeiter und Personal

Was müssen deutsche Bewerber bei der Suche nach Stellen in Frankreich beachten? Wie wird sich der Arbeitsmarkt 2018 in Frankreich entwickeln? Wir haben Jérôme Lecot, Geschäftsführer der deutsch-französischen Personalvermittlung Eurojob Consulting, zu den Perspektiven für Deutsche auf dem französischen Arbeitsmarkt befragt.

Recruteur franco-allemand Jérôme Lecot

Wie schauen deutsche Unternehmen, die in Frankreich tätig sind und dort Niederlassungen haben, auf das aktuelle Jahr? Wie sieht es etwa beim Export aus?

J.L.: Es gibt gute Nachrichten! Nach einer Studie der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer (CFACI) unter den deutschen Unternehmen in Frankreich, sind die deutschen Niederlassungen sehr zuversichtlich, was den Außenhandel angeht. Deutschland bleibt der zweite ausländische Investor in Frankreich bezogen auf die Anzahl der Ansiedlungsprojekte (445 seit 2011). Insgesamt sind es über 3 000 deutsche Unternehmen, die mit der französischen Wirtschaft interagieren.

Die Mehrheit der exportorientierten Unternehmen rechnet im kommenden Jahr mit stabilen Exporten. Deutsche Firmen bestätigen, dass sich das wirtschaftliche Umfeld Frankreichs im Laufe der zurückliegenden zwei Jahren verbessert hat. Ein Grund dafür sind politische Entwicklungen in der Regierung. Die entworfenen Antizipationen im Jahre 2014 haben sich bestätigt. 53% empfinden ihre Perspektiven aufmunternd (2014 waren es noch 48%) und lediglich 7% halten die Perspektiven für schlecht.

Wo in Frankreich hat man als Deutscher gute Chancen auf einen Arbeitsplatz?

J. L.: Der Personaldienstleister MANPOWER Frankreich hat mit seinem Arbeitsmarktbarometer für das erste Quartal 2015 herausgefunden, dass die Unternehmen in Frankreich grundsätzlich mit einer Wende auf dem Arbeitsmarkt rechnen. Wenn man die Regionen in Frankreich vergleicht, dann wird deutlich, dass unter den fünf untersuchten Gebieten nur die Arbeitgeber im Norden, Süeden und Westen eine positive Nettobeschäftigung für das erste Quartal 2018. Dagegen wird mit einer stabilen Nettobeschäftigung in den Regionen Osten und Ile-de-France gerechnet.

Auch wenn zu dem gleichen Zeitpunkt die Bereitschaft für neue Anstellungen identisch zu denen aus dem Vorjahr sind und man eine leichte Verlangsamung im Vergleich zum vergangenen Quartal registriert (Absenkung um 2 Punkte), merkt man den Optimismus der französischen Arbeitgeber an, auch wenn dieser eher bescheiden ausfällt, dafür aber seit nun über zwei Jahren anhält.

Manpower Cartographie prévisions économie 2018


Quelle: Manpower


In welchen Branchen wird in Frankreich eingestellt?


J.L.: Im ersten Quartal 2018 planen Arbeitgeber aus vier von zehn in die Studie einbezogenen Sektoren, Neueinstellungen. In den Sektoren Transport und Logistik, Bau, Strom-, Gas- und Wasserversorgung wird die Lage besonders optimistisch eingeschätzt, mit einem Anstieg der Nettobeschäftigung. Es folgen der Finanzsektor, die Immobilien und die unternehmensbezogenen Dienstleistungen sowie der öffentliche Dienst. Die Landwirtschaft, Jagd und Fischerei und die Rohstoffwirtschaft, sowie der Handel erwarten keine nennenswerte Entwicklung der Beschäftigtenzahlen.


Einem Bericht des Magazins L'Usine Nouvelle zufolge, kennzeichnen sich manche Unternehmen besonders durch die Zahl der geschaffenen Positionen. Unter diesen befinden sich Bouygues und Vinci, die jeweils 1 900 bzw. 1 500 mehr Anstellungen im Vergleich zu 2017 ankündigen, Engie, Saint-Gobain, Veolia. Die französischen Konzerne im Trasportbereich, insbesondere SNCF und RATP, verlangsamen ebenso wenig den Rhythmus. Gleiches gilt für La Poste, getragen von der Entwicklung der Bank-Dienstleistungen (insbesondere für Unternehmen) sowie Orange. Beratungsunternehmen, Ingenieurbüros und Dienstleistungsbetriebe im Digitalbereich stellen weiter fleißig ein, insbesondere Führungskräfte und Ingenieure. Anmerkung: Einige Konzerne wie beispielsweise Airbus, Total, PSA und Renault haben uns ihre Prognosen nicht kommuniziert.

Empfiehlt es sich in Frankreich eine Anstellung in einem kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) anzustreben?


J.L.: Die großen Unternehmen sind ja trotz allem die, die - gemessen an der Menge - am meisten Mitarbeiter einstellen, aber wenn man sich die Unternehmen ansieht, die der Krise 2009 am besten widerstanden haben, sind das die KMUs (PME: Petite Moyenne Entreprise), die kleinen und mittleren Unternehmen bzw. Industriebetriebe auf regionaler Ebene. Man sollte trotz der Möglichkeiten und Chancen vorsichtig bleiben und es sich gut überlegen, bevor man einen Arbeitsplatz kündigt. Aber gleichzeitig sollte man auch im Hinterkopf haben, dass jeden Tag, auch in Zeiten der Krise, ständig neue Positionen entstehen.


Hat eigentlich die Wirtschaftskrise Auswirkungen auf den Einstellungsprozess bei französischen Unternehmen gehabt?


J.L.: Es ist möglich, dass der Einstellungsprozess etwas länger dauert, also dass es fünf oder mehr Vorstellungsgespräche gibt. Gleichzeitig könnten die Ansprüche der Arbeitnehmer bescheidener sein. Die, die eine feste Stelle haben, sind sicher nicht bereit allzu große Risiken einzugehen.



Wie sieht der Arbeitsmarkt in Frankreich für junge Hochschulabsolventen und ältere Arbeitnehmer aus?


J.L.: Für Hochschulabsolventen, die 2018 auf den Arbeitsmarkt gekommen sind, ist mit 21% Arbeitslosigkeit weiterhin nicht einfach, auch wenn es eine leichte Besserung gegeben hat. Daher haben es junge deutsche Bewerber, die in Frankreich arbeiten wollen, mit einem im Grunde gesättigten Markt zu tun. Das betrifft in gleicher Weise auch ältere Arbeitnehmer.
Deutlich wird das in der Anzahl der prekären Arbeitsverträge, also befristete Verträge oder Zeitarbeitsverträge. Im Vergleich dazu bietet der deutsche Arbeitsmarkt aktuell eine Sicherheit, die es so auf dem französischen Markt nicht gibt.


Wie kann man sich am besten auf eine Auswanderung nach Frankreich vorbereiten?


J.L.: Da das Brutto-Gehalt in Frankreich geringer als das in Deutschland ausfällt und da häufig Informationen fehlen, wirken die Gehaltsforderungen von deutschen Bewerbern häufig überzogen. Dafür bieten wir von Eurojob Consulting gratis eine persönliche Gehaltsschätzung passend zum jeweiligen Profil an. Bei dieser Schätzung werden die Differenz von Netto- und Bruttogehalt und regionale Unterschiede miteinbezogen.


Auch die Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräche müssen gut vorbereitet werden. Beispielsweise ist der Lebenslauf in Frankreich ganz anders aufgebaut als etwa ein deutscher, Zeugnisse werden meist gar nicht verlangt. Informationen zu all den Besonderheiten des französischen Lebenslaufs, des Anschreibens und der Vorstellungsgespräche können in unseren praktischen Tipps zum Bewerben in Frankreich nachgelesen werden. Außerdem bieten wir einen Übersetzungsservice und ein Coaching an, um deutsche Bewerber bei ihrem Bewerbungsvorhaben zu unterstützen.


Weitere hilfreiche Informationen zum französischen Arbeitsmarkt 2018:


  • Liste deutscher Unternehmen und Filialen in Frankreich (Paris, Lyon ...) oder französischer Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zu Deutschland

  • Tipps für berufliche Neuorientierung und Quereinstieg in Frankreich

  • Jobwechsel in Frankreich: Welche Region ist geeignet?

  • Jobs in den französischen Städten: Branchen, Stellen, Karrieren