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Durchschnittsgehälter in Frankreich: Ein paar Überraschungen

20.500 Euro. So viel verdient ein Franzose im Durchschnitt pro Jahr netto. Das hat das nationale Statistikinstitut Insee ausgerechnet. Zwischen 1995 und 2011 hat sich die Zahl um jährlich durchschnittlich 0,7 Prozent erhöht - im Privatsektor waren es 0,8 Prozent, im öffentlichen 0,3 Prozent - Inflation nicht mit einberechnet.

Starke Gehaltsunterschiede in Frankreich

Das Durchschnittsnettogehalt des bestbezahlten Arbeitnehmerviertels lag demnach bei 40.350 Euro. Damit ist es zehnmal höher als das Durchschnittsgehalt des am schlechtesten bezahlten Viertels. Die Unterschiede erklären sich "hauptsächlich durch die Unterschiede bei der Dauer der Anstellung" (Zeitarbeit oder befristete Anstellung für weniger als ein Jahr), so Insee.

Für diejenigen, die vor allem im privaten Sektor angestellt sind, belief sich das Durchschnittsnettogehalt pro Jahr auf 19.530 Euro, im öffentlichen Bereich auf 21.970 Euro. Als Grund nennen die Statistiker eine "längere Arbeitszeit im öffentlichen Sektor."

24-prozentiger Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen

Eine andere deutliche Ungleichheit fällt beim Gehalt von Männern und Frauen auf. 2011 lag das Durchschnittsgehalt in Frankreich von Frauen 24 Prozent unter dem von Männern. Das liegt laut Insee unter anderem daran, dass Frauen weniger arbeiten, aber auch daran, dass der Stundenlohn unterschiedlich ist. So üben Frauen häufiger Teilzeitjobs aus oder arbeiten weniger Tage im Jahr als Männer. Darüber hinaus sind sie häufiger in Jobs angestellt, die schlechter bezahlt sind, etwa im Verkauf, in der Sozialarbeit oder in der Krankenpflege. Auch haben sie schwerer Zugang zu Führungspositionen als Männer.

Diese Unterschiede sind zwischen 1995 und 2008 leicht zurückgegangen, weil sich unter anderem auch die Arbeitszeiten, also Teil- versus Vollzeitarbeit, immer mehr angeglichen haben, unter anderem in Folge der Finanzkrise. So hat sich die Arbeitszeit bei den Männern reduziert, das gleiche gilt für die variable Vergütung, die sie häufiger beziehen. Dennoch halten die Unterschiede in den verschiedenen Bereichen an, und die Gleichstellung hat nur wenige Fortschritte gemacht. Nach wie vor sind Männer in besser bezahlten Bereichen überrepräsentiert, besonders in der Industrie und im Bau.

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