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Leben und arbeiten in Toulouse und Okzitanien

Leben und arbeiten in Toulouse und Okzitanien

Welche Stadt würde ein Pariser wählen, wenn er sich für einen Arbeits- und Lebensort in einer anderen französischen Regionen entscheiden müsste? Toulouse schafft es auf den dritten Platz. Die südfranzösische Stadt lockt mit einer hohen Lebensqualität, einem milden Klima und sonnigen Gemüt. Dank der idealen Lage zwischen den Pyrenäen, dem Mittelmeer und dem Atlantik.

Können auch Sie sich vorstellen, in Toulouse zu leben und zu arbeiten? Wir nehmen Sie mit auf eine Reise nach Südwestfrankreich: zu den Ursprüngen der regionalen Sprache Okzitanisch, zur größten Weinbauregion Frankreichs und zu einem der weltweit größten Luft- und Weltraumfahrtzentren... Lassen Sie sich überzeugen!

Die rosarote Hauptstadt des sonnigen Südens

Toulouse, la ville rose, ist die Hauptstadt des Departementes Haute-Garonne und der Region Okzitanien. Ihr Übernamen gründet auf den zahlreichen Gebäuden aus rosaroten Ziegelsteinen. Die Fassaden leuchten in warmen Farben und unterstreichen das mediterrane, fröhliche Lebensgefühl.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Toulouse zählen: das Capitole, das Wahrzeichen der Stadt, die Basilika Saint-Sernin, frühere Station auf dem Jakobsweg und UNESCO-Weltkulturerbe, das gotische Jakobinerkloster in Form einer Palme und das Hôtel d’Assézat aus der Renaissance. Die Promenaden des Canal du Midi und das Garonne-Ufer laden zum Spazieren und Flanieren ein.

Toulouse verfügt über ein sehr angenehmes Klima. Die Sonne scheint gleich häufig wie in Bordeaux. Hingegen lässt Toulouse seine Nachbarstadt im Nordwesten sprichwörtlich im Regen stehen: In Toulouse regnet es im Herbst und Winter zweimal weniger als in Bordeaux! Dank des sonnigen Klimas und der (kulturellen) Nähe zu Spanien sind die Cafés zu jeder Jahreszeit voller Leben. Es herrscht eine fröhliche und gemeinschaftliche Atmosphäre. Leben wie Gott in Toulouse, wirbt das Touristenbüro deshalb für seine lebendige und quirlige Stadt.


Okzitanisch, die lebendige Sprache der Troubadoure

Fast 6 Millionen Menschen leben in der Region Okzitanien. Damit ist sie nach Einwohneranzahl die fünftgrößte Region Frankreichs. Die größten Städte sind die beiden Metropolen Toulouse (479 553 Einwohner) und Montpellier (285 121 Einwohner). Dahinter folgen Nîmes, Perpignan, Béziers, Montauban, Narbonne, Albi, Carcassonne und Sète.

Für Weinliebhaber - dazu kommen wir unten - dürften die früheren Bezeichnungen Languedoc-Roussillon und Midi-Pyrénées bekannter sein. Im Jahr 2016 wurden die beiden Regionen als Occitanie verschmolzen. Mit über 70 Tausend Quadratmetern Fläche ist Okzitanien zweitgrößte Region Frankreichs. Zum Vergleich: Das ist etwas größer als Irland!

Okzitanien nennt die höchste Anzahl an Departementen sein eigen: Die insgesamt 13 Departemente grenzen an die Regionen Auvergne-Rhône-Alpes und Provence-Alpes-Côte d’Azur, an Spanien und Andorra sowie an die Region Nouvelle-Aquitaine.

Der Name Okzitanien entstammt der regionalen Sprache, der Langue d'Oc. Das Wort oc wurde südlich der Loire für ja verwendet. Auf der nördlichen Seite der Sprachgrenze haben sich die Vorgänger des heutigen Französischen entwickelt: die Langues d'oïl. Aus dem altfranzösischen oïl wurde oui.

Seine Hochblüte erlebte Okzitanisch im Mittelalter dank der Troubadoure, die mit ihren Minnegesängen den ganzen westlichen Kulturraum erobert haben. Anschließend wurde die Regionalsprache – wie auch Katalanisch oder Bretonisch – von der Zentralregierung jahrhundertelang unterdrückt.

Dennoch wird Okzitanisch weiterhin gesprochen. Nicht nur in Südfrankreich, sondern auch im Piemont und in Katalonien. Ungefähr 2 Millionen Menschen sprechen aktiv Okzitanisch. Wenn Sie in der Region Toulouse genau hinhören, begegnen Sie dem rollenden Zungenspitzen r und den offenen Vokalen. Dagegen fehlen die typischen französischen Nasallaute. Okzitanisch erinnert eher an Spanisch oder Italienisch als an einen französischen Dialekt!

Heutzutage bemüht sich die französische Regierung wieder aktiv um den Erhalt der vom Aussterben bedrohten Sprache. So begegnen Sie in Toulouse zweisprachigen Straßenschildern. Und die südfranzösischen Universitäten haben Okzitanisch als Forschungsgegenstand entdeckt. Die Université Toulouse Jean Jaurès bietet beispielsweise einen Lehrgang in okzitanischer Sprache an.


Von der Skistation übers Mittelmeer bis an die Atlantikküste

Toulouse liegt am Fluss Garonne und ist durch den Canal du Midi und den Garonne-Seitenkanal mit dem Mittelmeer und dem Atlantik verbunden. Dank dieser geografischen Ausdehnung kann die Region Toulouse mit vielfältigen landschaftlichen Ausflugszielen punkten: Die Skistationen in den Pyrenäen wie Le Mourtis oder St. Lary sind von Toulouse aus innerhalb von 2 Stunden erreichbar. Gleichzeitig sind das Mittelmeer und seine Strände wie die plage de Narbonne nur gut 1 ½ Stunden entfernt. Für einen Wochenendausflug liegt sogar die wilde Atlantikküste mit 3 Stunden Reisezeit in Reichweite.

Der Flughafen Toulouse-Blagnac verbindet Okzitanien mit Paris (Flugzeit: 1 Stunde 40) und Barcelona (55 Minuten). Mehrere Billigfluganbieter bieten Direktflüge nach Deutschland an.

In der Umgebung von Toulouse erwartet Sie ein reiches historisches und kulturelles Erbe. Die Stadt Albi und das hochgelegene Dorf Cordes-sur-Ciel bieten mittelalterliche Bauwerke und kunstvolle gotische Fassaden. Die Altstadt von Carcassone ist eine einzigartige mittelalterliche Festungsanlage und UNESCO-Weltkulturerbe. Die Wallfahrtsstätte Lourdes zieht jährlich Millionen von Pilgern an, die aus der heiligen Quelle trinken oder darin baden.

Die Region Okzitanien verzeichnet jährlich 30 Millionen Touristen. An die 100 000 Arbeitnehmer sind im Tourismussektor beschäftigt.

Größte Weinbauregion Frankreichs

Mit 34 % Anbaufläche ist Okzitanien die größte Weinbauregion Frankreichs. Wussten Sie, dass ein Drittel aller französischen Weine hier produziert werden? Die okzitanischen Weine lassen sich nach ihrem Anbaugebiet grob einteilen: entweder verdanken sie ihre geschmacklichen Eigenheiten der Nähe zum Meer oder zum Zentralmassiv.

Zu den bekanntesten Rotweinen aus den Bergregionen gehören Grenache, Syrah, Mourvèdre und Carignan. In Meeresnähe werden Rebsorten wie Tannat, Malbec und – die weltweit einzigartige – Négrette angebaut. 51 okzitanische Weinanbaugebiete verfügen über eine geschützte Ursprungsbezeichnung (Appellation d'Origine Protégée AOP). Die Weinberge und -güter laden zum Spazieren und Degustieren ein. Entdecken Sie lokaltypische Aromen wie schwarze Früchte, Lakritz und Veilchen...

Gastronomische Feinschmecker kommen in Toulouse auch auf ihre Kosten. Die okzitanische Küche ist mediterran und kosmopolitisch geprägt: So gehören zu einem guten Glas Wein ein paar Tapas. Entdecken Sie Fleisch- und Wurstwaren, das Cassoulet - der regionale Eintopf aus weißen Bohnen, Speck und Würstchen - und die zahlreichen Käsesorten der Pyrenäen. Vegetarier finden am Buffet des Restaurants La faim des haricots ihr Glück. Vegane und glutenfreie Köstlichkeiten gibt es im Sovaga.


Beliebteste Studentenstadt dank hoher Lebensqualität

Toulouse wurde 2019 von l’Etudiant zur beliebtesten Studentenstadt gekürt. Die ausschlaggebenden Kriterien waren:

  • das breite und qualitative Ausbildungsangebot
  • der entspannte und kostengünstige Wohnungsmarkt
  • die dynamische Arbeitsmarktlage
  • das effiziente und günstige öffentliche Transportsystem
  • die hohe Lebensqualität
  • das abwechslungsreiche kulturelle Angebot

Toulouse beherbergt rund 80 000 Studierende an drei Universitäten: université Toulouse 1-Capitole, université de Toulouse-Jean-Jaurès und université Toulouse 3-Paul-Sabatier.

Im milden und mediterranen Toulouse wird - nicht nur unter Studenten - ausgiebig gefeiert! Studenten treffen sich am liebsten auf der Place Saint Pierre. Das Quartier Jean Jaurès zieht mit zahlreichen Clubs ein etwas älteres Publikum an. Die hippsten Bars befinden sich rund um die Markthallen "Les Carmes" und im Quartier Saint Cyprien.

Auch das kulturelle Angebot bietet für jeden Geschmack etwas: Sei es eine klassische Oper im Théatre du Capitole, ein experimentelles Konzert in der Usine de la Musique oder ein neues Dichtertalent in der Cave Poésie.

Flugzeug- und Weltraumhauptstadt

Wer in Toulouse lebt, kennt garantiert jemanden, der bei Airbus oder seiner Tochtergesellschaft Stelia Aerospace (früher: Aerolia) arbeitet. Allein 52 000 Arbeitnehmer arbeiten für das deutsch-französische Unternehmen Airbus in Blagnac.

Toulouse ist eines der bedeutendsten Luftfahrtzentren der Welt und blickt auf eine lange Tradition zurück: im 1. Weltkrieg wurde die Flugzeugproduktion hierhin verlagert, am weitesten weg vom Kriegsgeschehen. Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry startete von hier aus seine Postflüge. Und seit den 1960er Jahren werden die zivilen Luftfahrtaktivitäten in Toulouse konzentriert.

Zu den bekanntesten Konstruktionen zählen die Caravelle- und Concordemaschine sowie die Airbus-Flotte. Die Luftfahrtindustrie beschäftigt in der Region Okzitanien rund 100 000 Arbeitnehmer in ungefähr 1000 Unternehmen. Zu den wichtigsten Arbeitgebern im Luftfahrt- und Weltraumfahrtsektor zählen:


Zweitplatzierte nach wirtschaftlicher Leistung und Lebensqualität

Kurzum: Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist treibende Kraft im Raum Toulouse. Sie nimmt 40 % des Industriesektors ein. Dieser umfasst insgesamt rund 10 % des regionalen Arbeitsmarktes. Daneben arbeiten rund 80 % aller okzitanischen Arbeitnehmer in einem diversifizierten Tertiärsektor. 6,5 % sind im Bausektor und 3,5 % in der Landwirtschaft tätig.

Die regionale Arbeitslosenquote lag mit 10 % im Jahr 2019 knapp über dem nationalen Durchschnitt.

Eine im Le Parisien publizierte Studie hat die Anzahl offener, unbefristeter Stellen mit der Kaufkraft auf dem Immobilienmarkt verglichen. Toulouse befindet sich im Mittelfeld auf dem sechsten Platz: Ein Quadratmeter auf dem Immobilienmarkt kostet im Schnitt 2 511 EUR, während für 100 Arbeitnehmer 8,2 offene Stellen bereitstehen.

In einem Ranking von Arthur Loyd und der Zeitschrift Challenges im Jahr 2019 wurde die Metropole Toulouse Zweitplatzierte nach Wirtschaftskraft und Lebensqualität, hinter Lyon und einen Rang vor Bordeaux.

Untersucht wurden die Wirtschaftsleistung, die Lebensqualität und das Humankapital. Toulouse punktet hauptsächlich mit Letzterem: Zwischen 2011 und 2016 ist die Bevölkerung um 1,5 % gewachsen (einzig Bordeaux und Montpellier konnten um 1 % mehr zulegen). Über 70 % der berufstätigen Menschen verfügen über einen bac+2-Abschluss. Und die Studierenden machen 13,4 % der Bevölkerung aus.

Lebendige Start-Up-Szene

Toulouse ist auch im Bereich künstliche Intelligenz und Digitalisierung auf dem Vormarsch. Rund 240 Start-Ups haben hier ihren Sitz. Bekannteste Namen sind Telegrafik (Künstliche Intelligenz und Big Data im Bereich der Gesundheitsversorgung) und Sigfox (drahtlose Objektverbindung).

Beherbergt werden die jungen Unternehmen in regionalen Gründerzentren: im iot Valley in Labège im Südwesten der Stadt, im Catalis (Ecosystem im Bereich solidarische und soziale Wirtschaft) und - seit März 2020 - in La Cité, den ehemaligen Flugzeughallen von Latécoère im Herzen der Stadt. Hier hat auch der Inkubator Nubbo (früher: incubateur Midi Pyrénées MiPY) seinen neuen Sitz.

Zu den aufstrebenden Start-Ups mit Rekrutierungsbedarf gehören:

Überzeugt? Dann nichts wie los und nach Toulouse auswandern! Bei Heimweh gibt es immer noch die deutschen Soirée Tandem im Goethe-Institut und die deustch-französische Gruppe auf Facebook!

Mehr dazu: