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5 Tipps zur Selbständigkeit in Frankreich: Welchen Status wählen?

5 Tipps zur Selbständigkeit in Frankreich: Welchen Status wählen?

Selbstständig sein, sein eigener Chef werden – der Wunsch vieler Angestellter in Frankreich! Doch ist es auch ein Traum oder manchmal eher ein Albtraum?

Freiberufliche Arbeit zieht jedes Jahr immer mehr Fachleute an. Laut Malt sind in den letzten 10 Jahren über 145 % französische Freiberufler dazugekommen, und viele neue Bereiche eröffnen sich. Allerdings ist der Status des Freiberuflers nicht für jedermann attraktiv, man sollte sich daher vor dieser beruflichen Veränderung sicher sein. Sind Sie bereit, den Sprung zu wagen, sollten Sie sich die richtigen Fragen stellen, um zu wissen, worauf Sie sich einlassen.

Eigentlich ist Frankreich für seinen hohen bürokratischen Aufwand bekannt, aber hier hat es in den letzten Jahren einige Initiativen gegeben, um Unternehmensgründungen deutlich zu vereinfachen, wie Steuererleichterungen, Subventionen und öffentliche Kredite. Für Ihre Gründung stehen Ihnen verschiedene Unternehmenstypen zur Auswahl.

Die nationale Gründungsagentur CFE (Centre de Formalités des Entreprises) berät bei den französischen Formalitäten der Unternehmensgründung. Wenn Sie sich in Frankreich selbständig machen möchten, sollten Sie sich vorab unter anderem darüber informieren, welche Rechtsform Ihr Unternehmen haben soll.

Was sind die wichtigsten Punkte für einen guten Start in Ihr freiberufliches Leben? Wir geben Ihnen einige Tipps, bevor Sie loslegen können.

1. Die richtige Form der Selbständigkeit in Frankreich wählen
2. Den Arbeitsort auswählen
3. Die Arbeitszeit einteilen
4. Networking unabdingbar für Ihr Unternehmen
5. Isolieren Sie sich nicht!




1. Die richtige Form der Selbständigkeit in Frankreich wählen

Es gibt 3 verschiedene Formen als Selbständiger in Frankreich:

  • Freelance (Profession libérale): z.B. Berater, Übersetzer, Steuerberater, Ärzte, Anwälte, Architekte, Künstler etc., die voraussichtlich keine Angestellten haben (mit Ausnahme einer Sekretärin oder eines Assistenten)
  • Handwerker (Artisan): z.B. Elektriker, Heizungsinstallateure etc.
  • Händler (Commerçant): z.B. Ladenbesitzer, Großverkäufer etc.

Einige Unternehmenstypen in Frankreich

Die häufigsten Formen der Selbstständigkeit in Frankreich sind:

Einzelunternehmen:
  • Einzelunternehmer (Entreprise individuelle, EI)
  • Einzelunternehmen mit beschränkter Haftung (Entreprise individuelle à responsabilité limitée, EIRL)
  • Freiberufler (freelance indépendant)
Ein-Mann-Unternehmen:
  • Ein-Mann-Unternehmen mit beschränkter Haftung (Entreprise unipersonnelle à responsabilité limitée, EURL)
  • Die vereinfachte Aktiengesellschaft (Société par actions simplifiée unipersonnelle, SASU)

Für jeden dieser französischen Gesellschaftsverträge ist es erforderlich, sich im Handelsregister oder im Handels- und Gesellschaftsregister in Frankreich (Registre du commerce et des sociétés) einzutragen, mit Ausnahme der Selbständigkeitsregelung, die eine Besonderheit darstellt, da sie die einzige ist, die mit einer unselbständigen Tätigkeit kombiniert werden kann.

Als Freiberufler in Frankreich kann man sich auch zusammenzuschließen, um einen anderen Status zu erhalten, wie z.B. die einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (SARL). Diese benötigt mindestens zwei Partner und erfordert damit mehr Zwänge, ermöglicht aber andere Vorteile, wie die Zusammenführung verschiedener Kompetenzen innerhalb desselben Unternehmens.

In Frankreich wird zwischen erlaubnisfreien und erlaubnispflichtigen Gewerben unterschieden. Eine behördliche Erlaubnis muss für bestimmte Tätigkeiten zusätzlich zur Anmeldung beim Centre de Formalités des Entreprises (CFE) der französischen Handelskammer eingeholt werden.

Das betrifft unter anderem Berufe aus folgenden Branchen:

  • Reisegewerbe
  • Transportgewerbe
  • Versicherungs- und Immobiliengewerbe
  • Zeitarbeitsfirmen
  • Handel mit Arzneimitteln oder alkoholischen Getränken

Nach einer Genehmigung bekommen Sie eine Licence oder eine Carte professionelle. Weiterführende Informationen zur Unternehmensgründung finden Sie unter France.fr und Chambre de Commerce et d'Industrie.

Freiberufler (z.B: Architekten, Ärzte, Rechtsanwälte, s.o.) wenden sich an die Union de Recouvrement des cotisations de Sécurité Sociale et d'Allocations Familiales (URSSAF).

Selbständig in Frankreich als Freiberufler (auto-entrepreneur)

Seit Januar 2009 ist es möglich Einzelpersonen-Firmen in Frankreich zu gründen. Im Grunde ist das nichts anderes als die vorherige EURL, allerdings wurden Formalitäten und Buchhaltungsvorschriften radikal entschlackt.

Der Auto-entrepreneur führt nur noch seine Einnahmen auf und nach diesen werden sowohl Steuern als auch Sozialabgaben, wie Krankenversicherung, Rentenversicherung und andere Abgaben beglichen. Die Abgaben richten sich lediglich nach den tatsächlichen Einnahmen.

Für eine gewerbliche Tätigkeit ist der Freibetrag auf 170.000 Euro festgelegt. Für Dienstleistungen und freie Berufe liegt dieser Betrag bei 70.000 €.

Ab dem ersten verdienten Euro ist man außerdem krankenversichert. Zusätzlich besteht auch eine Partnerschaft zwischen dem Staat und La Banque Postale, was die Eröffnung eines Kontos in Frankreich erleichtert.

Eines ist sicher: jedes Projekt ist einzigartig, weshalb es wichtig ist, sich zu Beginn mit rechtlichen und buchhalterischen Fragen zu beschäftigen und die ersten Verträge sorgfältig auszuarbeiten. Zudem kann es hilfreich sein, sich bei der nächstgelegenen Handelskammer zu erkundigen, um die passende Form zu finden, damit einem guten Start nichts im Weg steht.

Wenn Sie unter 26 Jahre alt sind, können Sie bei der Schaffung Ihres Freiberufler-Status von einer Steuerermäßigung für das erste Jahr Ihrer Tätigkeit in Frankreich profitieren - dank der Befreiung (Aide à la création ou à la reprise d'une entreprise, Acre), für die Sie lediglich einen Antrag bei der URSSAF stellen müssen. Dieser muss innerhalb von maximal 45 Tagen nach der Schaffung Ihres Freiberufler-Status gestellt werden.





2. Den Arbeitsort auswählen

Wenn man freiberuflich arbeitet, vermischt man oft Berufsleben mit Privatleben oder verwechselt es sogar. Um dies zu vermeiden, muss man beides klar voneinander abgrenzen.

Das funktioniert gut, wenn man jeweils einen bestimmten Ort und eine bestimmte Zeit zuordnet. Am besten wählt man einen Ort zum Arbeiten außerhalb des Zuhauses, z.B. in einem Coworking Space oder an einem Ort, wo man in das Unternehmen, für das man Aufträge erledigt, eintauchen kann.

Es ist wichtig, dass Sie sich gut auf Ihre Arbeit konzentrieren können und sich nicht von der täglichen Routine zu Hause ablenken lassen. Am Arbeitsort sollte man sich wohlfühlen, er sollte hell, luftig, ergonomisch und bequem sein, aber auch persönlich gestaltet, vielleicht auch mit Deko.





3. Die Arbeitszeit einteilen

Das Fehlen von Büro, Kollegen oder festen Zeitplänen kann für Freiberufler schnell dazu führen, zwischen Berufs- und Privatleben keine Grenzen mehr zu haben. Das kann gefährlich für Ihre Existenz werden. Deshalb müssen Sie Prioritäten setzen und private Termine extra ausmachen. Das ist wichtig, um effizient voranzukommen, Zeitfenster zu setzen, von denen man so wenig wie möglich abweicht: zum Beispiel, dass man nach 19.30 Uhr oder am Wochenende keine E-Mails mehr beantwortet!

Wenn man seine Zeit gut organisiert, kann man mehrere Projekte parallel leiten auch variieren. Dabei bleibt man gleichzeitig effizient und führt ausgeglichenes Leben. Aber Sie sollten nicht vergessen, die notwendige Zeit (wöchentlich oder sogar täglich) für die buchhalterische und administrative Verwaltung der Arbeit sowie für die kommerzielle Weiterentwicklung einzuplanen, damit Sie nicht in Schwierigkeiten geraten.





4. Networking unabdingbar für Ihr Unternehmen

Wie im vorigen Punkt vorgeschlagen, ist es wichtig, sich etwas Zeit für die Suche nach neuen Kunden zu nehmen. Warum? Networking ist der wichtigste Teil der Firma. Je mehr Kunden Sie haben, desto mehr Freiheit haben Sie bei der Wahl Ihrer Aufträge und desto sicherer sind auch Ihre Einnahmen.

Den ersten Kunden zu gewinnen, ist am schwierigsten, aber der Rest folgt dann oft von selbst. Besonders hilfreich ist es, sich auf den entsprechenden Plattformen zu registrieren und die Vernetzung fortzusetzen.

Zögern Sie also nicht, an Veranstaltungen teilzunehmen, Geschäftsessen mit Ihren Kunden oder Interessenten zu organisieren und mit Ihren verschiedenen Kontakten per E-Mail oder Telefon in Kontakt zu treten. Nur so kann das Netzwerk aufrechterhalten werden, das Sie aufgebaut haben.





5. Isolieren Sie sich nicht!

Vorsicht vor der Isolation, eine Falle, in die man als Freiberufler oft "leicht" tappen kann. Es ist sehr wichtig, mit anderen Menschen bei Ihrer Arbeit in Kontakt zu bleiben, über das Virtuelle hinaus. Einige sehr einfache Details können auch dazu beitragen, eine gute Dynamik auf dieser Ebene zu erhalten.

Zum Beispiel könnten Sie lieber ein Geschäftsessen machen, dabei können die Dinge einfach und in einer angenehmeren Umgebung besprochen werden, anstatt sich auf den Online-Austausch mit Ihrem Kunden zu beschränken. Um als Selbständiger erfolgreich zu sein, ist es das Wichtigste, mit seinem Lebensstil und mit sich selbst im Einklang zu sein.

Der freiberufliche Lebensstil ist speziell und erfordert bestimmte Fähigkeiten, die man sich aneignen muss oder im besten Fall schon mitbringt, bevor man anfängt. Darüber hinaus lohnt sich eine selbständige Tätigkeit nur dann, wenn sie es Ihnen ermöglicht, mehr Freiheit in Ihrer Arbeitsweise zu erlangen und sich sowohl beruflich als auch persönlich weiterzuentwickeln.

Es geht nämlich nicht darum, an Statusmangel zu leiden, die Kontrolle über die eigene Zeit zu verlieren oder sich zu isolieren. Wenn Sie sich die Anforderungen des Freiberuflerstatus und die zu vermeidenden Fehler vor Augen halten, werden Sie zweifellos in der Lage sein, das Beste aus dieser beruflichen Metamorphose zu machen.

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