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Einkommensteuer in Frankreich berechnen: Einkunftsart, Steuersatz und weitere Beiträge

Einkommensteuer in Frankreich berechnen: Einkunftsart, Steuersatz und weitere Beiträge

Seit dem 1. Januar 2019 wird auch in Frankreich die Einkommensteuer direkt an der Quelle einbehalten. Dies erforderte eine umfangreiche Umstellung, da, anders als in Deutschland, diese zuvor vom Arbeitnehmer selbst gezahlt wurde.

Sie berechnet sich, indem man das gesamte Einkommen aus dem vorhergehenden Kalenderjahr als Basis zugrunde legt. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Einkunftsarten versteuert werden, wie der Steuersatz berechnet wird und welche zusätzliche Steuern es in Frankreich gibt.

Die französische Einkommensteuer kurz erklärt: Einkunftsarten, die versteuert werden müssen

Grundsätzlich müssen folgende Einkunftsarten in Frankreich versteuert werden:

  • Grundvermögen
  • Gewerbe- und landwirtschaftliche Betriebe
  • Bezüge von Gesellschaftern
  • Gehälter, Löhne, Pensionen und Renten
  • Gewinne aus nicht gewerblichen Berufen, einschließlich der Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren, Gesellschaftsanteilen und Immobilien
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen

Die Reform zur Erhebung der Einkommensteuer (prélèvement à la source de l'impôt sur le revenu) hat die Steuerzahlung für den französischen Arbeitnehmer erheblich vereinfacht: musste man zuvor seine Einkommensteuer selbstständig monatlich, viertel- oder halbjährlich bezahlen, so wird dieser Schritt nun wie in Deutschland automatisch ausgeführt. Auch die Nachteile für die Steuerzahler, die mit dem zeitlichen Abstand zwischen Gehaltseingang und Steuerentrichtung einhergehen, werden erheblich reduziert.

Wenn ein Großteil der Arbeitnehmer der Reform zunächst skeptisch gegenüberstand, so ging die Umstellung doch quasi reibungslos über die Bühne. Mehr zu diesem Thema: Lohn und Gehalt in Frankreich - diese Sozialabgaben zahlt der Arbeitgeber

Berechnung des Steuersatzes in Frankreich

Berechnung des Steuersatzes in Frankreich

Jährlich wird der Anstieg der Lebenshaltungskosten im Steuersatz angepasst. Einkünfte von Ehepaaren oder gepacsten Paaren (ziviler Solidaritätspakt) werden zusammen veranlagt. Außerdem wird die persönliche Leistungsfähigkeit durch ein Familiensplitting einbezogen. Anschließend wird das Gesamteinkommen der Familie berechnet.

Dieser sogenannte Familienquotient erhöht sich dann, wenn sich die Erwerbsfähigkeit mindert. Leben volljährige Kinder mit im Haushalt, so sind diese extra zu veranlagen. Liegen Einkünfte unter dem gesetzlichen Mindestlohn, fallen keine Steuern an. Auch Rentner, die nicht genug Einkommen haben, erhalten einen Freibetrag.

Für die Berechnung der französischen Einkommensteuer werden Arbeitnehmer wie in Deutschland in mehrere Gehaltsklassen eingeteilt. Die französische Einkommensteuer liegt deutlich unter dem deutschen Niveau.

Ein staatlicher Online-Rechner ermöglicht es Ihnen in Ihrem spezifischen Fall Ihre Einkommensteuer in Frankreich zu simulieren.

Weitere Steuerarten in Frankreich

Mit dem Beitrag zur Abtragung der Sozialversicherungsschulden (Contribution pour le Remboursement de la Dette Sociale (CRDS)) sollen aufgelaufene Defizite der Sozialversicherung getilgt werden. Diese Steuer wird auf alle Einkommensarten erhoben und beträgt 0,5%.

Beim allgemeinen Sozialbeitrag (Contribution Sociale Généralisée (CSG)) handelt es sich um eine allgemeine Sozialsteuer, die ebenfalls auf alle Einkommensarten erhoben wird. Bestimmte Sparbücher, Kindergeld, Familienleistungen, niedrige Lohnersatzleistungen und Renten sind davon allerdings nicht betroffen.

Die CSG ersetzt seit Anfang 1998 fast vollständig den Arbeitnehmerbeitrag (0,75%) für die Krankenversicherung und beträgt aktuell 9,2% auf reguläre Einkommen (6,2% auf Ersatzeinkommen wie Arbeitslosengeld oder Krankengeld).

Weitere Details über das französische Steuersystem, Steuerformulare, Steuerberechnung etc. (in französischer Sprache) gibt es beim Steuerserver des Wirtschafts- und Finanzministeriums: impots.gouv.fr

Das deutsch-französische Doppelbesteuerungsabkommen (convention fiscale franco-allemande) soll dabei helfen Doppelbesteuerungen von Personen, die jeweils in Deutschland bzw. Frankreich zu veranlagen sind, zu vermeiden.

Mehr dazu: