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Einkommensteuer in Frankreich: Was ist zu beachten?

4. Juni 2013

In Frankreich wird die Einkommenssteuer, anders als in Deutschland, vom Arbeitnehmer selbst gezahlt. Sie berechnet sich, indem man das gesamte Einkommen aus dem vorhergehenden Kalenderjahr als Berechnungsbasis zugrunde legt.

Hier haben wir einige grundlegende Informationen zur Einkommensteuer in Frankreich für Sie zusammengestellt.

Welche Einkunftsarten müssen versteuert werden?

  1. Grundvermögen
  2. Gewerbe- und landwirtschaftliche Betriebe
  3. Bezüge von Gesellschaftern
  4. Gehälter, Löhne, Pensionen und Renten
  5. Gewinne aus nichtgewerblichen Berufen, einschließlich der Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren, Gesellschaftsanteilen und Immobilien
  6. Einkünfte aus Kapitalvermögen

Hat man sich einmal beim Finanzamt registriert, erhält man die Aufforderung zur Erklärung der Einkommenssteuer per Post. Das ganze Verfahren kann aber auch online abgewickelt werden. Steuerpflichtige müssen ihre Erklärung selbständig angeben, in der Regel bis zum 31. Mai des Jahres, das auf das zu versteuernde Jahr folgt. Bezahlen kann man seine Steuern auf verschiedenen Wegen, entweder en bloc, oder in Raten. Monatlich, vierteljährlich, halbjährlich. Die Arbeitgeber wiederum teilen dem Finanzamt mit, was einem Angestellten in einem Jahr an Löhnen oder Gehältern gezahlt wurde. Zuweilen kann man davon dann noch bestimmte Ausnahmen abziehen. Für Werbungskosten werden Gehälter und Löhne um 10 Prozent gesenkt. Werbungskosten können bei Einnahmen aus Grundvermögen pauschal abgezogen werden. Das betrifft etwa Verwaltungskosten oder Zinsen für Hypotheken. Unbeschränkt lassen sich Zinsen für Reparaturen abziehen.

Das Nettoeinkommen wird nochmals um bestimmte Aufwendungen gemindert, sofern diese nicht bereits durch einen ermäßigten Steuerbertrag wirksam geworden sind, wie Lebensversicherungsbeiträge oder Kinderbetreuungskosten. Abzugsfähige Aufwendungen sind beispielsweise gemeinnützige Spenden oder Unterhaltsleistungen und Beiträge zur Sozial-, Arbeits- und Lebensversicherung.

Wie berechnet sich der Steuersatz?

Jährlich wird der Anstieg der Lebenshaltungskosten im Steuersatz angepasst. Einkünfte von Ehepaaren oder „gepacsten" Paaren (ziviler Solidaritätspakt) werden zusammen veranlagt. Außerdem wird die persönliche Leistungsfähigkeit durch ein Familiensplitting einbezogen. Anschließend wird das Gesamteinkommen der Familie berechnet. Dieser sogenannte Familienquotient erhöht sich dann, wenn sich die Erwerbsfähigkeit mindert. Leben Kinder über 18 Jahren mit im Haushalt, so sind sie extra zu veranlagen. Liegen Einkünfte unter dem gesetzlichen Mindestlohn, entfallen keine Steuern. Auch Rentner, die nicht genug Einkommen haben, erhalten einen Freibetrag.

Welche Steuern gibt es noch?

Ansonsten gibt es die "Contribution pour le Remboursement de la Dette Sociale" (CRDS), wodurch aufgelaufene Defizite der Sozialversicherung getilgt werden sollen. Diese Steuer wird auf alle Einkommensarten erhoben und beträgt 0,5%.

Bei der "Contribution Sociale Généralisée (CSG)" handelt es sich um eine allgemeine Sozialsteuer, die ebenfalls auf alle Einkommensarten erhoben wird. Das betrifft allerdings nicht bestimmte Sparbücher, Kindergeld- und Familienleistungen und niedrige Lohnersatzleistungen und Renten. Die CSG ersetzt seit Anfang 1998 fast vollständig den Arbeitnehmerbeitrag (0,75 %) für die Krankenversicherung und beträgt aktuell 7,5 %.

Mehr Informationen über das französische Steuersystem, Steuerformulare, Steuerberechnung etc. in französischer Sprache gibt es beim Steuerserver des Wirtschafts- und Finanzministeriums: www.impots.gouv.fr

Steuerliche Veranlagungen von Personen, die jeweils in Deutschland bzw. Frankreich zu veranlagen sind, sind übrigens im Deutsch-Französischen Doppelbesteuerungsabkommen geregelt.