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Wer hat Anspruch auf Arbeitslosengeld in Frankreich?

Wer in Frankreich unfreiwillig seinen Job verliert, kann sich bei Pôle Emploi (Frankreichs Arbeitsagentur) als arbeitssuchend melden. Erfüllt der Suchende gewisse Voraussetzungen kann er ebenfalls einen Anspruch auf Arbeitslosengeld geltend machen und finanzielle Unterstützung beantragen. Allerdings ist diese Unterstützung auch an gewisse Pflichten gebunden. Welche, erfahren Sie hier.

Aktive Arbeitssuche ist unerlässlich

Wer sich bei Pôle Emploi registriert, hat kostenlosen Zugang zu den verschiedenen Service- und Beratungsangeboten. Darin enthalten sind die Nutzung der zur Arbeitssuche bereitgestellten Medien, individuelle Beratung und Betreuung (Projet Personnalisé d'Accès à l'Emploi, PPAE) und Seminare. Aber im Gegenzug muss der Bewerber nachweisen, dass er aktiv auf Arbeitssuche ist, Bewerbungen versendet und Einladungen zu Vorstellungsgespräche annimmt.

Er ist verpflichtet ein Jobangebot anzunehmen, das seinen Qualifikationen oder seiner Ausbildung entspricht Sollte er mehrmals "angemessene Angebote" (offre raisonnable d'emploi) oder Angebote zur beruflichen Weiterbildung ablehnen oder gar falsche Angaben gemacht haben, wird er vorübergehend (14 Tage bis 1 Jahr, je nach Grund) oder vollständig aus der Liste der Arbeitssuchenden gestrichen und verliert somit gegebenenfalls auch seine finanziellen Ansprüche. Außerdem muss man seinen Status als Arbeitssuchender monatlich erneuern, innerhalb von 72 Stunden mitteilen, wenn sich etwas an der momentanen Situation ändert und jede Abwesenheit von mehr als 7 Tagen angeben.

Wer finanzielle Unterstützung beantragen will, muss unfreiwillig arbeitslos sein und als solcher bei Pôle Emploi registriert sein, damit geprüft werden kann, ob ein Anspruch auf Unterstützung besteht. Er muss eine aktive Stellensuche ebenso nachweisen, wie die physische Arbeitsfähigkeit.

Höhe der Arbeitslosenunterstützung

Die Höhe auf Arbeitslosenunterstützung wird nach Überprüfung auf Anrecht für den Antragsteller berechnet. Hierzu dient das Gehalt der letzten 12 Monate als Grundlage (SJR - salaire journalier de référence). Der Referenz-Tageslohn wird mit der Anzahl der beschäftigten Tage multipliziert und dient so als Berechnungsgrundlage für die Höhe des Tagegeldes.

Auf den Seiten von Pôle Emploi steht Ihnen ein Formular zur Verfügung, mit dem Sie Ihre Ansprüche simulieren können: Arbeitslosengeldsimulator

Obergrenze bei der Arbeitslosenversicherung

Die Gehaltsobergrenze der monatlichen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung wurde im Jahr 2015 auf 12 516 Euro festgesetzt. Der Referenz-Tageslohn (SJR) wird lediglich für diesen Teil des Gehalts (die vom Arbeitnehmer bezahlten Beiträge) errechnet. Die Beiträge werden somit nur für einen Teil des Gehaltes berechnet.

Die Obergrenze des Bruttotagesgeldes des Erwerbslosen liegt bei maximal 75 % des Referenz-Tageslohnes (SJR).

Kein Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung

Während des Beginns der Arbeitslosigkeit (Karenzzeit von 7 Tagen) erhält der Erwerbslose keine Unterstützung. Sollte dieser eine Abfindung erhalten, welche es ihm ermöglicht eine gewissene Zeit davon zu leben, so berechnet Pôle emploi eine längere Karenzzeit (maximal 75 Tage), so dass dem Betroffenen kein Arbeitslosengeld gezahlt wird.

Hinweis: Achten Sie darauf, dass Sie bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses alle obligatorischen Unterlagen von Ihrem Arbeitgeber erhalten: Arbeitsbestätigung (certificat de travail), Übersicht Einkommen, Bescheinigung für Pôle Emploi.