Connexion-Emploi

Die führende deutsch-französische Jobbörse

Bonne Maman, Frühstücksgenuss auf Französisch

Wer denkt da nicht an frische Croissants, duftenden Café und ... Marmeladen von Bonne Maman! Die Gläser von Bonne Maman stechen nicht nur in Frankreich sondern auch in deutschen Supermarktregalen unter den anderen Konfitüren und Brotaufstrichen hervor.

Der rot weiß karierte Deckel erinnert an hausgemachte mit einem Stoffdeckel überzogene Einmachgläser und das Etikett erweckt den Eindruck, als sei es vor ein paar Minuten erst von der Großmutter persönlich - der Bonne Maman - beschriftet worden. Denn genau das ist es, wofür diese Marke steht: für Tradition, für einen Geschmack, wie zu Großmutters Zeiten und  für ein Stück Frankreich. Die Großmutter des Firmengründers Jean Gervoson war es auch, die ihn zu dem Namen inspirierte, denn er nannte sie "Bonne Maman" (wörtlich: Gute Mutter). Inzwischen gibt es die Konfitüren, Marmeladen, Gelees und Brotaufstriche in über 20 verschiedenen Sorten.

Eine französische Erfolgsgeschichte

Blickt man zurück auf die Anfänge dieser Erfolgsgeschichte, stellt man wie so oft fest, dass alles einmal ganz klein angefangen hat: Im Jahre 1959 begann Jean Gervoson in seiner Heimat Biars-sur-Cère im Südwesten Frankreichs Pflaumenmarmelade zu verkaufen, allerdings zunächst mit mäßigem Erfolg, da man Marmelade zu dieser Zeit noch selbst herstellte. Dies änderte sich aber im Laufe der Jahre und als Jean Gervoson 1971 seine Produkte unter dem Namen "Bonne Maman" auf den Markt brachte, begann die erfolgreiche Geschichte des Familienunternehmens Andros, die inzwischen neben der Marmelade auch andere Fruchtprodukte, Desserts und Kekse herstellt und andere Unternehmensgruppen, wie die „Morina Baie Biscuits", besitzt. Bereits 1976 stieg der Sohn Frédéric  ins Geschäft ein und seit 2000 ist er zusammen mit seinem Bruder Xavier Geschäftsführer. Trotzdem lässt es sich der Firmengründer Jean nicht nehmen, immer mal wieder nach dem Rechten zu sehen - seine Marmelade ist eben eine Leidenschaft fürs Leben.

Sonst erfährt man allerdings nicht viel über das Unternehmen hinter der berühmten Marmelade: Der Familienbetrieb Andros hat sich im Laufe der Jahre zu einer der erfolgreichsten französischen Firmen entwickelt und ist mit 35 % Marktanteil mit großem Abstand Marktführer im Bereich der Marmeladenherstellung in Frankreich geworden - allein von 2008 bis 2009 stieg der Marktanteil um 5 % (Quelle: FIAC, Verband der Konservenindustrie). Daran konnte auch die Konkurrenz, die vor allem in den 80ern durch Danone und andere Firmen versuchten, an den Erfolg von „Bonne Maman" anzuknüpfen, oder der wenig erfolgreiche Versuch kalorienreduzierte Marmeladen auf den Markt zu bringen, nichts ändern. Man schätzt das Vermögen des Unternehmens auf 300 Millionen Euro, jährlich werden dort etwa 20.000 Tonnen Obst verarbeitet, etwa 10 % der Konfitüren werden ins Ausland exportiert. Ein Geheimnis des Erfolges besteht sicher unter anderem darin, dass bis heute fast zu 100 % in Frankreich produziert wird. Doch trotz dieses riesigen wirtschaftlichen Erfolges bleiben die Firmeninhaber ihrer Philosophie treu und halten sich lieber zurück, als sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Bonne Maman in Deutschland

Auch auf dem deutschen Markt ist „Bonne Maman" eine beliebte Alternative zu den deutschen Konfitüren. Vertrieben wird die Marke in Deutschland seit 1991 durch die in Breuberg im Odenwald ansässigen Firma "Odenwald Früchte", die ebenfalls für qualitativ hochwertige Produkte aus frischem Obst ohne die Verwendung von Zusatzstoffen steht. Seit 1991 ist Andros Hauptgesellschafter des Betriebes. Das Konzept des "Retromarketings" (Jaques Lendrevie, Marketing-Experte) geht also nicht nur in Frankreich auf. Auch in Deutschland sind die Menschen auf der  Suche nach guten Qualitätssprodukten, die für eine traditionelle Herstellung und frische Zutaten stehen und sind durchaus bereit, für diese hohe Qualität auch einen höheren Preis zu zahlen. Aber das ist sicher nicht allein das Geheimnis des Erfolges: In Deutschland gesellt sich zu diesen qualitativen Aspekten auch eine Lebensart, die sozusagen mit verkauft wird: das französische savoir-vivre, die Sonne und die Landschaft Südfrankreichs, die man durch die verarbeiteten Früchte nahezu schmecken kann, eine traditionelle Herstellung - kurz: "Genussmomente, die man nie vergisst".

Weitere Informationen: