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Einfluss des Schulsystems auf die Arbeitsmethoden: Frankreich und Deutschland im Vergleich

Einfluss des Schulsystems auf die Arbeitsmethoden: Frankreich und Deutschland im Vergleich

Sie arbeiten in Frankreich und wundern sich über das Verhalten Ihrer französischen Kollegen? Sie fragen sich oft, warum diese anders denken und handeln als Sie? Sie, als Deutscher, werden oft als eine "strukturierte, organisierte Person" abgestempelt?

Wissen Sie denn, worauf diese Reaktionen zurückzuführen sind? Sie fragen sich vielleicht auch, inwiefern der Vergleich der beiden Schulsysteme Aufschluss über die jeweiligen Arbeitsmethoden geben kann?

Jede Kultur unterscheidet sich in ihren Werten, ihrer Weltvorstellung, ihren Verhaltens- und Denkweisen. Diese werden schon in jungen Jahren jedem Einzelnen von uns durch das Bildungssystem mit auf den Weg gegeben. Man erlernt dort gewisse Arbeitsmethoden und -prozesse, die man anschließend im Berufsalltag wiederfindet.

Im Bezug auf unseren Artikel Die erfolgreiche Integration in Frankreich, geben wir Ihnen hier konkrete Antworten über das französische Arbeits- und Denkverhalten. Wie bereits erwähnt, wird Ihnen diese Gegenüberstellung beider Kulturen die Integration in Frankreich um vieles vereinfachen.

1. Elitehochschulen in Frankreich und Aufbau der Bildungssysteme
2. Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Bildungssystem
3. Auswirkung des Bildungssystems auf die Berufswelt: Teamgeist und Individualismus





1. Elitehochschulen in Frankreich und Aufbau der Bildungssysteme

Bestimmt wissen Sie, dass das französische Bildungssystem von Eliteschulen (Grandes Écoles) und Universitäten geprägt ist. Allerdings haben französische Universitäten nicht denselben Stellenwert wie die deutschen Hochschulen. Die Grandes Écoles bilden Eliten für Wirtschaft und Verwaltung aus. Der Zugang zu diesen Schulen ist sehr selektiv. Sehr bekannt ist zudem die ENA in Straßburg (École Nationale d'Administration), eine Verwaltungshochschule, aus der viele bedeutende Politiker hervorgegangen sind.

Deutscher Teamgeist und französischer Eigensinn

Das Schulwesen ist eine wichtige Etappe im Sozialisierungsprozess der Menschen. Es bestimmt in großen Zügen das Weltbild, die Denk- und Verhaltensweise jedes Einzelnen. Oft wird man sich erst seiner eigenen Arbeits- und Denkweise bewusst, wenn man mit anderen Kulturen zusammenarbeitet. Man hinterfragt sein eigenes Verhalten, indem man es mit dem Verhalten seiner Kollegen vergleicht.





2. Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Bildungssystem

Franzosen identifizieren das Wesentliche eines Projekts und definieren die groben Konturen. Sie können gut mit der Unvorhersehbarkeit umgehen und Gelegenheiten ausnutzen. Sie möchten der Elite anzugehören.

Hingegen betrachten Deutsche alle Aspekte einer Aufgabe oder eines Problems, bis ins kleinste Detail, um alles makellos zu planen. Sie beherrschen die Zukunft, indem sie vorausschauend handeln, um somit l'imprévu zu verhindern. Sie streben nach Anerkennung.

Auch wenn diese Verhaltensweisen oft zu erkennen sind, sollte man jedoch nicht pauschalisieren. Es handelt sich lediglich um einen kulturellen Trend und nicht um feste Tatsachen. Es gibt sowohl Deutsche, die unter Druck arbeiten können, individuell denken und handeln, als auch Franzosen, die strukturiert arbeiten und vorausschauend handeln. Ordnen Sie bitte demnach nicht alle Franzosen und Deutsche so ein!

Die Deutschen lernen...
Die Franzosen lernen...
Gemeinschaftsgeist zu entwickeln
Kampfgeist zu entwickeln
Regeln zu respektieren
Regeln zu widersprechen und die Autorität zu respektieren
ihr tiefgreifendes Verständnis zu fördern
schnelle Assimilation
konstruktive Kritikfähigkeit
Kritikfähigkeit
ohne Leistungsdruck zu arbeiten
unter Druck zu arbeiten
in Etappen zu planen
ihre Ideen zu strukturieren
einen Lösungsweg zu finden
mit Alternativen zu argumentieren (es gibt immer mehrere Lösungen)
Standardisierung von Aufgaben
mit Modellen zu denken (modélisation)
durch einen ausführlichen und fundierten Vortrag zu überzeugen
mit einem brillantem Exposé zu überzeugen

(Quelle: JPB Consulting)





3. Auswirkung des Bildungssystems auf die Berufswelt: Teamgeist und Individualismus

Auch hier gilt es wieder, diese Aussagen nicht zu verallgemeinern. Jeder Mensch hat seine Persönlichkeit, die er durch seinen Werdegang und seine persönlichen Erfahrungen kontinuierlich aufbaut. Diese kulturellen Unterschiede zu kennen, ist dennoch von Vorteil und ermöglicht eine bessere Anpassung an sein internationales Umfeld.

Jede Kultur hat ein spezifisches Kommunikationsverhalten und oft wird dieser Aspekt dermaßen unterschätzt, so dass es unnötig zu Missverständnissen führen kann. Das Management ist ebenfalls kulturell geprägt und ist von Land zu Land verschieden. Wenn Sie als deutscher Manager in Frankreich arbeiten, sollten Sie sowohl die französischen Managementmethoden kennen als auch sich der deutschen bewusst sein.

Teamgeist / Wir-Denken (Deutschland)
Individualismus / Ich-Denken (Frankreich)
"Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit als ein universelles Gesetz betrachtet werden kann." (Kant)
"Je pense donc je suis." (Descartes)
Man ist stolz auf den Erfolg des Teams. Das "Wir" ist wichtiger als das "Ich."
Man ist stolz auf seinen persönlichen Beitrag. Man denkt an sich, an seine Ideen.
Das Wohlsein des Teams steht über allem.
Seine eigenen Interessen sind am wichtigsten.
Formelles Verhalten: Regeln respektieren, Strafe bei Abweichen der Regeln.
Unformelles Verhalten: Regeln als Leitlinien respektieren. Jeder handelt so wie er will. Den Anderen zu kopieren, wird als schwache Persönlichkeit und / oder Mangel an Selbstvertrauen gesehen.
Streben nach Anerkennung: die Aufgaben sind gewinn- und leistungsorientiert, die Anerkennung von Vorzügen nur, wenn diese auch verdient sind.
Streben nach Bewunderung: Originalität, Einmaligkeit und Vorzüge zählen zu den Erfolgs- und Statussymbolen.
Ein Gefühl von sozialer Verantwortung: soziale Interessen verwandeln sich meist in persönliche Interessen.
Die Familie nimmt eine wichtige Rolle im Leben ein: sie beschützt und gibt Sicherheit; zunächst großes Misstrauen Fremden gegenüber.
Äußere Orientierung: die öffentliche Meinung ist von großer Bedeutung.
Individuelle Orientierung: jeder bildet sich seine eigene Meinung.
Streben nach Sicherheit: die Gruppe gibt Sicherheit.
Streben nach Unabhängigkeit: die Gesellschaft soll sich nicht um die Angelegenheiten jedes Einzelnen kümmern.
Auf den Anderen zählen können ist die Grundlage für jede Vertrauensbeziehung.
Streben nach Elitismus: viele Franzosen streben dannach, zur Elite anzugehören.
Materialismus: je mehr Güter man hat, desto mehr gehört man zu den höheren Sozialklassen.
Hédonisme: die Freude und das Vergnügen sind sehr wichtig.

(Quelle: JPB Consulting)

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