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Wie kann man sich an den Hochschulen bewerben?

25. August 2010

Frankreich bietet geografisch für alle etwas, egal ob mediterranes Flair im Süden oder das Atlantikklima an der Westküste, Großstadtfeeling in Paris oder ländliche Gegenden in Zentralfrankreich. Und nicht zu vergessen die Überseegebiete in der Karibik und im indischen Ozean. Sie sind ein Teil der französischen Republik, ein Austauschsemester ist also auch in Guadeloupe, Martinique, La Réunion, Französisch Guyana und Tahiti möglich.  

Natürlich zählt die Sorbonne in Paris zu den klassischen Zielen ausländischer Studierender. Aber dabei muss man auch bedenken, dass Paris eine sehr teure Studentenstadt ist. Vielleicht ist es an  kleineren Universitäten, wie in Besançon, Angers, Perpignan, Limoges, Boulogne-sur-mer oder Grenoble sogar für manchen angenehmer, als in der Metropole, nicht nur was die niedrigeren Mieten betrifft. Und größere Städte, wie Toulouse, Straßburg, Lille, Montpellier, Rennes oder Lyon sind ebenso Städte, in denen es ein großes Kulturangebot gibt. Nicht nur Paris bietet zudem gute Chancen für eine berufliche Karriere nach dem Studium.

Unter eu-community.daad.de informiert der DAAD über den Studienalltag und die kulturellen Besonderheiten in den europäischen Ländern. Dort finden Sie auch Berichte von Studierenden über ihre Erfahrungen im Ausland.

Weitere Informationen: Studentenleben in Frankreich

Aufnahmekriterien und Anrechnung von Studienleistungen

Um an einer französischen Hochschule studieren zu können benötigt man in der Regel lediglich  eine allgemeine Hochschulreife, es gibt weder NC noch eine zentrale Vergabestelle (ZVS), wie wir es aus Deutschland kennen. Bei einigen Masterstudiengängen ist allerdings ein voller Studienabschluss nötig, um sich bewerben zu können. Ein Beginn der Studien ist nur zum Wintersemester möglich, man sollte aber rechtzeitig (Anfang des Jahres) mit der Bewerbung beginnen.

Die Anrechnung der deutschen Bachelor- und Master-Abschlüsse, sowie der im Ausland erbrachten Leistungen bei der Rückkehr nach Deutschland, sollte durch die europaweite Anerkennung im Rahmen des Bologna Prozesses (ECTS-Punktesystem, vereinheitlichte Studiengänge) kein Thema mehr sein. Im Zweifelsfalle sollte man sich aber zuvor noch einmal genau bei der eigenen Universität, beim Akademischen Auslandsamt oder beim Studierendensekretariat erkundigen, um Anerkennungsprobleme nach dem Auslandsstudium zu vermeiden. Bereits vor den Bologna-Abkommen auf europäischer Ebene hatten Deutschland und Frankreich mehrere bilaterale Abkommen über die gegenseitige Anerkennung der gängigsten akademischen Hochschulabschlüsse im Grund- und Hauptstudium getroffen. Bezüglich der französischen Kurzstudiengänge, wie dem DUT (diplôme universitaire de technologie) oder dem BTS (brevet de technicien supérieur) kann es allerdings zu Schwierigkeiten kommen, da im deutschen Hochschulsystem kein äquivalenter Studiengang existiert.  Für einen ein- bis zweisemestrigen Auslandsaufenthalt bietet sich die Zeit nach dem Grundstudium an, für diese Semester kann man sich in Deutschland beurlauben lassen (das bringt Vorteile für Bafögbezieher und Fachsemesterzahl). Die Adressliste aller Akademischen Auslandsämter finden Sie unter www.hochschulkompass.de. 

Wenn man beabsichtigt ein volles Studium in Frankreich zu absolvieren und dort abzuschließen, sollte man sich ebenfalls vorher gut darüber informieren, wie der Studienabschluss in den einzelnen Branchen in Deutschland anerkannt wird. Das Informationssystem „anabin" bietet viele Informationen rund um die Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse und vergleicht das Niveau ausländischer Hochschulabschlüsse mit denen, die in Deutschland erworben werden können (www.anabin.de).

Neben den bekannten Austauschprogrammen auch die Möglichkeit, sich auf eigene Faust für einen Studienplatz in Frankreich zu bewerben. EU-Bürger benötigen weder Visum noch Aufenthaltsgenehmigung, nur einen gültigen Personalausweis eines der Mitgliedstaaten. Es ist möglich, sofort nach dem Abitur, nach dem ersten Jahr an einer deutschen Hochschule oder mit einem abgeschlossenen Bachelorstudiengang ein Studium in Frankreich aufzunehmen. 

Zugangsvoraussetzung für deutsche Studienbewerber ist das deutsche Abitur, sowie das Fachabitur, das Europäische Abitur oder das AbiBac. Es gelten bilaterale Abkommen darüber, dass die deutsche Hochschulreife, wie auch das französische baccalauréat im Nachbarland anerkannt wird.  Bis auf wenige stark beschränkte Studiengänge, bei denen man eine Eignungsprüfung bestehen muss, gelten in Frankreich in der Regel keine anderen Zugangsbeschränkungen. An den Grandes Ecoles kann man allerdings nur studieren, wenn man die  Eignungsprüfung (concours d'entrée) besteht oder durch eine  Prüfung durch einen pädagogischen Ausschuss die bisherigen Leistungen nachweist. 

Wer vorhat, in Frankreich zu studieren, sollte sehr gute Französischkenntnisse aufweisen, um in den Kursen an der Universität (CM= Cours magistral, entspricht einer Vorlesung und TD= Travaux dirigés, entspricht einem Seminar oder einer Übung) folgen zu können. Faktisch dürfen EU-Bürger zwar auch ohne Sprachnachweis an einer französischen Hochschule studieren, es ist aber durchaus üblich, dass die Universitäten Sprachtests durchführen. Dieser gilt nicht für Bewerber, die ein französisches Baccalauréat, ein europäisches oder deutsch-französisches Abitur, eine mindestens ausreichende Note im Leistungskurs Französisch oder das Sprachdiplom DELF (Diplôme d'Études en Langue Française) oder DALF (Diplôme approfondi de Langue Française) vorweisen können.

Die Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, übersetzte oder internationale Geburtsurkunde, beglaubigte Kopien und Übersetzungen der Zeugnisse bisher erreichter Abschlüsse und Scheine) sollten bei der Bewerbung für die Licence an die gewünschte Hochschule direkt adressiert werden, dies gilt ebenfalls für alle weiterführenden Studien - außer man bewirbt sich im Großraum Paris und/oder die Studienfachrichtungen Medizin, Zahnmedizin oder Pharmazie. Dafür muss man sich an die französische Botschaft bzw. die französischen Kulturinstitute wenden. 

Um sich in Frankreich einschreiben zu können, muss man entweder in der studentischen  Sozialversicherung Frankreichs versichert sein oder einen anderen Versicherungsnachweis erbringen, welcher auch von deutschen Krankenkassen ausgestellt werden kann: Weitere ausführliche Informationen.