*** COVID-19: notre équipe se mobilise pour vous, candidats, entreprises et partenaires ***

Le site emploi franco-allemand

Deutsche und französische Frauen im Vergleich: wer arbeitet mehr?

Deutsche und französische Frauen im Vergleich: wer arbeitet mehr?

Obwohl es manchmal anders wirkt, arbeiten in Deutschland mehr Frauen als in Frankreich (3/4 gegenüber 2/3). Das sind im europäischen Vergleich viele erwerbstätige Frauen! Allerdings ist die Erhöhung der Beschäftigungsquote in Deutschland im Wesentlichen auf den Anstieg der Teilzeitarbeit zurückzuführen, die sich aus der oft unzureichenden Kinderbetreuung ergibt.

Etwas niedrigere Beschäftigungsquote bei französischen Frauen

Obwohl es für Deutsche im Vergleich zu den Franzosen viel schwerer ist, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, ist der Anteil der arbeitenden Frauen in Deutschland viel höher. Dies liegt vor allem an der großen Verbreitung der Teilzeitjobs. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Studie des Nationalen Instituts für demographische Studien (Ined).

Nach den Statistiken der bpb (Erwerbstätigkeit nach Geschlecht) liegt die Beschäftigungsquote der deutschen Frauen zwischen 15 und 64 Jahren bei 75,2 % und bei den Französinnen zwischen 15 und 64 Jahren bei 66,7 %.

Weniger als ein Drittel der deutschen Mütter sind berufstätig

Ganz anders sieht die Situation aus, wenn man die Mütter miteinrechnet. In Deutschland arbeiten weniger als ein Drittel der Frauen, die Kinder unter drei Jahren haben. Insgesamt ist die Beschäftigungsquote von französischen Frauen zwar geringer als in Deutschland, allerdings arbeiten Französinnen deutlich weniger in Teilzeit.

Zwei Drittel der Frauen in Frankreich sind vollbeschäftigt, in Deutschland nur die Hälfte.

Das kann dadurch erklärt werden, dass Betreuungsangebote im Vergleich zu Frankreich viel weniger verbreitet sind, außerdem sind arbeitende Mütter viel weniger akzeptiert. Häufig ist hier noch die Meinung verbreitet, dass sich eine "gute Mutter selber um ihre Kinder kümmert und ihr Kind nicht den ganzen Tag in der Krippe abgibt."

Davon abgesehen, ist es auch finanziell machbar, 1 bis 2 Jahre in Elternzeit zu gehen. Abhängig vom letzten Einkommen haben Mütter in dieser Zeit "eigenes Geld", und es gibt auch in einigen Bundesländern staatliche Zuschüsse für Baufinanzierungen (Baukindergeld).

Der größte Teil der über dreijährigen Kinder wird allerdings in Kitas betreut (93 %), das bedeutet meist Teilzeitbeschäftigung für die Mütter, denn nicht in allen Bundesländern gibt es einheitliche Betreuungszeiten.

In Frankreich gelten andere staatliche Vorgaben zu Mutterschaftsurlaub, Elternzeit und Kinderbetreuung. Der Mutterschutz ist zehn Wochen nach der Geburt vorbei. Während dieser Zeit erhält die Frau den größten Teil ihres Gehalts weiter.

Die meisten Französinnen gehen anschließend wieder arbeiten, zumeist aus finanziellen Gründen. Denn sowohl Väter als auch Mütter haben zwar das Recht auf bis zu drei Jahre Elternzeit, Elterngeld gibt es - bis auf Sozialleistungen in bestimmten Fällen - jedoch nicht. Deshalb liegt die Betreuungsquote französischer Kinder über 2 Jahren auch fast bei 100 %.

Der Unterschied ist allerdings, dass Frauen unabhängig von Alter, Bildungsstatus (Ausbildung o.ä.) und Berufsgruppe, ihre Kinder in Betreuung wissen, was bedeutet, dass ein Studium weitergeführt werden kann, Berufe und erreichte Positionen weiterhin ausgeübt werden und kein "Karriereknick" zu befürchten ist. Vielleicht ist die Geburtenrate in Frankreich auch deshalb höher.

Frauen auf dem Arbeitsmarkt in Frankreich

Nur jede dritte Frau ab 55 arbeitet in Frankreich, in Deutschland jede zweite

Wie erklären sich dann also die verhältnismäßig hohen Zahlen der arbeitenden deutschen Frauen? Eine Antwort ist: Kinderlose Frauen sind ebenso in die Studie einbezogen worden, wie Mütter, und davon gibt es in Deutschland einfach mehr als in Frankreich.

Außerdem arbeiten laut der Ined-Studie sowohl junge als auch ältere Frauen in Deutschland häufiger. So sind Studentenjobs hier stärker verbreitet, und die Hälfte der älteren deutschen Frauen zwischen 55 und 64 arbeitet, gegenüber rund einem Drittel bei den Französinnen.

Zudem geht es dem Arbeitsmarkt in Deutschland generell besser, mit Arbeitslosenquoten bei den Frauen von 3 %, gegenüber 9,2 % in Frankreich (2018).

Teilzeitstellen werten deutsche Statistiken auf

Aber im Endeffekt erklären sich die hohen Beschäftigungsquoten in Deutschland vor allem durch die vielen Teilzeitstellen: Der Anteil der Frauen, die in Teilzeit arbeiten, ist seit 1989 von einem Drittel auf zwei Drittel in diesem Jahr angestiegen, in Frankreich dagegen erreicht der Anteil nicht mehr als 30 %.

In Deutschland haben dazu noch die Mini-Jobs bzw. die 450 Euro Jobs stark zugenommen, und diese ziehen der Studie nach vor allem Frauen an. Immerhin sind es zwei Drittel der Frauen in Deutschland, mit Kindern unter 15 Jahren, die in solchen Teilzeitjobs arbeiten, in Frankreich sind es nur ein Drittel.

Bleibt zu bedenken, dass die Beschäftigungsquote von Frauen in Vollzeitjobs in Deutschland mit 33,8 % niedriger ist, als in Frankreich mit 65 %. Und damit arbeiten trotz aller positiver Vorzeichen, wie der besseren wirtschaftlichen Situation in Deutschland, hier letztendlich weniger Frauen in Arbeitsverhältnissen, von denen sie auch gut leben können.

Oft genug müssen sie nicht nur finanzielle Einbußen sondern auch den Verzicht auf bereits erreichte Positionen hinnehmen. Führungspositionen werden arbeitenden Müttern leider immernoch nicht allzu oft zugetraut.

Mehr dazu: