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Unsere Tipps um eine Ausbildung in Frankreich zu absolvieren

24. November 2010

Sie möchten sich über Ausbildungsmöglichkeiten in Frankreich informieren, weil Sie darüber nachdenken, Ihre Ausbildung im Nachbarland zu absolvieren? Sie suchen Informationen zu den Voraussetzungen, der Bewerbung und den verschiedenen Möglichkeiten einer Ausbildung? Die Antworten auf diese und weitere Fragen, finden Sie in diesem Artikel.

Ausbildung in Deutschland und Frankreich

In Deutschland zählt man ungefähr zwei Millionen Auszubildende, in Frankreich sind es dagegen nur 460.000, denn zwei Drittel jeder Generation entscheidet sich für eine Schulausbildung und macht in Frankreich das Baccalauréat (franz. Abitur). Eine Ausbildung in Frankreich kann sowohl in einer berufsbildenden Schule in Vollzeit, als auch als klassische Lehre in einem Betrieb absolviert werden. Wenn Sie sich für eine Ausbildung in Frankreich interessieren, ist es wichtig, sich vorher genau über die Regelungen und Abläufe sowie über die Vergleichbarkeit der Abschlüsse im Ausland zu informieren.

Vergleichbarkeit von deutschen und französischen Berufsabschlüssen

Sie werden auch keine Nachteile auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben, wenn Sie eine vollständige Ausbildung in Frankreich abschließen, denn Deutschland und Frankreich haben eine allgemeine Vergleichbarkeit von beruflichen Abschlüssen in den beiden Ländern festgelegt. Somit ist ein deutscher Gesellen- bzw. Facharbeiterabschluss mit dem französischen Abschluss Certificat d'aptitude professionnelle (CAP), Brevet professionnel (BP) und Baccalauréat professionel (Bac Pro) vergleichbar.

Französische Abschlüsse im Einzelnen

CAP - Certificat d'aptitude professionnelle

Um ein dem deutschen Berufsausbildungsabschluss vergleichbares CAP zu erlangen, muss man eine zweijährige Regelausbildung absolvieren. Diese Ausbildung ist auf eine praktische Berufstätigkeit ausgerichtet und kann auf zwei Wegen erreicht werden. Entweder an einem Lycée professionnel, einer beruflichen Vollzeitschule. Auf diese Weise dauert die Ausbildung drei Jahre, wenn man sie nach dem 7. Schuljahr (cinquième) beginnt und zwei Jahre, wenn man nach dem 9. Schuljahr (troisième) beginnt. Zum Teil sind von der Schule organisierte Kurzpraktika Teil der Ausbildung.

Der zweite Weg läuft über eine Lehrlingsausbildung (apprentissage), die im Betrieb mit einem Arbeitsvertrag und in einer begleitenden Schule absolviert wird (s.u.).

BP - Brevet professionnel

Das BP umfasst ganze Berufsgruppen, ist fachtheoretischer ausgerichtet als das CAP und ist gleichwertig mit dem französischen Berufsabitur Bac Pro. In Deutschland steht es auf einer Stufe mit dem Abschluss einer drei- bis dreieinhalbjährigen Ausbildung.

Bac Pro - Baccalauréat professionel

Ein Bac Pro kann man nur erlangen, wenn man zuvor ein CAP abgeschlossen hat. Somit ist das Bac Pro eine Weiterqualifizierung, welche in einer zweijährigen vollschulischen Ausbildung an einem Lycée professionnel erreicht werden kann. Der praktische Anteil der Ausbildung wird durch Pflichtpraktika (stage) von mindestens 16 Wochen in örtlichen Betrieben, die eng mit den Lycées professionnels zusammen arbeiten, garantiert.

Mit dem Bac Pro erlangt man einen Abschluss für einen spezifischen Beruf und hat außerdem die Möglichkeit, durch diesen Abschluss an einer Hochschule zu studieren. In Deutschland entspricht dieser Abschluss einem durch eine drei- bis dreieinhalbjährige Regelausbildung erworbenen Abschluss.

Welche Voraussetzungen braucht man für eine Lehre in Frankreich?

Rechtlich gesehen haben Sie als EU-Bürger mit einem gültigen Reisepass oder Personalausweis das Recht in Frankreich einzureisen und dort zu arbeiten. Wer länger als drei Monate in Frankreich arbeiten möchte, ist allerdings dazu verpflichtet, bei der Polizeibehörde vor Ort (Commissariat de Police) einen Antrag zur Aufenthaltsgenehmigung zu stellen und erhält daraufhin eine sogenannte Carte de séjour. Diese ist zwar bei EU-Bürgern gesetzlich nicht mehr zwingend erforderlich, kann aber bei einer Kontoeröffnung, einem Versicherungsabschluss oder bei Unterzeichnung eines Mietvertrages durchaus hilfreich sein.

In Frankreich dauert eine Lehre in der Regel 1 bis 3 Jahre, abhängig von dem gewählten Beruf. Wer zwischen 16 und 25 Jahre alt ist und sich für einen Beruf aus dem Handwerkerbereich interessiert kann einen Lehrvertrag mit einem Betrieb unterzeichnen und dort eine Lehre absolvieren.
Ähnlich wie in Deutschland handelt es sich bei diesem Lehrvertrag um einen Arbeitsvertrag, durch den dem Auszubildenden vom Arbeitgeber eine Ausbildung zugesichert wird, die zum Teil im Betrieb selbst und zum Teil in einem Ausbildungszentrum (centre de formation d'apprentis, CFA) stattfindet, wo vor allem praktische und berufsbezogene, aber auch allgemeinbildende Inhalte vermittelt werden. Die Ausbildung ist vergütet, die Höhe der Vergütung richtet sich je nach Berufsgruppe nach dem tariflichen Mindestlohn sowie nach dem Alter des Auszubildenden und dem Ausbildungsjahr.

Sie sollten vor einer Bewerbung auf einen regulären Ausbildungsplatz in Frankreich bedenken, dass dies nur mit guten Französischkenntnissen möglich ist, um im Arbeitsalltag und in den Kursen keine Probleme zu bekommen.

Wie bewerbe ich mich für einen Ausbildungsplatz?

Um in einem Unternehmen in Frankreich einen Ausbildungsplatz zu bekommen, müssen Sie sich, wie in Deutschland auch, direkt bei dem Betrieb bewerben und in Ihrer schriftlichen Bewerbung sowie in einem Gespräch Ihre Kompetenzen und persönlichen Stärken hervorheben, so dass der Betrieb Ihre Motivation erkennt und sich für Sie entscheidet. Hilfe bei der Suche nach dem passenden Ausbildungsbetrieb bekommen Sie bei der regionalen Handwerkskammer.

Eine Möglichkeit für deutsche Berufseinsteiger zwischen 16 und 25 Jahren, bietet die französische Wandergesellenvereinigung Compagnons du Devoir. In mehr als 20 Handwerksberufen kann eine komplette Ausbildung in französischen Handwerksbetrieben absolviert werden. Die Ausbildungsdauer ist abhängig vom gewählten Beruf und beträgt in der Regel 2 oder 3 Jahre. Diese Ausbildung wird in Deutschland als gleichwertig anerkannt. Ein Vorteil dieses Programmes ist, dass auch Unterkunft, Verpflegung, Vergütung und Sprachkurse im Programm enthalten sind.

Weitere Informationen finden Sie unter Zimmerer und Holzbau: Compagnons du Devoir.

Wichtige Informationsquellen

Finden Sie all unsere Tipps für Ihre Bewerbung in Frankreich unter Bewerben in Frankreich.

Der Bildungsserver des Ministeriums für das staatliche Bildungswesen in Frankreich bietet außerdem allgemeine Informationen zur Berufsausbildung in Frankreich. Detaillierte Auskünfte zu bestimmten Berufen aus allen Bereichen finden Sie unter onisep.fr.

Auch eine Broschüre der Arbeitsagentur in Deutschland bietet Informationen zu Ausbildungen in Frankreich unter Mobil in Europa.