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Probleme und Lösungen bei der Suche nach französischsprachigen Mitarbeitern in Deutschland

Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland im Jahr 2010 hat sich auch auf die Arbeitsmarktzahlen ausgewirkt. Die Arbeitslosenzahlen sind so niedrig wie seit 1992 nicht mehr. Ende 2010 hat das Institut für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) 986.000 freie Stellen gezählt, das sind ebenso viele, wie vor der Krise Ende 2008. Viele Unternehmen haben dennoch Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern. Lesen Sie hier zu diesem Thema ein Interview mit Olivier Jacquemond, Personalberater bei der deutsch-französischen Personalvermittlung Eurojob Consulting.

Der deutsche Arbeitsmarkt und die Einflüsse der demographischen Veränderungen

Spüren Personalvermittler und Head-Hunter die so oft beschriebenen Konsequenzen der niedrigen Geburtenrate und des "Papy-Booms" in Deutschland bei der Suche nach Mitarbeitern?

OJ: In Deutschland ist die Suche nach geeigneten Mitarbeitern immer schwerer geworden. An dieser Stelle nur ein Beispiel: Wir vermitteln für eine deutsche Unternehmensgruppe jährlich ca. zwanzig Bewerber. Von Jahr zu Jahr finden sich weniger Bewerber - die niedrige Geburtenrate, der "Papy-Boom" und der Rückgang derer, die Deutsch in Frankreich, bzw. Französisch in Deutschland lernen, sind hier deutlich spürbar. Ich verweise an dieser Stelle gerne auf eine Studie der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2010, der zufolge die Experten schätzen, dass bis 2025 die Zahl der 19 bis 24-Jährigen um 1,2 Millionen und die der 25 bis 44-Jährigen sogar um 1,7 Millionen sinken wird.

Die Auswanderung der Fachkräfte und der Reiz ausländischer Facharbeiter

In der deutschen Presse liest man zur Zeit immer häufiger von einer Flucht der deutschen Fach- und Führungskräfte ins Ausland und den daraus resultierenden Bedenken. Können Sie dieses Phänomen ebenfalls bestätigen?

OJ: Hier von Flucht zu sprechen ist sicherlich zu hoch gegriffen. Wahr ist, dass viele Führungskräfte einen ein- oder zweijährigen Auslandsaufenthalt machen, während dessen sie sich innerhalb des Unternehmens weiterbilden, bevor sie in ihr Heimatland zurückkehren. Um diese Tendenz auszugleichen, setzen tatsächlich viele Firmen auf qualifizierte ausländische Fachkräfte. Wir vermitteln sehr häufig französische Ingenieure nach Deutschland, da diese den Vorteil aufweisen, früher als ihre deutschen Kollegen den Arbeitsmarkt zu betreten. Eine weitere Studie der Bertelsmann Stiftung besagt, dass zwischen 2005 und 2009 jährlich durchschnittlich 40.000 deutsche Führungskräfte und Wissenschaftler ausgewandert sind.

Mangel an Arbeitskräften

In welchen Branchen ist der Mangel an Arbeitskräften besonders zu spüren?

OJ: Die meistgesuchten Arbeitskräfte bleiben die Ingenieure. Man schätzt die Zahl der zur Verfügung stehenden Stellen auf 34.000, davon stammen 7000 aus der Maschinenbaubranche und ebenso viele aus der Elektrotechnik. Eurojob Consulting hat seit Anfang 2010 verstärkt Ingenieure aus dem Bereich Maschinenbau und der Hydraulik an kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland und Frankreich vermittelt, die sich schwer damit tun, geeignete Mitarbeiter mit diesem speziellen Profil zu finden.

Aber der Mangel ist natürlich nicht nur im Bereich der Ingenieure zu spüren. Auch aus anderen Bereichen, die von der Krise 2008 betroffen sind, wie die Automobil- und die Metallbranche, erreichen uns viele Anfragen für die Suche nach passenden Mitarbeitern.

Suche nach französischen Mitarbeitern in Deutschland

Wie gehen Sie vor, um diese so selten vertretenen Bewerberprofile zu finden bzw. welche Lösungen bieten Sie an?

OJ: Für einige deutsche Unternehmen, die sich in Frankreich niederlassen, ist es nicht einfach, sowohl in Stellenanzeigen als auch in der offiziellen Darstellung gegenüber Konkurrenten ein homogenes Bild zu präsentieren. Die Bewerber ihrerseits haben gelernt zwischen den Zeilen zu lesen. Eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit geeigneten Kandidaten kann daher die Teilnahme an einer deutsch-französischen Jobmesse sein. Wir empfehlen unseren Kunden ansonsten vor allem die Direktsuche mit einem vorher festgelegten Timing. Unser zweisprachiges Team aus spezialisierten Personalberatern, die mit beiden Kulturen und den verschiedenen Arbeitsmarktbedingungen vertraut sind, führt eine gezielte Suche nach Bewerbern durch, entweder über die Direktsuche oder über eine spezialisierte Bewerberdatenbank.

Des Weiteren geben wir eine Vermittlungsgarantie: Sollte sich der gewählte Bewerber in der Probezeit als nicht geeignet erweisen, nehmen wir kostenfrei die Suche nach einem passenden Bewerberprofil wieder auf, ohne dass dabei dem Unternehmen Mehrkosten entstehen.

Mehr Informationen des Instituts für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) finden unter iab.de.