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Provisionen und Tarife von Headhuntern in Frankreich: Mit welchen Preisen muss man für das Recruiting rechnen?

Wie entwickeln sich die Provisionen und Tarife von Headhuntern in Frankreich? Wir haben Olivier Jacquemond, Geschäftsführer der deutsch-französischen Personalvermittlung Eurojob Consulting, zu den Perspektiven für Deutsche auf dem französischen Arbeitsmarkt befragt.

CE: Welche Probleme bringen Einstellungsverfahren in Frankreich mit sich?

Interview Olivier Jacquemond Eurojob-Consulting

OJ: Die Kosten interner Einstellungsverfahren belaufen sich in Frankreich auf ungefähr 2500 Euro. Interne Einstellungsverfahren sind jene, die im und von einem Unternehmen selbst durchgeführt werden, durch Anzeigen, durch Kooptation, durch Initativbewerbungen, Netzwerke usw... Die Kosten solch einer internen Suche und die Einstellung von Mitarbeitern hängen von den eingesetzten Methoden ab. So kann das Aufgeben einer Stellenanzeige Kosten verursachen.

Die Kosten hängen zugleich von der Arbeitszeit des Personalers oder der entsprechend beauftragten Person ab, von der Suchdauer, der Auswahl usw. Manche Bewerbungsverfahren sind recht kostengünstig, etwa wenn der Kandidat schon bekannt ist. Andere können sich auf mehrere Zehntausend Euro belaufen, bei langen, schwierigen, komplexen Suchaufträgen, die vielleicht auch mehrere neue Mitarbeiter umfassen, die gefunden werden müssen. Zu den Kosten interner Rekrutierungsverfahren sollte man auch die Ausgaben für die Zeit hinzuzählen, in der eine Stelle unbesetzt ist. Und so erweist sich das Auslagern der Personalsuche an eine externe Personalvermittlung häufiger als gedacht als deutlich billiger.

CE: Wie hoch sind die Kosten bei einem Personalvermittlungsbüro in Deutschland?

OJ: Zunächst einmal muss man bedenken, dass die Personalsuche Kosten verursacht. Eine vergebliche, lang andauernde oder fehlgeschlagene Rekrutierung führt oft dazu, dass der gesamte Bewerbungs- und Einstellungsprozess von vorn begonnen werden muss. Wenn Sie sich an ein Personalvermittlungsbüro wenden, gibt es verschiedene Tarife. Normalerweise werden in Deutschland für die Vermittlung zwischen 5 und 25 Prozent des künftigen Bruttojahresgehalts der vermittelten Person veranschlagt. Bei Mitarbeitern in nichtleitender Position müssen Sie vielleicht eine geringe Extragebühr zahlen. Außerdem gilt es zu beachten, dass in diesen Tarifen die Kosten für Anzeigen noch nicht enthalten sind, die müssen Sie noch hinzurechnen. Diese Kosten hängen vom gewählten Anzeigenformat und Medium ab. In der Tagespresse etwa können sie bei 100 bis 1500 Euro liegen, in der überregionalen Presse dagegen schon mal bei bis zu 15 000 Euro. Im Internet stehen Ihnen in der Regel zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Einmal ein Anzeigenpreis von ungefähr 600 oder 700 Euro, oder ein Anzeigenabonnement für rund 1400 Euro im Monat. Wenn Sie in Frankreich einen Headhunter beauftragen, was häufig im kaufmännischen Bereich oder für sehr spezialisierte Jobs oder hochrangige Posten der Fall ist, dann müssen Sie in der Regel keine Anzeigenkosten zahlen. Insgesamt belaufen sich die Kosten in diesem Falle dann auf rund 20 bis 25 Prozent des Jahresbruttogehalts des zukünftigen Mitarbeiters.

CE: Haben sich die Kosten für Headhunter in Frankreich in jüngster Zeit verändert?

OJ: Die Kosten für Headhunter in Frankreich können von 10 000 Euro für eine komplexe, aber nur im mittleren Gehaltsbereich angesiedelte Stelle bis zu 100 000 Euro für einen hochrangigen Leitungsposten in großen Unternehmen reichen. In der Regel berechnen Headhunterbüros ihr Honorar am Gehalt der vermittelten Stelle. Dass viele Executive Search Firmen, also auf die Direktsuche spezialisierte Unternehmen, ihre Honorare mehr oder weniger unverändert gelassen haben, ist ein Zeichen dafür, dass die Vermittlungskosten und damit die Gehälter für Führungskräfte sich seit der Krise 2008, die auch Personalbüros in ganz Europa getroffen und ihre Preispolitik beeinflusst hat, kaum verändert haben. Laut dem Arbeitsmarktbarometer des Personalvermittlers Manpower Frankreich für das letzte Quartal 2012, geben die befragten Unternehmen an, dass sie mit einer Wende auf dem Arbeitsmarkt rechnen. Heute muss man mit Vermittlungskosten rechnen, die durchschnittlich bei 20 Prozent des Gesamtgehalts eines jeweiligen Bewerbers liegen. Allerdings kann dieser Wert bei komplexen Profilen (Finanzwesen, Medizin) anders berechnet werden. Bei einer gleichzeitigen Suche nach mehreren Mitarbeitern für ein Unternehmen sind Rabatte durchaus möglich.

CE: Wie hoch sind in Frankreich die Auftragskosten für die Vermittlung im Bereich Interims-Management?

OJ: Beim Interims-Management sind die Vermittlungsgebühren im Schnitt 1,8-mal so hoch wie das Gehalt des Kandidaten. Wenn der vermittelte Mitarbeiter monatlich beispielsweise 5000 Euro brutto bekommt, dann liegen die Kosten für das Unternehmen bei 9000 Euro. Tatsächlich kann dieser Wert zwischen dem 1,4- und dem 2,5-fachen des vorgesehenen Gehalts liegen. Das hängt stark vom jeweiligen Jobprofil ab. Die angezeigten Gesamtkosten müssen vom Honorar für das Vermittlungsbüro unterschieden werden. Auf der Monatsrechnung entsprechen der Lohn und die Lohnnebenkosten einem Koeffizienten von ungefähr 1. Das vom Dienstleister festgelegte Honorar liegt somit beim 0,5- 1,5-Fachen des Gehalts im Falle der Rechnungsstellung.

Verglichen mit den Kosten eines Einstellungsverfahrens sind die Bereitstellungskosten für ein Unternehmen höher, es hat aber auch mehr Flexibilität. Diese generell etwas längeren Einsätze sind auch sehr rentabel für die vermittelnden Agenturen, da sie ihnen ein monatliches Einkommen garantieren. Darüber hinaus verliert der Dienstleister nicht seinen Kandidaten (im Gegensatz zur Personalvermittlung) und kann erneut mit Honoraren rechnen, wenn er das Profil nach beendeter Mission einem neuen Kunden anbietet.

CE: Welche Techniken werden in Zeiten des Bewerbermangels in Frankreich angewendet, um an geeignetes Personal zu kommen?

OJ: Für einige deutsche Unternehmen, die sich in Frankreich niedergelassen haben, ist es schwierig, sich auf dem dortigen Markt gegenüber der Konkurrenz abzugrenzen und ein entsprechendes Image zu vermitteln. Die Bewerber haben gelernt zwischen den Zeilen zu lesen. Es empfiehlt sich daher an einer deutsch-französischen Jobmesse teilzunehmen, um geeignete Kandidaten zu finden.

Wir empfehlen die Direktsuche innerhalb eines konkret definierten Zeitrahmens. Unser zweisprachiges und bikulturelles Team wendet bei der Kandidatensuche verschiedene Techniken und Vorgehensweisen an, die Direktansprache etwa oder die Suche auf Grundlage einer Bewerberdatenbank. Daneben kommen unseren Klienten unsere ausgezeichneten Kenntnisse des deutschen und französischen Arbeitsmarktes und die spezialisierten Personalvermittler zugute. Wir bieten unseren Kunden außerdem eine Vermittlungsgarantie als Sicherheit. Wenn der Mitarbeiter nach der Probezeit nicht übernommen wird, führen wir die Suche erneut durch, ohne Zusatzkosten für das Unternehmen.

Mehr Informationen zu dem Thema:

Entdecken Sie unsere Bewerberbroschüre Ingenieure in Frankreich, die an die Arbeitsuchenden bei der deutsch-französischen Jobmesse Connecti verteilt werden.