Mindestlohn in Europa 2026: Alle EU-Länder im Überblick
Wie hoch ist der gesetzliche Mindestlohn in den einzelnen EU-Ländern? Die Unterschiede sind teilweise erheblich. Dieser Überblick zeigt die aktuellen Mindestlöhne 2026, umgerechnet auf Brutto pro Stunde, und erklärt, wie die verschiedenen nationalen Regelungen miteinander vergleichbar sind.
2. In welchem EU-Land ist der Mindestlohn am höchsten?
3. wo ist der Mindestlohn am niedrigsten?
4. EU-Länder ohne gesetzlichen Mindestlohn
5. Mindestlohn bedeutet nicht automatisch höhere Kaufkraft

Die folgende Übersicht zeigt die gesetzlichen Mindestlöhne in allen Ländern der EU (in Brutto pro Stunde):
Bei Staaten, in denen der Mindestlohn gesetzlich direkt als Stundenlohn festgelegt wird, entspricht der Wert dem offiziellen Stundenminimum.
Bei Ländern mit monatlicher bzw. jährlicher Festlegung wird der Stundenwert anhand der jeweiligen nationalen Arbeitszeit- bzw. Vergütungsregelungen berechnet.
Aus diesem Grund sind die Werte nicht in allen Ländern unmittelbar miteinander vergleichbar.
| Land | Mindestlohn (brutto pro Stunde) | Letzte Erhöhung |
|---|---|---|
| Luxemburg | ca. 16,02 € | 01.06.2026 |
| Niederlande | 14,99 € | 01.07.2026 |
| Irland | 14,15 € | 01.01.2026 |
| Deutschland | 13,90 € | 01.01.2026 |
| Belgien | ca. 12,54 € | 01.04.2026 |
| Frankreich | 12,31 € | 01.06.2026 |
| Slowenien | ca. 9,00 € | 01.01.2026 |
| Spanien | ca. 8,13 € | 01.01.2026 |
| Polen | ca. 7,46 € | 01.01.2026 |
| Litauen | 7,05 € | 01.01.2026 |
| Zypern | ca. 6,26 € | 01.01.2026 |
| Kroatien | ca. 6,06 € | 01.01.2026 |
| Portugal | ca. 6,05 € | 01.01.2026 |
| Malta | ca. 5,74 € | 01.01.2026 |
| Estland | 5,67 € | 01.04.2026 |
| Griechenland | ca. 5,60 € | 01.04.2026 |
| Tschechien | ca. 5,50 € | 01.01.2026 |
| Slowakei | 5,26 € | 01.01.2026 |
| Rumänien | ca. 5,20 € | 01.07.2026 |
| Ungarn | ca. 4,90 € | 01.01.2026 |
| Lettland | ca. 4,50 € | 01.01.2026 |
| Bulgarien | 3,74 € | 01.01.2026 |
| Österreich | Kein nationaler Mindestlohn | Tarifverträge |
| Dänemark | Kein nationaler Mindestlohn | Tarifverträge |
| Finnland | Kein nationaler Mindestlohn | Tarifverträge |
| Italien | Kein nationaler Mindestlohn | Tarifverträge |
| Schweden | Kein nationaler Mindestlohn | Tarifverträge |
Die Stundenwerte für die 22 EU-Länder mit gesetzlichem Mindestlohn basieren auf den für 2026 geltenden nationalen Mindestlohnsätzen und den entsprechenden Umrechnungen. Eurostat weist darauf hin, dass die nationalen Mindestlöhne grundsätzlich als Bruttowerte vor Steuern und Sozialabgaben betrachtet werden.
📌 Wichtig: Ein direkter Vergleich der Stundenlöhne ist nicht immer 1:1 möglich, da Mindestlöhne je nach Land pro Stunde, Monat oder Jahr festgelegt werden. Auch Arbeitszeit, Urlaubsgeld sowie 13. und 14. Gehalt oder Sonderzahlungen können variieren. Daher sollte ein internationaler Gehaltsvergleich nicht allein auf dem Stundenlohn basieren.
Die EU-Länder mit den höchsten Mindestlöhnen im Jahr 2026 sind:
- Luxemburg: 16,02 € brutto/Stunde
- Niederlande: 14,99 €
- Irland: 14,15 €
- Deutschland: 13,90 €
- Belgien: 12,54 €
Damit gehört Deutschland weiterhin zu den Ländern mit den höchsten gesetzlichen Mindestlöhnen innerhalb der EU. Für 2027 ist bereits eine weitere Erhöhung auf 14,60 € beschlossen.
👉 Gut zu wissen: Auch Frankreich liegt mit seinem seit Juni 2026 geltenden Mindestlohn (SMIC) von 12,31 € brutto pro Stunde deutlich über dem EU-Durchschnitt der Länder mit nationalem Mindestlohn.

Die Länder mit den niedrigsten Mindestlöhnen in der EU im Jahr 2026 sind:
- Bulgarien: 3,74 €
- Lettland: 4,50 €
- Ungarn: 4,90 €
- Rumänien: 5,20 €
- Slowakei: 5,26 €
Die Unterschiede zwischen Ost- und Westeuropa sind damit weiterhin erheblich. Gleichzeitig haben einige osteuropäische Länder ihre Mindestlöhne in den vergangenen Jahren besonders stark erhöht. Eurostat zufolge verzeichneten beispielsweise Rumänien, Litauen, Bulgarien und Polen seit 2016 hohe durchschnittliche Wachstumsraten.
Nicht jedes EU-Land verfügt über einen staatlich festgelegten Mindestlohn. Österreich, Dänemark, Finnland, Italien und Schweden haben keinen nationalen gesetzlichen Mindestlohn.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Beschäftigte dort automatisch besonders niedrige Löhne erhalten. In diesen Ländern spielen Tarifverträge und branchenbezogene Vereinbarungen eine zentrale Rolle. Für bestimmte Berufsgruppen können dadurch verbindliche Mindestvergütungen gelten.
Ein hoher Mindestlohn bedeutet nicht zwangsläufig, dass Beschäftigte in diesem Land auch über die höchste Kaufkraft verfügen. Die Lebenshaltungskosten unterscheiden sich innerhalb der EU teilweise erheblich. Mieten, Lebensmittel, Energie, Versicherungen und Dienstleistungen können in Ländern mit hohen Mindestlöhnen ebenfalls deutlich teurer sein.
Eurostat berücksichtigt deshalb bei einem alternativen Vergleich die Kaufkraftstandards (PPS). Nach dieser Berechnung ist Deutschland das EU-Land mit dem höchsten Mindestlohn gemessen an der Kaufkraft, gefolgt von Luxemburg und den Niederlanden (Stand 2026).
Mehr dazu:
- Gesetzlicher Mindestlohn in Frankreich (SMIC)
- Lebenshaltungskosten in Frankreich & Deutschland
- Leben und arbeiten in Frankreich oder Deutschland: Vergleich
Olivier Geslin

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