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Zwischenmenschliche Beziehungen am Arbeitsplatz in Frankreich: So finden Sie aus der Sackgasse

Ein Kollege redet schlecht über Sie? Eine Kollegin hat Ihnen Unterlagen weggenommen? Hier ein paar Tipps, wie Sie mit Konflikten am Arbeitsplatz in Frankreich umgehen können.

Kennen Sie das? Ein Kollege, den Sie eigentlich schätzen und mit dem Sie immer gerne gearbeitet haben, schreibt sich auf einmal Ihren Beitrag zu einem Arbeitsprojekt zu. Und Sie sind wütend und enttäuscht. Das ist nur eine von vielen Situationen, bei der aus einer 'Bürofreundschaft' ein echter Konflikt werden kann.

Damit das nicht passiert, sind vielleicht die folgenden fünf Grundsätze ganz hilfreich:

  • Reflektieren Sie Ihr Verhalten
  • Vermeiden Sie Spekulationen
  • Widerstehen Sie dem Drang sich zu wehren
  • Halten Sie an einer professionellen und formellen Kommunikation fest
  • und versuchen Sie auch den Standpunkt Ihres Vorgesetzten einzunehmen

1. Reflektieren Sie zunächst Ihr eigenes Verhalten

Schmückt sich beispielsweise ein Mitarbeiter mit Ihren Verdiensten im Rahmen eines Projektes, an dem Sie maßgeblich mitgearbeitet haben, ist das nicht sehr nett. Aber sind Sie sicher, dass Sie nichts getan haben, was sein Verhalten vielleicht ein bisschen erklären könnte? Es könnte ja sein, dass irgendetwas, das Sie getan oder gesagt haben ein bestimmtes Konkurrenzverhalten ausgelöst hat. Bestimmte Gesten oder subtile Verhaltensweisen, die scheinbar harmlos sind, könnten Einfluss auf die Beziehung zu Ihrem Kollegen gehabt haben.

2. Ein Mitarbeiter redet schlecht über Sie? Vermeiden Sie Spekulationen.

Bei der Arbeit gibt es häufiger Missverständnisse, die einen negativen Einfluss auf die Mitarbeiterbeziehungen haben, als wirkliche Konflikte. Das sollten Sie im Blick behalten. Hat ein Kollege schlecht über Sie gesprochen? Versuchen Sie nicht zu übertrieben zu reagieren. Wenn es sich nur um eine kleine Angelegenheit handelt, versuchen Sie es dabei zu belassen. Handelt es sich dagegen um ein größeres Problem, dann sprechen Sie den betreffenden Kollegen lieber gleich direkt an, weil es ja sein kann, dass das Gesagte bei Ihnen einfach falsch angekommen ist. Ist das nicht der Fall, versuchen Sie herauszufinden, was genau dazu geführt haben könnte, was den anderen beleidigt haben könnte. Fragen Sie ihn, ob sein Verhalten eine Reaktion auf etwas ist, was Sie gesagt oder getan haben, was er womöglich nicht oder falsch verstanden hat.

So können Sie auch zeigen, dass Sie Bescheid wissen, dass Ihnen die Gefühle Ihres Mitarbeiters wichtig sind und dass Sie in der Lage sind, darüber zu sprechen. Also drei ganz einfache Möglichkeiten, die Situation zu klären.

3. Widerstehen Sie dem Drang sich zu wehren

Es ist sehr verlockend, sollte sich das Verhalten eines Kollegen wirklich als Angriff erweisen, das mit „Gleichem" zu vergelten. Eine andere Möglichkeit: Die Situation den Kollegen erklären. Beachten Sie: Es besteht hier das Risiko, dass sich ein kleiner in einen großen, offenen Konflikt verwandelt.

Nachgeben ist im beruflichen Rahmen ein guter Rat, denn sonst riskieren Sie als kleinlich und unzuverlässig zu gelten. Außerdem raubt das Ihnen Zeit und Energie, die Sie besser in Ihre Arbeit investieren können.

4. Das Problem besteht weiterhin? Dann nutzen Sie die formelle Kommunikation

Was auch immer passiert, die Kommunikation zu Ihrem Kollegen sollte nicht abbrechen. Ganz im Gegenteil. Versuchen Sie eine professionelle Kommunikation aufrecht zu erhalten. Diese sollte vorzugsweise formell und schriftlich sein. Soweit es möglich ist, versuchen Sie eine Kommunikation per Mail, weil Sie hierbei sehr sachlich sein können, bei einem Telefongespräch oder bei einer Unterhaltung auf dem Flur vergessen Sie womöglich die Hälfte.

Ein weiterer Rat: Versuchen Sie die Aufgaben, die Sie mit möglicherweise mit besagtem Kollegen teilen, klar und deutlich aufzuteilen. Ihr Vorgesetzter sollte darüber informiert sein.

5. Und schließlich: Versuchen Sie auch den Standpunkt Ihres Vorgesetzten einzunehmen

Vorsicht! Falls Sie sich zu früh über eine Arbeitsbeziehung bei Ihrem Chef beschweren, riskieren Sie, dass die Situation sich gegen Sie wendet. Bevor Sie sich mit Ihrem Problem an Ihren Vorgesetzten wenden, versuchen Sie sich vorzustellen, was Sie an seiner Stelle tun würden. Es hilft außerdem, für sich selbst einen sachlichen Bericht über das Problem zu verfassen, ohne subjektive Eindrücke. Wenn Sie dann denken, dass diese Version nachvollziehbar ist, zeigen Sie sie ihm, möglichst objektiv und indem Sie erklären warum die Situation nachteilig für das Unternehmen sein könnte.

Kurz gesagt: Vermeiden Sie Schnellschüsse und eine zu persönliche Ebene. Das wäre äußerst unprofessionell.

Weitere Informationen zur beruflichen Kommunikation in Frankreich: