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Jobwechsel in Frankreich: Welche Region ist geeignet?

Sie möchten in einer anderen Region Frankreichs leben und arbeiten? Was sollte man beachten, wenn man diesen Schritt wagen will? Connexion Emploi hat hier ein paar Ratschläge zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen, das Vorhaben umzusetzen.

Von Paris in die Provence: Was motiviert Franzosen zu einem Standortwechsel?

"Wir leben seit vier Jahren in einem kleinen Dorf in der Nähe von Aix-en-Provence", erzählt Sophie Le Vagueresse, Ex-Pariserin und Autorin des Blogs Chroniques d'une Aix-Parisienne. "Für die ganze Familie hat seitdem ein vollkommen neues Leben angefangen!". Mit ihrem Ehemann Patrick, wie sie in den Vierzigern, und mit ihren zwei kleinen Kindern, wurde die Entscheidung den Standort zu wechseln 2008 gefällt. "Am Anfang wollten wir in der Pariser Innenstadt ein Appartement kaufen. Aber jedes Mal, wenn uns eins gefallen hat, wollten die Voreigentümer der Hauptstadt den Rücken kehren, um sich in Südfrankreich niederzulassen, und jedes Mal hatten wir dann weniger Lust, eine Wohnung in der Stadt zu kaufen. So hat sich uns der Floh ins Ohr gesetzt."

Die Vagueresses waren bereit, ihr Leben zu ändern. "Mein Mann ist Mathematik-Lehrer und hat seine Versetzung beantragt. Wir hätten nie gedacht, dass es klappt und sind deshalb aus allen Wolken gefallen, als die Versetzung genehmigt wurde." Obwohl die Entscheidung sehr schnell getroffen wurde, war sie wohldurchdacht: "Wir haben uns zuallererst gefragt, ob wir uns mit der Entscheidung sicher sind," fährt sie fort, "wir wussten ja nicht, ob uns Paris fehlen würde, oder ob alles mit unserem Umzug klappen würde."

Bevor sie sich mit ihrem Entschluss sicher waren, hat das Paar seine Lebensweise hinterfragt. "Wir fürchteten, dass wir uns - einmal umgezogen - langweilen könnten oder unsere Freunde verlieren würden." Für Sophie und Patrick war die Idee, dem Pariser Stress zu entfliehen, nicht der einzige Grund. Es hing auch mit Bernard Farinelli zusammen. Der Autor von "Quitter la ville - mode d'emploi (Ed. Sang de la Terre) schätzt: "Es ist sehr wichtig, zuerst die wahren Beweggründe zu analysieren. Was will man wirklich? Was treibt einen an? Etwa dem Stress und der Umweltverschmutzung zu entkommen, sich anderen Berufsmöglichkeiten zu öffnen, den Kindern bessere Schulbedingungen zu bieten, einen gesünderen Lebensrhythmus zu haben, billiger zu leben, oder einfach woanders zu arbeiten?"

Je mehr man sich diesen Fragen stellt, umso mehr entdeckt man manchmal, dass sich hinter der Entscheidung, auf dem Land zu leben, eher ein Fluchtreflex verbirgt. Natürlich erkennt man dabei auch, ob die Entscheidung, der Großstadt den Rücken zu kehren, auf einem soliden Fundament steht. Das muss gemeinsam mit der Familie besprochen werden, und zwar "so detailliert und so früh wie möglich," empfiehlt Bernard Farinelli. So kommt Struktur in die Planung. Die Ziele werden verfeinert und klarer." Es bleibt dann den Ort zu finden, der zu dem Vorhaben passt und der natürlich auch eine neue berufliche Orientierung erlaubt. Gleichzeitig sollte man sich für die verschiedenen Etappen des Umzugs realistische Fristen setzen. "Hat man erst einmal die Eckpunkte des Projekts im Kopfs, kommt die Zeit der Lösungen: Arbeit, familiäre Organisation, Budget, Umzug... Man sollte außerdem auch Alternativlösungen haben für den Fall, dass sich die Dinge nicht so entwickeln wie geplant. Der Plan B gehört genauso zur Vorbereitung!". Gut zu wissen.

Welche Regionen suchen sich die Franzosen für ihre Neuorientierung?

Stadt oder Land, am Meer oder in den Bergen, ländliche Gegend oder Industrie-Region - Frankreich bietet eine große Bandbreite an Landschaften und Lebensweisen. Es ist also ratsam, rechtzeitig "die zahlreichen Kriterien zu kennen, die für die Umsetzung des Vorhabens in Betracht kommen" erklärt Cyril Esnos Gründer der Seite www.Changerdeville.fr. "Man sollte möglichst viele Parameter in die Planung einbeziehen, ohne Abstriche beim Job machen zu müssen." Für die 50 000 Internetnutzer, die sich auf seiner Seite äußern, sind die wichtigsten dieser Kriterien: Die Lebenshaltungskosten, Wohnmöglichkeiten, Verkehrsanbindung, Umwelt, Sicherheit, wirtschaftliche Dynamik, Freizeitbeschäftigungen und Kultur.

Die Stadt und besonders das Zentrum bleibt aber nach wie vor das erste Ziel. "Im Moment sind die Kleinstädte und ländliche Gebiete ebenso attraktiv, wie die großen regionalen Metropolen", stellt Antoine Colson fest, stellvertretender Geschäftsführer des Salon Provemploi. Anderen Typen städtischer Gebiete sind mittelgroße Städte und Kleinstädte, von Amiens bis Nîmes, über Angers oder Limoges.

Die Stadt-Fans suchen das reichhaltige kulturelle Angebot, gute Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungen, soziales Leben und die Autonomie, die eine Stadt Kindern bietet.

Der Nachteil: Es gibt immer noch Staus und Umweltverschmutzung. Die Lösung? Der Stadtrand. Immobilien und öffentliche Verkehrsmittel sind hier besser zu erreichen, als auf dem Land und die Natur ist nah. Ein Kompromiss, der vielen Familien die Entscheidung einfach macht. "Je weiter Sie nach draußen ziehen, um so billiger und grüner wird es," sagt Cyril Esnos. Aber Vorsicht! Die Mehrheit der Haushalte hat zwei Autos, was natürlich wieder kostet.

Ein Holzhaus mitten im Wald oder ein Haus aus Stein in einem kleinen Dorf? Das ländliche Leben bietet auch tolle Dinge. Zwischen Markt, Dorfplatz und abgelegenen Eckchen kann man von der Stille und vom Grün profitieren und die sich immer stärker entwickelnden gemeindeübergreifenden Angebote nutzen, wie öffentlichen Nahverkehr, Schwimmbäder und Bibliotheken. Für manche ist das Landleben dennoch zu ruhig. "Man muss es mögen," bestätigt auch Cyril Esnos. Entscheiden Sie sich anhand Ihrer Möglichkeiten. Als Alleinerziehender hat man beispielsweise Bedarf an Einrichtungen wie Kindergärten. Auch ohne Führerschein wird es nicht einfach. Senioren sollten an den Zugang zu guter Gesundheitsversorgung denken. Und auch wichtig zu wissen: Die Kosten, die beim Wohnen gespart werden, gehen leicht mal für das Auto und den Transport drauf.

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