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Leben und arbeiten in Lille und Nordfrankreich

Leben und arbeiten in Lille und Nordfrankreich

Wer mit dem Gedanken spielt, in Frankreich zu leben und zu arbeiten, denkt nicht in erster Linie an Lille und Nordfrankreich. Wir zeigen Ihnen, aus welchen Gründen der Norden sich nicht hinter den anderen französischen Regionen verstecken muss.

Die ideale geografische Lage zwischen Belgien, England und Frankreich. Die gelebte kulturelle und sprachliche Vielfalt. Die hohe Lebensqualität sowie landschaftliche Perlen und Sehenswürdigkeiten, die nicht nur Studierende und Touristen anziehen. Ein wirtschaftliches Ecosystem, das innovative Start-ups hervorbringt. Und eine frankreichweit führende Position, wenn es darum geht, einen Job und eine Wohnung zu finden!

Geografischer Knotenpunkt Europas

Lille oder auf Flämisch Rijsel - dazu verraten wir Ihnen gleich mehr - liegt in Nordfrankreich und ist Präfektur des Departements Nord. Dieses bildet seit 2014 zusammen mit den Departementen Aisne, Oise, Pas-de-Calais und Somme die Region Hauts-de France (früher: Nord-Pas-de-Calais und Picardie).

Die flächenmäßig achtgrößte Region Frankreichs grenzt an Belgien und an die französischen Regionen Grand Est, Île-de-France und Normandie mit dem Ärmelkanal.

Bevölkerungsmäßig schafft es der Norden mit rund 6 Millionen Einwohner auf den dritten Platz. Zudem leben hier - nach Île-de-France - die durchschnittlich jüngsten Menschen.
Nach Lille (232 787 Einwohner) sind die größten Städte: Amiens, Somme, Roubaix, Tourcoing, Dunkerque, Calais, Villeneuve-d’Ascq, Saint-Quentin, Beauvais und Valenciennes.

In der Stadt Lille und den anliegenden Gemeinden leben 1,1 Millionen Einwohner: Die Métropole européenne de Lille (MEL) ist nach Paris, Lyon und Marseille die viertgrößte Agglomeration Frankreichs. Hinsichtlich der Bevölkerungsdichte kommt die Großstadt mit 1785 Menschen pro Quadratmeter gar auf den zweiten Platz.

Lille grenzt über 84 Kilometer an Belgien. Diese geografische Nähe drückt sich auch auf der politisch-organisatorischen Ebene aus: Als erster Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) regelt Lille seine grenzüberschreitenden Belange mit den belgischen Nachbarn unter einem Dach - der Eurométropole Lille-Kortrijk-Tournai.

Verkehrstechnisch liegt Lille nicht nur in unmittelbarer Nähe zu Belgien, sondern auch zu England: Mit dem Hochgeschwindigkeitszug Thalys beziehungsweise Eurostar ist Brüssel in 35 Minuten und London in 2 Stunden erreichbar. Für die Strecke Lille-Paris braucht der TGV im Schnitt 1 ½ Stunden.

Auswanderungswillige Deutsche gelangen beispielsweise von Köln aus nach einer gut 3-stündigen Auto- oder Zugfahrt nach Lille. Auf dem Schiffsweg erreicht man den Norden über den Hafen in Calais. Güter werden in Dünnkirchen (Dunkerque), dem drittgrößten Seehafen Frankreichs, umgeschlagen.


Sprachliche Vielfalt und regionale Identität

Sie kommen im Norden an und trauen Ihren Französischkenntnissen nicht mehr? Binv'nue chés les chtis ! Chti ist eine dem Französischen verwandte galloromanische Sprache, die sich durch den Laut ch, dem deutschen sch, auszeichnet. Hören Sie eine Kostprobe oder gucken Sie den Spielfilm, welcher Le Nord und sein Patois berühmt gemacht hat.

Nebst Chti werden in der Region Hauts-de-France Picardisch und Flämisch gesprochen. Wer nach Lille fährt, begegnet deshalb mehrsprachigen Ortsschildern. Im Gegensatz zum flämischen Namen Rijsel stammt die Bezeichnung Lille aus dem altfranzösischen L’Isle: Sie leitet sich von ihrer ursprünglichen Lage auf einer Sumpfinsel im Tal des Flusses Deûle ab, wo die Stadt gegründet wurde.

Die drei Idiome sind als regionale Sprachen anerkannt und Teil der regionalen Kultur und Identität. So gibt es beispielsweise ein Festival in Crotoy (Festival Chés Wèpes sur la côte Picarde), welches die picardische Sprache feiert. Die Universitäten Lille und Université de Picardie Jules Vernes in Amiens erforschen und lehren Picardisch. Flämisch, das belgische Niederländisch, wird zwischen Dunkerque und Lille von ungefähr 60 000 Menschen gesprochen.

Historische und landschaftliche Schätze

Liebhaber von Architektur und Geschichte kommen im Norden ebenfalls auf ihre Kosten: Entdecken Sie gotische Kathedralen und Belfriede, die hohen flämischen Glockentürme. Der Opfer der beiden Weltkriege wird auf den ehemaligen Schlachtfeldern wie im Val de Somme gedacht.

Landschaftlich lockt die Region Hauts-de-France mit ihrer vielfältigen Küstenlandschaft. Vom Ärmelkanal über die Baie de Somme und Côte d’Opale bis zur Nordsee gibt es 150 Kilometer Küste zu entdecken: Dünenstreifen, Kalkfelsen, Pinienwälder und feine Sandstrände...

Die Baie de Somme gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eine der schönsten Buchten der Welt. Mit einem weitläufigen Naturschutzgebiet lädt sie jährlich Tausende von Zugvögeln zu einem Halt ein.


Flämischer Charme als Touristen- und Studentenmagnet

Die Stadt Lille, auch die Haupstadt von Flandern genannt, überzeugt mit ihrem flämischen Ambiente und den architektonischen Schätzen.

Im Jahr 2004 wurde Lille zur europäischen Kulturhauptstadt gekürt. Seither wählen immer mehr Touristen die vorher etwas stiefmütterlich behandelte Stadt zum Reiseziel: Im Jahr 2018 wurden insgesamt 2,44 Millionen Übernachtungen verzeichnet, hauptsächlich von französischen Urlaubern aus der Region und Paris sowie aus dem benachbarten Ausland (40 % Engländer, Belgier und Niederländer).

Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen das Zentrum mit der Grand’Place, le Vieux-Lille, le Palais des Beaux-Arts und der Belfried.

Das ursprüngliche Büroviertel Euralille schließt an das Stadtzentrum an und erstreckt sich auf einem ehemaligen Militärgebiet bis zur Ringautobahn. Nach La Défense in Paris und La-Part-Dieu in Lyon drittgrößtes Geschäftsviertel Frankreichs, gilt es mittlerweile als lieu de vie: Es beherbergt nicht nur Büros, die beiden internationalen Bahnhöfe Lille-Flandres und Lille-Europe und eines der größten Einkaufszentren Frankreichs, sondern auch mehrere Wohnkomplexe, ein Kongresszentrum, das Zénith und weitere kulturelle Einrichtungen. Die futuristisch anmutenden Wolkenkratzer Tour de Lille und Tour de Lilleurope springen mit ihren über 100 Metern ins Auge.

Wer des Flanierens müde wird, tankt mit einer der lokalen Gaumenfreuden neue Kraft: Welsch - der deftige Klassiker mit Käse, Bier, Ei und Fritten – Frikadellen und Pommes oder Zuckerkuchen und Waffeln sind nur eine Auswahl!

Schnäppchenjäger kommen in Lille im Herbst auf ihre Kosten: Am ersten Septemberwochenende findet die Grande Braderie de Lille statt. Der größte und berühmteste Flohmarkt Europas zieht jährlich über 2 Millionen Besucher aus allen Ecken der Welt nach Lille. Während 2 Tagen und Nächten können Sie mit rund 10 000 Trödlern und Kunsthandwerkern feilschen!

Ein weiterer Pluspunkt für die Lebensqualität in Lille: Die Stadt ist von der Größe her überschaubar und verfügt über gerade mal zwei Metrolinien. Neuankömmlinge finden sich schnell zurecht.

Studierende wissen schon lange, dass es sich in Lille gut lebt. Mit über 100 000 Studenten steht Lille auf Platz 3 unter den größten Studentenstädten. Zudem ist die Region Hauts-de-France führend bei der Ausbildung von Ingenieuren. Sie beherbergt über 30 Grandes Écoles und 6 Universitäten.

Lille, zweitgrößter Start-Up-Hub Frankreichs

Wichtigster Wirtschaftssektor in der Region Hauts-de-France ist die Industrie. Die Region ist Erstplatzierte in den Bereichen Eisenbahnbau, Automobilherstellung und Glasindustrie (deshalb der Übernahme Glass Valley). Daneben sind die Landwirtschaft mit über 50 000 Arbeitnehmern, die Lebensmittelindustrie und die Textilherstellung die wichtigsten traditionellen Sektoren.

Zudem ist Lille neben Paris und Lyon einer der größten Finanzplätze Frankreichs: Banken wie die Banque Scalbert-Dupont (Groupe CIC), die Crédit Mutuel Nord-Europe (Groupe Crédit Mutuel) und die Crédit du Nord zählen zu den wirtschaftlichen Motoren der Region. Crédit Lyonnais hat sich mit dem Büroturm Tour de Lille (früher: Tour du Crédit Lyonnais) ein Denkmal gesetzt. Die Versicherungsbranche ist mit den Unternehmenssitzen von La Mondiale, Lloyd Continental, Union Générale du Nord und Vauban Humanis ebenfalls gut vertreten.

Die landesweit bekannte Bäckerei Paul sowie das Elektrofachgeschäft Boulanger wurden in Lille gegründet.

Das durchschnittliche Einkommen pro Jahr ist mit 25 224 Euro tiefer als im nationalen Durchschnitt (32 550 Euro). Die Arbeitslosenquote lag mit 10 % im Jahr 2019 knapp über dem nationalen Durchschnitt.

Der Industriesektor hatte insbesondere unter der Finanzkrise im Jahr 2008 gelitten. Seither hat sich der Raum Lille zu einem Hub für innovative Unternehmer gemausert.

Wussten Sie, dass Lille zu einem der dynamischsten Wertschöpfungsräumen Frankreichs zählt? In einer ehemaligen Textilfabrik beherbergt zum Beispiel EuraTechnologies 265 Unternehmen und 4000 Arbeitnehmer aus dem Bereich Technologie und IT - nach der Station F in Paris der größte Inkubator Frankreichs. Im sogenannten Chti’licon Valley rund um Lille befinden sich weiter die Gründerzentren Eurasanté (Web und Gesundheit sowie medizinische Forschung) und Plaine Images (Kreativ- und Medienbranche).

Zu den erfolgreichen Start-ups *made in Lille* zählen:

Seit 2019 trägt die Metropole Lille dank ihres digitalen Ecosystems das Label Capitale French Tech und ist damit eine von 13 ausgezeichneten Städten.

Die großen Unternehmensgruppen in Lille wie La Redoute, Auchan, Leroy Merlin und Décathlon sind häufig unter den Ersten, die in neue Ideen investieren. So schaffen die Innovationen aus dem Norden Frankreichs nicht nur den Sprung auf nationaler Ebene, sondern auch weltweit.


Heimlicher Spitzenreiter bei Job- und Wohnungssuche

Gemäß einer Studie von Cadremploi und Apec können sich 8 von 10 Pariser Führungskräfte vorstellen, Paris zu verlassen, um anderswo zu leben und zu arbeiten, doch einzig 11 % zieht es nach Lille. Damit befindet sich die Stadt im Norden auf Platz 11 im nationalen Vergleich, hinter den beliebtesten Städten Bordeaux und Nantes. Die Realität aber zeichnet ein anderes Bild...

Im Jahr 2019 kam die Region Hauts-de-France auf Platz 3 in Bezug auf Rekrutierungen und erhielt 23 % aller Bewerbungen von französischen Angestellten in Führungspositionen. Die Metropole Lille konnte 40 % davon für sich verbuchen.

Mit welchen Vorzügen trumpft der Norden trotz seines schlechten Rufes auf? Von der idealen geografischen Lage und der Lebensqualität sind Sie mittlerweile wahrscheinlich überzeugt. Daneben ist die Kaufkraft ausschlaggebend: Eine im Le Parisien publizierte Studie hat untersucht, in welcher Stadt man am einfachsten einen Job und eine Wohnung findet.

Dazu wurden die Anzahl offener, unbefristeter Stellen mit der Kaufkraft auf dem Immobilienmarkt verglichen. Das überraschende Ergebnis: Lille ist Spitzenreiter, vor beliebteren Städten wie Lyon und Bordeaux! Ein Quadratmeter auf dem Immobilienmarkt kostet im Schnitt 2 776 EUR, während für 100 Arbeitnehmer 12,3 offene Stellen bereitstehen.

Damit hält das Sprichwort aus Lille, was es verspricht: « Dans le nord, on brait deux fois : quand on arrive et quand on repart ! »

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