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Förderungsmöglichkeiten für Existenzgründungen: Deutschland und Frankreich im Vergleich

Deutschland und Frankreich bilden gemeinsam das wirtschaftliche Herz der EU. Die Nachbarstaaten sind dabei insbesondere auf den Innovationsgeist ihrer Bürger und in der Folge auf erfolgreiche Unternehmensgründungen angewiesen. Wie wichtig diese sind, stellte das Bundeswirtschaftsministerium vor kurzem in einer neuer Studie vor, die zur "Initiative Gründerland" Deutschland gehört. Demnach schaffen die Gründer hierzulande jedes Jahr 500.000 neue Arbeitsplätze.

Fast 20 Prozent aller erfolgreichen Unternehmensgründungen stammen demnach zudem von Personen, die im ersten Anlauf gescheitert sind. Es sei daher von besonderer Wichtigkeit, über die passenden Finanzierungsmöglichkeiten den Menschen die Möglichkeit "zur zweiten Chance" einzuräumen. In Frankreich, das im wirtschaftlichen Vergleich mit Deutschland stark abgefallen ist, spielen Existenzgründungen längst nicht so eine hervorgehobene Rolle. Die Finanzierungsmöglichkeiten sind entsprechend unterschiedlich.

Der finanziellen Basis geht eine gute Planung voraus (Businessplan, Wahl der Rechtsform, Marktanalyse). Besonders häufig aber leicht zu vermeiden sind zudem betriebswirtschaftliche Fehler im Bereich Buchhaltung und Steuerrecht.

Wer sich rechtzeitig informiert, kann viele Fehler in diesem Bereich vermeiden. Die Verwirrung in Deutschland bezüglich der neu eingeführten E-Bilanz (und deren Übergangsregelung) sorgte etwa bei vielen Unternehmen für Verwirrung. Abhilfe hierbei schafft etwa dieser kostenlose Praxisratgeber zum Thema.

Deutschland: Der Staat unterstützt bei Gründungen 

"Gründerland Deutschland" ist nicht nur eine Studie, sondern auch ein Programm, dass Existenzgründungen befördern soll. Tatsächlich spielt in der Bundesrepublik der Staat die entscheidende Rolle: Er fördert vor allem über die Kreditanstalt für Wiederaufbau Existenzgründungen. Das beliebteste diesbezügliche Programm ist das sogenannte "StartGeld", das bis zu einer Höhe von 100.000 Euro reicht. Zusätzlich können noch die Programme "Kapital für Gründung" (500.000 Euro), "GründerKredit Universell" (10 Millionen Euro) sowie das Regionalförderprogramm (3 Millionen Euro) in Anspruch genommen werden. Über das BWMi-Existenzgründerportal können zudem weitere Kontaktadressen und wichtige Hintergrundinformationen eingeholt werden.

Für die KfW-Förderungen gilt das Hausbank-Prinzip: Dies bedeutet, der Gründer beantragt die Mittel direkt bei seiner Bank, die anschließend den Rest erledigt. Entsprechend gering fallen Fördermöglichkeiten aus der Privatwirtschaft aus.

Vor allem die sogenannten Mikrokredite, die in anderen Staaten sehr häufig nachgefragt werden, gibt es hierzulande fast überhaupt nicht. Lediglich das Deutsche Mikrofinanz Institut (DMI) ist diesbezüglich bundesweit aktiv. Das Angebot ist sogar so klein, dass sich zwei Bundesministerien im Jahr 2009 gezwungen sahen, den Mikrokreditfonds Deutschland aufzulegen und das Angebot entsprechend wieder staatlich steuern.

Wer private Unterstützung sucht, findet diese inzwischen zumeist im Internet. "Crowd-Funding", bei dem eine große Zahl von Privatpersonen Kleinstbeträge spendet, ist stark im Kommen.

Frankreich: Mikro-Kredite als Basis der Förderungen von Existenzgründungen

In Frankreich ist fast genau das Gegenteil der Fall, was beachtlich ist, da der französische Staatssektor wesentlich größer als der deutsche ist. Zwar gibt es in Gestalt der OSEO eine staatlich gelenkte Mittelstandsbank, die Gründungen befördern und insofern ein Pendant zur KfW darstellen soll. Allerdings interessiert sich diese vor allem für ausländische Gründer. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Programm "EuroQuity", das unter der Leitung der OSEO steht. Dieses richtet sich offiziell an deutsche und französische Gründer, die im jeweils anderen Land aktiv werden wollen. Faktisch buhlt das Programm aber vor allem um Deutsche, die nach Frankreich kommen sollen.

In Frankreich sind hingegen die Mikrokredite von herausragender Bedeutung, um vor allem die heimischen Gründer zu unterstützen. Sinnbild hierfür ist die 1989 gegründete gemeinnützige Stiftung Adie, die mittlerweile über 100 Zweigstellen hat und mehr als 10.000 Kleinkredite bis 25.000 Euro an Arbeitslose vergibt. Diese bekommen zudem auch eine Schulung und lernen, die innerbetrieblichen Abläufe richtig zu organisieren. Die Gelder für die Mikokredite kommen ganz überwiegend aus privater Hand.

Fazit

Die Fördermöglichkeiten beider Länder sind auf unterschiedliche Zeiten ausgerichtet: Deutschland kann durch die staatliche Lenkung vor allem in Zeiten der Krise helfen. Die Existenzgründungen sind hierzulande ein Werkzeug, um aus der Krise herauszufinden. In Frankreich erkaltet in Krisenzeiten der Zufluss von privatem Kapital und die Förderungen werden knapp. Hier sind die Gründungen vor allem als Werkzeug gedacht, um eine Phase wirtschaftlicher Stärke abzusichern und zu verlängern.

Bildquelle: crestock.de