Connexion-Emploi

Die führende deutsch-französische Jobbörse

Muster eines französischen Lebenslaufes als Vertriebsleiter: 5 Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung

Wir nehmen im Folgenden einmal den französischen Lebenslauf eines Vertriebsleiters unter die Lupe und geben Ratschläge, wie dieser Lebenslauf verbessert werden und an die speziellen Anforderungen dieser Branche angepasst werden kann.

Muster eines französischen Lebenslaufes für Vertriebsleiter herunterladen

Der erste Eindruck: Insgesamt ist dieser Lebenslauf problematisch, denn er listet fast nur Ergebnisse auf und lässt dabei die Mittel, die zu den Ergebnisse geführt haben, weg. Doch gerade die sind für den Personalverantwortlichen sehr aufschlussreich und interessant.

1. Nicht nur auf den kaufmännischen Aspekt konzentrieren

Für eine Stelle als kaufmännischer Direktor zeigt der Lebenslauf sehr viele konkrete Erfolge. Das ist zunächst einmal etwas sehr Gutes. Allerdings gewinnt man rasch den Eindruck, dass hier nur das Resultat zählt. Dabei werden die Methoden, die zu den Ergebnissen geführt haben, außer Acht gelassen. Die Erfolge und Ergebnisse von Arbeitsschritten aufzuzeigen, ohne auf die Schritte selbst einzugehen, ist kontraproduktiv.

Es werden beispielsweise viele "erfolgreiche Geschäfte" (affaires gagnées) mit den dazugehörenden Umsatzzahlen aufgeführt. Dafür sagt der Lebenslauf aber nichts darüber, wie diese Ziele erreicht wurden, stattdessen gibt es nur abstrakte Andeutungen zu den Methoden. Es geht natürlich nicht darum, in allen Details die Wege zum Erfolg dazustellen, aber solche Zahlen müssen mit einer minimalen Angabe zu den Methoden nachvollziehbar gemacht werden.

Daneben hat es den Anschein, als sollte jeder einzelne Erfolg aufgeführt werden, selbst jene, die sehr lange zurückliegen und für den Personaler nur wenig oder keine Bedeutung haben. Ihm sind die jüngeren Resultate wichtiger. Zu den eher verwirrenden Elementen dieses Lebenslaufes gehört zum Beispiel, dass einer Berufserfahrung zwischen 1990 und 1995 sehr viel Bedeutung beigemessen wird. Die derart überzogene Gewichtung eines Punktes führt paradoxerweise oft dazu, dass Personaler genau diesen Punkt abwerten und relativieren.

2. Nicht zu viel und nicht zu wenig sagen

Das Problem wird noch deutlicher dadurch, dass die ohnehin schon überrepräsentierten Resultate dann noch einmal im Lebenslauf wiederholt werden. So gibt es einen Abschnitt mit dem Titel "Erfolge/Erfahrungen" (résultats obtenus / expériences). Das zeigt, dass hier wirklich Wert auf eben diese Erfolge gelegt wird.

Das Problem: Dadurch erreicht man oft genau das Gegenteil von dem, was man sich wünscht. Indem die Erfolge in einen eigenen Abschnitt gepackt sind, werden sie isoliert und dadurch geschwächt. Der Personaler kann mit diesen Ergebnissen nichts anfangen, weil sie nicht in einem Kontext stehen, er kann sie also nicht einordnen.

Es ist nicht nötig, die schon einmal erwähnten Erfolge und Ergebnisse noch einmal zu erwähnen. Setzen Sie besser Aufzählungszeichen ein, um die Ergebnisse nach ihrer Bedeutung abgestuft aufzulisten.

Dies wird umso deutlicher, als es auch einen anderen Abschnitt mit dem Titel "Kompetenzen/Profil" gibt, der wiederum viel zu wenig Informationen enthält. Dinge wie Angebote und Verträge aushandeln, Budgets handhaben oder Rechenschaftsberichte ablegen gehören doch fundamental zu den Aufgaben des Bewerbers als Vertriebsleiter. Leider bekommt man trotz der 23 Jahre Erfahrung nicht den Eindruck, dass der Bewerber diese grundlegenden Aufgaben wirklich beherrscht.

3. Zeigen Sie Ihre Anpassungsfähigkeit

Die Überbetonung des Geschäftlichen weckt den Eindruck, als zählten einzig die Ergebnisse, egal, welche Folgen die ausgeführten Handlungen nach sich ziehen. Auf dem Erfahrungsniveau des Bewerbers ist dieser amerikanische Ansatz nicht immer angemessen für französische Personalverantwortliche, die deutlich mehr Wert darauf legen, dass der Kandidat zur Unternehmenskultur passt.

Der Personaler könnte so den Eindruck gewinnen, dass der Bewerber mit einem solchen Lebenslauf den Betrieb deutlich stört, indem er seine eigenen Methoden um jeden Preis durchsetzen will.

Wenn der Personaler nur auf die Ergebnisse schaut, ohne die Methoden dahinter zu beleuchten, dann kann er am Erfolg des Bewerbers im Unternehmen zweifeln. Oder aber, er fragt sich womöglich, ob die Methoden des Bewerbers mit der Kultur des Unternehmens zusammenpassen.

Und da er nicht weiß, wie diese Methoden aussehen, kann es passieren, dass der Personaler fürchtet, mit dem Kandidaten womöglich ein störendes Element in den Betrieb zu holen, was er natürlich vermeiden will. Das passiert sehr oft, speziell, wenn man sich auf einen Posten in einem Unternehmen bewirbt, das eine andere Größe hat als das bisherige, oder wenn die neue Firma eine sehr ausgeprägte Unternehmenskultur hat.

4. Sagen Sie genau, was Sie wollen

Wo befindet sich der Bewerber im Moment? Diese Frage kann man sich stellen, da die Karriere offenbar zwischen 2008 und 2011 etwas stagnierte. Die letzte Mission ist eher schwach und wird auch weniger hervorgehoben als die anderen. Das Ergebnis: Das Fehlen von Einzelheiten weckt den Eindruck, dass es keinen wirklichen Fortschritt gab und der Bewerber in dieser Zeit beruflich etwas auf der Stelle getreten ist. In anderen Worten: Der Lebenslauf erweckt fälschlicherweise den Eindruck, der Bewerber habe seine Grenzen erreicht.

Stattdessen sollte der Bewerber seine letzten Erfahrungen ausbauen und weniger Gewicht auf die länger zurückliegenden Stationen legen. Denn schließlich geht es um die Frage, was das aktuelle Ziel ist. Es ist gleichermaßen unschön, dass der Abschnitt "Ausbildung" einige Probleme bereithält. Warum gibt es einen Abschluss in Aeronautik? Außerdem wird die blaue Zeile im Titel des Lebenslaufes wiederholt. Warum? Das ist alles nicht klar.

5. Bringen Sie Ihren Lebenslauf in Form

Dieser Lebenslauf sieht etwas billig aus, was unter anderem am Format liegt. Dies verleiht dem Kandidaten keinen sehr professionellen Eindruck. Grund sind der übermäßige Gebrauch von grafischen Elementen, also Aufzählungszeichen, Farben, Unterstreichungen, fette Schrift und vieles andere.

Nutzen Sie Aufzählungszeichen zum Beispiel, um bestimmte Punkte zu gewichten, und nicht einfach als Mittel, Informationen am Stück aufzulisten.

Da der Lebenslauf etwas unordentlich herüberkommt, entsteht der Eindruck, der Verfasser lege nicht sonderlich viel Wert darauf, wie er Dinge präsentiert. Ein schlichteres, moderneres Layout mit weniger grafischen Elementen unterstreicht außerdem, dass der Bewerber wirklich in der aktuellen Zeit lebt.

Mehr Artikel zum Thema: