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Höflichkeitsformen in einer französischen Bewerbung: Wie man in Frankreich Türen öffnen kann

Falsche, unbeholfene oder übertriebene Formulierungen: nicht selten sind Bewerbungsanschreiben voller Fehler. Nicht zuletzt scheitern viele Bewerbungen schon an falschen Ausdrücken oder an mangelhafter Rechtschreibung. Hier finden Sie daher einige nützliche Hinweise, wie Sie besonders häufige Fallen in französischen Anschreiben umgehen.

Fehler Nr. 1: Abkürzungen von Anredeformen

Wenn wir in der Sprache Molières schreiben, dann gelten folgende Regeln:

  • Monsieur wird immer mit M. abgekürzt, niemals mit Mr o.ä. 
  • im Plural kürzt man die Messieurs schlicht durch MM. ab
  • aus Madame wird in der Kurzform Mme, ohne Punkt
  • und die Mesdames werden ganz einfach zu Mmes

Bei einem gelungenem Anschreiben sollte der Anredekurzform stets der Familienname der angeschrieben Person folgen, oder, wenn man den Namen nicht kennt, ihre Funktion. In letzterem Falle, erklärt Proficoach Pierre Dernier, ist es natürlich wichtig darauf zu achten, ob die angesprochene Person ein Mann oder eine Frau ist, denn je nachdem muss die entsprechende Form gewählt werden. So schreibt man also: "Madame la directrice des ressources humaines" (Sehr geehrte Frau Direktorin) und nicht "Madame le directeur" (Sehr geehrte Frau Direktor).

Fehler Nr. 2: À l'intention de...

Dies ist ein häufig gemachter Fehler, der wahrscheinlich deshalb so oft vorkommt, weil die beiden Formulierungen sehr ähnlich klingen. Sie sind aber dennoch sehr verschieden. Denn für das "zu Händen von" in der Anschrift muss es "à l'attention de" heißen, und nicht "à l'intention de". Das Letztere nämlich weist eher auf eine beabsichtige Maßnahme hin und bedeutet daher soviel wie: "für" oder "zu Ehren von". Wir unterscheiden also zwischen "à l'attention du directeur commercial" (zu Händen des kaufmännischen Leiters) und "J'ai rédigé ce rapport à l'intention des collaborateurs de mon service" (Ich habe diesen Bericht für meine Mitarbeiter verfasst).

Fehler Nr. 3: Être gré

Auch Führungskräfte benutzen häufig diesen falschen Ausdruck. Wie Claire Romanet, Chefin des Personalvermittlungsbüros Elaee sagt, kann die Verwendung dieses Begriffs gerade für Stellen, in denen eine gute schriftliche Ausdrucksfähigkeit verlangt wird, hinderlich sein. Die Redewendung, durch die man Dankbarkeit ausdrückt, lautet "savoir gré". In einem Bewerbungsschreiben muss es also heißen: "Vous pourrez juger de mes aptitudes relationnelles lors de l'entretien que je vous saurais gré de m'accorder."

Fehler Nr. 4: Remercier pour avoir

Viele Bewerber haben Schwierigkeiten, zwischen den Präpositionen "de" und "pour" zu unterscheiden. Um zu vermeiden, dass Ihre Bewerbung im Papierkorb landet, behalten Sie am besten folgende einfache Regel im Kopf: Wenn dem Verb "danken" ein Infinitiv folgt, benutzt man die Präposition "de". Beispiel: "Je vous remercie de prendre ma candidature en considération / d'avoir accepté de me recevoir".

Auf der anderen Seite: Wenn sich das Verb "danken" auf ein zählbares Substantiv bezieht, folgt ihm die Präposition "pour". Beispiel: "Je vous remercie pour les précieux conseils délivrés en entretien."

Fehler Nr. 5: Je vous prie d'agréer l'assurance de mon infinie bienveillance

Sie mögen lyrische Abschiedsfloskeln? Sie bitten den Personaler, den Ausdruck tiefster Hochachtung anzunehmen? Wahlweise auch die Versicherung Ihres unendlichen Wohlwollens? Anstatt sich in Huldbezeugungen zu ergehen, ist es am besten, einfache und schlichte Formulierungen zu wählen. Wenn Sie Ihr Anschreiben mit einem positiven Schlusswort beenden möchten, ist es am besten, sich mit der freundlichen Bitte um ein Treffen zu verabschieden. Zum Beispiel so: "Me tenant à votre disposition pour un prochain entretien, je vous prie d'agréer, Monsieur Durand, mes cordiales salutations."

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