Wie die Generation Y in Frankreich mit der Arbeitskrise umgeht

Generation Y in FrankreichWie die sogenannte "Generation Y", das sind die zwischen 1980 und 1990 geborenen, mit der Wirtschaftskrise umgeht, darin unterscheiden sich die Franzosen und die Deutschen. Wo die deutsche "Generation Y" selbstbewusst und anspruchsvoll ist, vom Wirtschaftsboom und der positiven Wirkung des Demografiewandels profitiert, sind die Franzosen sprunghafter und identifizieren sich nicht sehr mit ihrem Arbeitgeber.

Junge französische Arbeitnehmer sprunghaft

In Zeiten der Krise sind die jungen Leute viel pragmatischer geworden und machen, um einen Job zu finden, viele Kompromisse. Trotzdem haben sie sich ihre Erwartungen noch lange nicht abgeschminkt und zögern nicht, auch zur Konkurrenz zu gehen, wenn sich dort bessere Optionen eröffnen.

Verträumt und planlos sind die jungen Leute von heute sicher nicht. Nach der jüngsten Umfrage des Cabinet PwC mit einer Stichprobe von 4364 Absolventen aus 75 Ländern, ist die "Generation Y" heute viel realistischer und geht allgemein sehr strategisch vor, um einen Job zu finden. In den heutigen Krisenzeiten haben sie offenbar die Spielregeln verstanden und gelernt Zugeständnisse an ihre Arbeitsstelle zu machen und die eigenen Erwartungen erst einmal zurückzustellen. So erklären 72% der Befragten, dass sie bei ihrem Job Kompromisse eingegangen sind.

Fast ein Drittel (32%) machen dabei bei ihren Gehaltsvorstellungen Abstriche. Fast 36% der jungen Franzosen geben sich mit einem zu geringen Gehalt zufrieden. 17% haben den geografischen Radius für ihre Suche nach Arbeit erweitert und 15% arbeiten nicht in dem Bereich, den sie sich ursprünglich vorgestellt haben. Das ist auch der Fall bei einem von 5 jungen Franzosen zu (22%). 14% der befragten jungen Absolventen weltweit und 19% der junge Franzosen haben einen Job, für den sie entsprechend ihrer Ausbildung zu überqualifiziert sind. Kurz: Man träumt nicht mehr von einem idealen Job, sondern man geht einen Mittelweg, einfach um eine Arbeit zu haben.

Locken mit Karrierechancen

Zugeständnisse an den Job zu machen bedeutet aber noch lange nicht, die eigentlichen beruflichen Ziele komplett aufzugeben. Die hohen Erwartungen an die Karriere bleiben. Die jungen kompromissbereiten Berufseinsteiger verlangen dafür von ihrem Arbeitgeber Gegenleistungen in Form von Angeboten, damit die Arbeitsstelle für sie trotzdem attraktiv ist. Wie zum Beispiel interessante berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Für 52% der Befragten ist die Chance, sich auf der Karriereleiter nach oben bewegen zu können, sehr wichtig, um erst einmal gewisse Zugeständnisse auf sich zu nehmen. Diese Möglichkeiten sollte das Unternehmen also bieten. Mehr als die Hälfte (51%) wünschen sich ein regelmäßiges Feedback zu ihrer Arbeit, damit sie einschätzen können, wo sie stehen. "Sie erwarten, dass sie von ihrem Vorgesetzten in ihrer persönlichen Entwicklung unterstützt werden", ergänzt die Studie.

Treue zum Arbeitgeber bei jungen Arbeitnehmern nimmt ab

Eine weitere wichtige Rolle spielt für 44% der Teilnehmer der Studie das Gehalt. Gefolgt von Weiterbildungsmöglichkeiten im Rahmen des Jobs (für 35% der Befragten). Die jungen Absolventen in Frankreich ziehen hingegen ein gutes Gehalt (55%) den beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten etwas vor (54%). Weiterbildungsmöglichkeiten sind nur für 20% der Franzosen wichtig. Diese Dinge sollte man als Arbeitnehmer mindestens anbieten, bedenkt man die Sprunghaftigkeit der "Generation Y"... Kaum haben die jungen Arbeitnehmer ein besseres Angebot in Aussicht, wechseln sie einfach zu einem anderen Unternehmen. Und die Krise und die Anstrengungen einen guten Job zu finden unterstützen sie in dieser Haltung. 

Noch 2008 waren 75% der jungen Absolventen der Meinung, sie würden im Laufe ihres Lebens höchstens 2 bis 5 Arbeitgeber haben. 2011 gehen davon nur noch 54% aus. Mehr als ein Viertel glaubt, dass sie mindestens 6 verschiedene Arbeitsstellen haben werden (gegenüber 10% im Jahr 2008). Die jungen Franzosen sind da noch ein wenig "treuloser": 38% von ihnen gehen davon aus, dass sie mehr als 6 Arbeitgeber haben werden. Und sie sind ständig dabei, sich nach neuen Jobmöglichkeiten umzugucken. 38% der zur Zeit angestellten Befragten sind auf aktiver Stellensuche und 43% sind generell für berufliche Veränderungen offen.

Mehr zum Arbeitsmarkt für Absolventen in Frankreich:

Guide du commentaire

blog comments powered by Disqus