Veränderte Arbeitsanforderungen: Trends und Tipps

Veränderte Arbeitsanforderungen Trends und TippsDas Leben ist immer schnelllebiger und immer mehr von Hektik und Stress geprägt. Gerade im Job äußert sich das in veränderten Ansprüchen: Die Erwartungen an die Leistungen der Mitarbeiter steigen. Doch was genau sind derzeitige Trends im Berufsleben? Und wie wirken sie sich auf die Menschen aus? Viele Arbeitnehmer leiden unter dem wachsenden Stress bei der Arbeit.

Arbeiten im Zeitalter der Beschleunigung: Trends

In Zeiten der Beschleunigung der Gesellschaft ist es kein Wunder, dass die Erwartungen an die Leistungen im Job zunehmen. Durch Trends wie die Digitalisierung und die Globalisierung hat sich das Berufsleben verändert.

Veränderte Arbeitsanforderungen Arbeitstempo

Arbeitstempo, Arbeitsqualität, Arbeitsquantität:

Schneller, besser, mehr - Von vielen Angestellten wird erwartet, dass sie schneller arbeiten, um eine höhere Quantität an Leistung zu schaffen. In der Industrie betrifft das zum Beispiel die gefertigte Stückzahl. Denn je mehr Teile produziert werden, umso mehr Umsatz macht das Unternehmen. Doch auch der Anspruch an die Qualität der Arbeit steigt. Manche Menschen können jedoch nicht schneller arbeiten, ohne dass die Qualität nachlässt. Aus dem Grund steigt die Anzahl an Überstunden, um dennoch ein höheres Arbeitsquantum zu schaffen. Laut einer Jobstudie von StepStone arbeitet jeder Zehnte mehr als zehn Stunden täglich: Pausen werden durchgerackert, und auch am Wochenende arbeiten viele, um das Pensum noch zu bewältigen. Einige gehen sogar zur Arbeit, wenn sie krank sind, um nicht noch mehr in Verzug zu geraten.

Arbeiten im internationalen Umfeld:

Auch die Anforderungen an die Mobilität der Arbeitnehmer steigen: Immer häufiger müssen sie zu ihrer Stelle pendeln. Auch Geschäftsreisen gehören für viele Fachkräfte zum Berufsalltag. In manchen Fällen wird zudem erwartet, dass sie kurzzeitig für den Job umziehen - teilweise sogar ins Ausland. Wird zum Beispiel im Ausland eine neue Filiale des Unternehmens eröffnet, werden oft interne Mitarbeiter als Filialleiter eingesetzt. Das erfordert nicht nur Flexibilität und Mobilität, sondern beeinflusst auch das Familienleben von Angestellten. Mit der Internationalisierung des Arbeitsmarktes einher geht auch die steigende Anforderung an Sprachkenntnisse der Beschäftigten. 20 Prozent der Befragten der StepStone-Studie sprechen beruflich mindestens zwei Stunden am Tag in einer Fremdsprache. Doch es kommt nicht allein auf die Sprache an sich an: Interkulturelle Unterschiede in der Kommunikation führen oft zu Missverständnissen. Daher müssen Mitarbeiter, die im Ausland beschäftigt sind, nicht nur die Sprache, sondern auch das Kommunikationsmodell des Landes kennen.

Arbeiten im Zeitalter der Digitalisierung

Arbeiten im Zeitalter der Digitalisierung:

Auch die Digitalisierung hat einen erheblichen Einfluss auf die Ansprüche, die an Fachkräfte gestellt werden. Angestellte müssen über ein ausgeprägtes Digitalwissen verfügen und nicht nur gut mit verschiedenen EDV-Programmen wie Word und PowerPoint umgehen können, sondern sich auch mit dem Internet und sozialen Netzwerken auskennen. Für die „Digital Natives", die im digitalen Zeitalter aufgewachsen sind, ist das meistens kein Problem. Doch ältere Menschen tun sich häufig schwer mit Computern und Smartphones.
Darüber hinaus verändert die Digitalisierung den Berufsalltag, denn sie ermöglicht eine ortsunabhängige und flexiblere Form der Arbeitsgestaltung. Dadurch kann theoretisch zwar mehr geleistet werden, in der Praxis erhöht das jedoch den Leistungsdruck auf die Beschäftigten: Aufgrund von Smartphones sind sie ständig erreichbar, fühlen sich verpflichtet, auch in ihrer Freizeit auf E-Mails zu antworten und können daher nur schlecht abschalten.

Mit den veränderten Anforderungen umgehen: Tipps

Die zunehmenden Erwartungen an die Leistung wirken sich auf die Arbeitnehmer aus. Viele fühlen sich überfordert und leiden unter den hohen Anforderungen. Stress beim Job kann auf Dauer krank machen. In immer mehr Berufsgruppen kommt es zu Burn-out-bedingten Arbeitsausfällen. Was können Angestellte also tun, um mit den veränderten Ansprüchen klarzukommen?

Tipp 1: Gutes Zeitmanagement entwickeln und Prioritäten setzen. Wer nicht weiß, wo er anfangen soll, weil so viel zu tun ist, sollte seine Aufgaben besser planen. Mit einer To-Do-Liste werden keine Aufgaben mehr vergessen. Doch es reicht nicht, eine ellenlange Liste zu schreiben, was alles noch erledigt werden muss, denn das setzt viele zusätzlich unter Druck. Wichtig ist es, bei den einzelnen Aufgaben Prioritäten zu setzen, zum Beispiel mithilfe der Eisenhower-Matrix, bei der Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit priorisiert werden. Zusätzlich können die Aufgaben mit den Deadlines in einen Kalender eingetragen werden, um den Überblick zu behalten.

Tipp 2: Genügend Pausen einlegen. Auch, wenn viele denken, dass die Pause durchzuarbeiten ihnen hilft, ihr Arbeitspensum zu schaffen: Es ist wichtig, regelmäßig Pausen einzulegen. Denn in der Mittagspause können Mitarbeiter abschalten, frische Luft schnappen und sich bewegen, und bekommen so den nötigen Abstand, um nach der Pause wieder erholt durchzustarten. Auch kürzere Kaffee- oder Smalltalk-Pausen zwischendurch wirken dem Gefühl der Überforderung entgegen.

Mit den veränderten Anforderungen umgehen Tipps

Tipp 3: Nein sagen und delegieren. Selbst übermotivierte Leute schaffen nicht alles alleine. Daher müssen die Beschäftigten nicht jede Aufgabe annehmen, sondern können sich auch trauen, mal Nein zu sagen. Wem es zu viel wird, kann daher auch Hilfe von Kollegen annehmen oder Aufgaben an diese delegieren.

Tipp 4: In der Freizeit abschalten. Die Freizeit ist dazu da, Abstand vom Job zu bekommen. Also: Handy ausschalten, um nicht ständig erreichbar zu sein! Es ist wichtig, die freie Zeit bewusst für sich zu nutzen. Mithilfe von Meditation oder Yoga kann Stress sehr gut abgebaut werden. Auch ein spannendes Hobby ist ein guter Ausgleich zum Beruf. Allerdings sollte es Spaß machen und nicht als zusätzliche Belastung empfunden werden. Wer nach der Arbeit auch noch gestresst ist, weil er für den Sprachkurs üben muss, kann nicht abschalten.

Tipp 5: Die Ansprüche herunterschrauben. Viele Menschen sind perfektionistisch veranlagt und würden am liebsten immer 150 Prozent geben. Damit das aber nicht zur Belastung wird, sollten sie sich überlegen, ob das wirklich immer nötig ist. Auch ein Gespräch mit dem Chef kann helfen, wenn dessen Erwartungen zu hoch sind und unmöglich erfüllt werden können.