Gibt es bald Lehrermangel in Deutschland und Frankreich?

ParisBerlin_LehrermangelIn beiden Ländern sinkt die Zahl der Lehrkräfte. In den Ruhestand gehende Lehrer/innen werden nicht ersetzt und dem Nachwuchs fehlt zusehends die Motivation.


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Frankreich und Deutschland befinden sich in der gleichen heiklen Lage: in beiden Ländern herrscht Lehrermangel. Rechts des Rheins ist die Situation schlimmer, dort sind 20 000 Stellen unbesetzt. Eine Ursache dafür ist das schlechte Personalmanagement der Länder. Jahrelang haben die Kultusbehörden nicht genügend Lehrkräfte eingestellt, so dass heute der Nachwuchs fehlt. Ein anderer Grund ist das nachlassende Interesse an diesem Beruf.
In beiden Ländern wurde das Ansehen der Lehrer von den Medien und von den Politikern selbst zusehends beschädigt. In Deutschland werden immer weniger Lehrkräfte verbeamtet und müssen sich mit den weniger vorteilhaften Angestelltenstatus zufrieden geben. In Frankreich sind die geringen Anfangsgehälter kein echter Anreiz für junge Menschen mit Hochschulabschluss.

Außerdem werden sie durch die Aussicht abgeschreckt, ihre Karriere an einer Problemschule beginnen zu müssen. Ohnehin ist dieser Beruf nicht einfach: wachsende Gewalt, überfüllte Klassen, eine hohe Arbeitsbelastung auch außerhalb der Unterrichtsstunden - und für all das gibt es kaum Anerkennung. Wird die Schule von morgen also ohne Lehrer funktionieren? Nähern wir uns der Cyber- Schule? Die Fachleute sind davon überzeugt, dass der Computer nie den menschlichen Kontakt ersetzen wird. Aber natürlich muss sich auch dieser Beruf weiterentwickeln. Zwar sind die Schülerinnen und Schüler heute selbständiger, aber sie brauchen immer noch eine Leitfigur. Die modernen Informations- und Kommunikationsmittel funktionieren nur, wenn sie unter der Anleitung qualifizierter Lehrkräfte benutzt werden. Der Lehrerberuf ist dabei sich gründlich zu verändern und deswegen sollte auch sein Image wieder aufgewertet werden. Stoßseufzer einer jungen deutschen Lehrerin: „Alle wollen meine Ferien, aber keiner will meinen Job."