Beschäftigung für die Generation 50 plus: Deutschland ist Vorreiter, Frankreich hinkt hinterher

Beschäftigung für die Generation 50 plusIn Frankreich hat nur eine von zwei Personen zwischen 55 und 64 Jahren Arbeit und damit hinkt das Land vielen anderen europäischen Ländern hinterher. Dagegen steht Deutschland vor einer ganz anderen Herausforderung beim Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmer: Die Deutschen werden immer älter und müssen in Zukunft damit auch länger arbeiten.

Beschäftigungsquote der 55 bis 64-jährigen Europäer erhöhen

Das auf einem Sondergipfel verabschiedete Programm "Lissabon-Strategie" aus dem Jahr 2000 hatte unter anderem die Absicht die Beschäftigungsquote der 55 bis 64-jährigen im europäischen Wirtschaftsraum innerhalb von 10 Jahren deutlich zu erhöhen, das Ziel waren 50%.

Das hat Frankreich 10 Jahre später mit etwa 40% fast erreicht (39,7%), wie aus einer Mitteilung der Pariser Industrie- und Handelskammer hervorgeht und hat damit die ursprüngliche Beschäftigungsquote von 29,4% deutlich steigern können. Ähnlich wie die benachbarten europäischen Länder. Hier lag die durchschnittliche Erwerbstätigenquote der 55 bis 64-jährigen im Jahr 2000 bei 38% und zehn Jahre später bei 46,3%. Die ursprüngliche Vorgabe von 50% wurde also auch hier nicht erreicht.

Europa scheint in dieser Angelegenheit in zwei Hälften geteilt zu sein: Die eine Hälfte sind die skandinavischen, deutschsprachigen und britischen Länder und die andere Hälfte Länder im Süden und Osten Europas. Dies geht aus der Untersuchung hervor. Die Beschäftigungsquote liegt für die 55 bis 64-jährigen in Deutschland beispielsweise sogar bei 54%! Die Situation in Frankreich entspricht dagegen eher der in den südlichen Ländern Europas und rangiert auf Platz 20 von 25.

Ile de France ist der Spitzenreiter bei der Beschäftigung

In Frankreich gibt es gute und schlechter entwickelte Regionen. Der Pariser Großraum (Ile de France) schneidet mit einer Beschäftigungsquote bei älteren Arbeitnehmern mit 46,7% in Frankreich am besten ab. Sie übertrifft um 6 Prozent-Punkte die wirtschaftlich zweitstärkste Region, Rhône-Alpes. Im Gegensatz dazu erreichen die Regionen Nord-Pas-de-Calais (32%) und Poitou-Charente (30%) die schlechtesten Werte. Für den Autor der Untersuchung erklärt sich diese Differenz durch den Zusammenhang der Erwerbstätigenquote der älteren Arbeitnehmer und ihrem Bildungsniveau, das vor allem in Regionen um Großstädte besonders hoch ist. Allerdings ist auch eine andere Erklärung denkbar. 

Abwanderung der jungen Rentner in die Provinz

Es gibt in der Tat viele Rentner in Frankreich, die beispielsweise die Ile-de-France verlassen, wenn sie erst einmal das Rentenalter erreicht haben, um sich einen schönen Lebensabend in angenehmeren Regionen zu machen. So lässt sich auch erklären, dass die Beschäftigungsquote auf dem Land künstlich ansteigt, während sie in anderen Regionen abfällt.

Weitere Informationen zu diesem Thema: La Grande Nation wird größer, die Deutschen weniger