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Wo kann man in Frankreich sein Bankkonto eröffnen?

3. August 2010

Erfahrungsbericht und gute Tipps, nach welchen Kriterien in Frankreich die Auswahl der Bank erfolgen sollte. Auch interessant für diejenigen, die ihre Bank wechseln möchten. Oder kommt man dabei eh nur vom Regen in die Traufe?

Neukunde oder unzufriedener Kunde, der wechseln möchte?

Leider stimmt meine persönliche (schlechte) Erfahrung mit dem Artikel der Ausgabe des Verbrauchermagzins "Que choisir" überein:

  • schlechte oder keine Beratung
  • überteuerter Service
  • unübersichtliche Preisgestaltung
  • man versucht mit kleinen Services die monatlichen Kosten unnötig aufzublähen

Nicht jede Bank verlangt für den gleichen Service den gleichen Betrag; es gibt keine einheitlichen Preise und das macht die Auswahl der Bank um so schwieriger. Man könnte meinen, dass die Banken gemeinsam ein undurchsichtiges Netzwerk aus Preisen stricken, so dass ihre Kunden die Lust am Wechsel verlieren.

Was also tun?

Sich bei Freunden und Bekannten informieren ist ein guter Anfang. Leider stellte sich bei meinen "Nachforschungen" heraus, dass jeder irgendwie unzufrieden ist, aber da es die Bank der "Familie" ist, wird nicht gewechselt - aus Angst ein Kredit werde bei der neuen Bank nicht genehmigt und man könne weniger verhandeln.

Das eigene Profil analysieren. Ein guter Tipp ist die Postbank, wenn man die Sicherheit hat, nicht sein Konto zu überziehen und des weiteren auf eingezahlte Cheques warten kann (die Einzahlung per Cheque dauert bis zu einer Woche). Andere Banken sind toleranter mit der Kontoüberziehung, nehmen aber saftige Überziehungsgebühren. Leider haftet der Postbank teilweise noch ein schlechter Ruf an. Früher war die Post verpflichtet, Kunden zu nehmen, denen bei anderen Banken das Konto gesperrt wurde.

Wichtig ist die freundliche Beratung. Der Service bei einer Kontoeröffnung wird immer seltener. Im April 2005 waren die Angestellten des Credit Agricole im Streik, da ihr Gehalt reduziert wird, die Provisionen pro verkauften Service aber erhöht werden. Das führt dazu, dass der Service der Banken immer schlechter wird. Die Berater bekommen bis zu 40% Provision an verkauften Zusatzversicherungen oder Zusatzleistungen und sind kaum noch an der Erföffnung eines Kontos interessiert. Diese Massnahmen sind umso unverständlicher, da die französischen Banken letztes Jahr ihre Gewinne nochmal gesteigert haben. Gewinnsteigerung um 24,1% = 4,6 Milliarden Euro für 2004.

Beispiel BNP Paribas: snuipp.fr

Ich bin bei der BNP Paribas. Weshalb?

Eigentlich aus rationalen Gründen, die man in Frankreich auf keinen Fall ausschliesslich als Auswahlkriterium nehmen sollte.
Mein Grund: BNP Paribas und die Deutsche Bank sind in der World Bank Group. Von dem französischen Automaten kann ich also kostenlos Geld von meinem deutschen Konto abheben und vice versa. Lohnt sich also nur für Leute, die auf Dauer Einkommen auf ihr deutsches Konto bekommen. Wenn die Hausbank die Benutzung des eigenen Automaten kostenfrei gestattet, darf diese auch bei anderen Instituten keine Gebühren nehmen. So erlaubt z.B. die „Société Générale" (SG) bis zu vier oder acht Abhebungen im Monat am Automaten. Ganz gleich in welchem europäischen Land oder bei welchem Geldinstitut. Ansonsten sind z.B. internationale Überweisungen nicht mehr teuer; seit 2003 dürfen sie nicht teurer als eine Inlandsüberweisung sein (nicht alle Banken halten sich bereits daran, bei Problemen kann man sich an die Clearingstelle Deutschland wenden ). Man sollte sich auf jeden Fall die IBAN- und Swiftnummer des Partners geben lassen. Dann kostet z.B. eine Überweisung bei der SG 3,50 Euro bei Gebührenteilung bzw 7 Euro, wenn alle Gebühren übernommen werden.

Ich zahle 8,20 pro Monat für meine Visa Electron Carte (wird nicht als "echte" Kreditkarte anerkannt), eine Versicherung bei Diebstahl und den "Esprit Libre". "Esprit Libre" nennt sich der Service, der Überweisungen vereinfacht, sei es per Telefon oder Internt. Ich "musste" diesen Service nehmen und zahle zusäztlich pro Tag, an dem ich mein Onlinekonto in Anspruch nehme, 50 Cents.

Kleine Agenturen bevorzugen Das kann auch eine Agentur einer grossen Bank sein. Es sollten grosse Agenturen in der Innenstadt vermieden werden, da dort das Gefühl der Massenabfertigung entstehen kann und die Angestellten sich weniger Zeit nehmen können. Gerade wenn man neu in Frankreich ist und die Sprache noch nicht so gut beherrscht, ist es wichtig, dass der/die "Conseiller" (BeraterIn) sich Zeit nimmt und alles genau erklärt.

Das Wichtigste: Der/Die richtige BeraterIn Wichtig in Frankreich ist vor allen Dingen das Verhältnis zu dem persönlichen "Conseiller" (BeraterIn). Ich bin seit 2 Jahren bei der BNP Paribas und erst vor kurzem hatte ich das Glück, auf eine Beraterin zu treffen, die mir alles genau erklärte.

Je nach Bank sind die Konditionen verschieden und man kann natürlich versuchen, pro Monat einige Euros zu sparen. Es ist aber wirklich empfehlenswert, die Bank nach dem Feeling mit dem Conseiller auszusuchen, besonders für Studenten, die nicht immer ein regelmässiges Einkommen haben. Auch wenn das natürlich keine Garantie auf ewig bietet... Dennoch kann beim nächsten Wechsel des Zweigstellenleiters der conseiller bei jedem Kundenwunsch in Panik geraten.

Das legt sich meistens nach ca. 3 - 4 Monaten. Entweder steht man die Periode durch oder aber man wechselt, wird dann aus dem gleichen Grund aber auch öfter wechseln müssen.

In diesem Fall sollte man vor allem die Broschüre mit den Preisen genau durchlesen und die Fallstricke beachten. Einige Banken wie z.B. die CIC verlangte bis vor einiger Zeit bis zu 100 Euro Gebühren für die Kontoauflösung. Und dann kann es passieren, dass man vom Regen in die Traufe garät.

Wie am Anfang schon angedeutet, verkaufen die Banken gerne aufgeblähte Pakete. Darin sind dann bis zu drei Cheque de Banque de France pro Jahr kostenlos möglich. Diese Schecks sind von der Nationalbank gegengezeichnet und werden nur bei grossen Anschaffungen wie Auto oder Haus benötigt. Und wer kauft schon jeden Monat ein Haus und zwei Autos?

Und noch ein letzter Hinweis in eigener Sache

Andere Länder, andere Sitten. Bestimmte usi, die in Deutschland normal sind, sind in Frankreich nicht möglich, wie z.B. einen Scheck sperren lassen, wenn man mit dem Lieferanten unzufrieden ist und Druck erzeugen möchte. Andere Dinge sind wiederum wesentlich einfacher, wie z.B. einen Betrag, der mit Kreditkarte gezahlt wurde zurückzuverlangen, da z.B. der Händler im Internet einfach nur abgebucht aber nicht geliefert hat. Man sollte deswegen nicht zögern, seinen conseiller anzusprechen, wenn man irgendwelche Sorgen hat. Ein guten Verhältnis kann vieles bewirken. Auch zum Beispiel, wenn man Gebühren für eine Kontoüberziehung übertrieben findet o.ä. Der conseiller kann bei einem gutem Verhältnis, wie selbst erlebt, Gebühren stunden oder stornieren.

Verbraucherverbände:

Allgemeine Informationen: