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Wie kleidet man sich für ein Vorstellungsgespräch in Frankreich?

29. Januar 2010

Ein Vorstellungsgespräch verrät viel mehr über den Bewerber, als man auf den ersten Blick vermuten könnte - natürlich auch in Frankreich, ein Land, das bekanntlich sehr von Mode geprägt ist.

Wie tritt der Bewerber genau auf? Ist er souverän, anpassungsfähig und wie sieht es um seine Sorgfalt aus? Kurz gesagt: Es zählt einfach alles. Das Auftreten, der Kleidungsstil und eine natürliche Souveränität können für die Karriere wichtiger sein als alle Zeugnisse. War der erste Eindruck überzeugend, lässt sich das Vorstellungsgespräch viel leichter führen.

Die Kleiderwahl sollte sowohl das Flair des Unternehmens als auch die eigene Persönlichkeit widerspiegeln

Eine Vielzahl an Unternehmen und Berufszweigen gibt eine Kleiderordnung vor. Sie fragen sich vielleicht: „Warum? Weder das Unternehmen noch ich haben etwas davon, wenn ich mich verbiege." Halten Sie sich vor Augen, dass Sie Teil des Unternehmens werden möchten und dieses etwas repräsentiert. Versuchen Sie Ihrem Gegenüber ein möglichst vertrautes Bild zu vermitteln.

Auch wenn die meisten Vorgesetzten es nicht gerne zugeben: Das Erscheinungsbild stellt mehr als die „halbe Miete" bei einem Vorstellungsgespräch dar. Man schätzt, dass dieses zu 55% entscheidend ist. Werden zwei Bewerber als gleich kompetent gehandelt, so könnte eben genau dieser Faktor die entscheidende Rolle spielen.

Das Ziel des Bewerbers sollte sein, eine gesunde Mischung zwischen der gewünschten Kleiderordnung und seiner Persönlichkeit zu finden. Es ist also ganz wichtig, sich auf der einen Seite anzupassen und auf der anderen Seite nicht zu verstellen. Natürlich lässt sich diese Meinung nicht pauschalisieren. Sind in den Bereichen wie Finanzwesen und Beratung Anzüge unabdingbar, gehört es bei den Informatikern wesentlich seltener zum „obersten Gebot".

Gehen wir weiter ins Detail

Was genau beinhaltet die äußere Erscheinung? Damit sind sowohl die Kleidung als auch Ihre Frisur, Ihr Make-Up, Ihr Lächeln, Ihre Accessoires etc. gemeint.

Darum möchten wir dringend davon abraten, das Vorstellungsgespräch als wagemutige Gelegenheit zu nutzen etwas auszuprobieren: Der Schuss kann schnell nach hinten losgehen. Also keine Schminkexperimente, extreme Haartönungen, schräge Brillengestelle, zu starke Parfüms etc. - nur um Ihnen einige mögliche Fettnäpfchen aufzuzeigen. Versuchen Sie neutral an die Sache heranzugehen, allerdings ohne das Ziel, nämlich die gewünschte Stelle zu bekommen, aus den Augen zu verlieren.

Möchten Sie sich beispielsweise für eine Stelle als Finanzdirektor bewerben, kommen Sie an einer komplett grau gehaltenen Bekleidung nicht vorbei. Bewerben Sie sich im Marketing Bereich, ist „Werbung in eigener Sache" sehr ratsam. Der Schlüssel zum Erfolg liegt also darin, die Kleiderordnung des Unternehmens bzw. des Tätigkeitsbereiches herauszufinden.

Kleiner Tipp: Denken Sie daran, dass Sie sich bei Ihrer Kleiderwahl, ohne zu tief in die Trickkiste greifen zu müssen, verjüngen können (z.B. durch lebendige Farben oder einen feschen Haarschnitt), aber auch für die jüngeren Bewerber unter uns, ein älteres und somit seriöseres Erscheinungsbild von sich geben können (z.B. durch das Tragen einer Brille). Spielen Sie Ihre ganze Kreativität aus!

Sie schätzen sich selbst als unkreativ ein? Keine Sorge, auch hierbei kann Ihnen geholfen werden.

Wie in den Vereinigten Staaten, im Übrigen bereits seit mittlerweile über 30 Jahren, gibt es in Frankreich die Möglichkeit, mit Hilfe eines Coaches sein äußeres Erscheinungsbild aufwerten zu lassen. Griffen in früheren Zeiten eher z.B. Politiker und Schauspieler auf diesen Service zurück, so ist heute auch bei Bewerbern, gerade auf Grund der immer günstiger werdenden Tarife, immer weiter verbreitet. Es ist sogar keine Seltenheit mehr, dass Arbeitgeber für ihre Angestellten einen Coach zur Hilfe holen.

Im Übrigen, so die Meinung der Soziologen, werden bei Männern zu weite Anziehsachen häufiger als „Schlampigkeit" angesehen. Bei einer Frau wird beispielsweise ein Halstuch als Zeichen eines gewissen gesellschaftlichen Ansehens interpretiert. Eine Uhr kann dafür aber verschiedenes bedeuten: Eine Uhr mit römischen Zahlen soll angeblich eine gewisse Verbindung zur Tradition zeigen, eine Uhr mit arabischen Zahlen dagegen, den Sinn zur Natur und zum Handwerk, und eine Uhr ohne Zahlen, eine Neigung zur Abstraktion.

Kommen wir zum Schluss

Was nun genau die richtige Entscheidung der Kleiderwahl betrifft, möchten wir Ihnen noch folgendes mitteilen: Schlicht und geschmacklich gut angepasst sollte sie sein. Wenn Sie eher die klassische Variante bevorzugen, dann entscheiden Sie sich eben hierfür. Liegt das Vorstellungsgespräch einmal hinter Ihnen, so wird es Ihnen niemand krumm nehmen, wenn Sie sich Ihre Haare wieder rot färben wollen oder Ihre Liebe zu Piercings nicht länger verbergen können. Nur nicht bitte an diesem entscheidenden Tag!