Connexion-Emploi

Die führende deutsch-französische Jobbörse

Muster eines französischen Lebenslaufs: 5 Tipps für einen erfolgreichen Einstieg eines Geschäftsführers als Arbeitnehmer

5 juin 2014

Bewerbungen können in Frankreich je nach Branche unterschiedlich aussehen. Im Folgenden schauen wir uns den französischen Lebenslauf eines Geschäftsführers an, der wieder in einem Angestelltenverhältnis arbeiten möchte und analysieren, wie man ihn verbessern kann. Dazu geben wir im Folgenden 5 nützliche Tipps.

Vorlage eines französischen Lebenslaufs eines Geschäftsführers als Arbeitsnehmer herunterladen

Erster Eindruck

Der Inhalt des Lebenslaufs wirkt uneinheitlich und zusammengestückelt. Er mutet außerdem sehr schulisch und altmodisch an („Etat civil", „Né le ..."). Zusammen mit dem Fehlen eines beruflichen Ziels, läuft der Bewerber somit Gefahr, als schwer zuzuordnender Bewerber abgestempelt zu werden.

Ein weiterer Schwachpunkt ist, dass der Bewerber kaum auf die letzten 6 Jahre seiner Karriere eingeht, die er als Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens verbracht hat. Die erste Frage, die sich ein Personalverantwortlicher damit sofort stellt ist, warum der Bewerber ein großes Stück seiner Karriere unerwähnt lässt.

1. Vom Geschäftsführer zum Angestellten: Deutlich auf die berufliche Umorientierung eingehen

Um im Lebenslauf eine berufliche Umorientierung zu kommunizieren, empfiehlt es sich, das nächste Karriereziel wie das Ergebnis oder eine logische Folge der bisherigen Erfahrung darzustellen, nicht wie einen Rückfall in alte berufliche Muster.

In der Zwischenzeit, seit dem letzten Angestelltenverhältnis des Bewerbers, hat sich der Arbeitsmarkt ohnehin verändert, wodurch die lange zurückliegenden Erfahrungen weniger Bedeutung haben.

Wenn man sich also beruflich umorientieren möchte, ist es gut, den Lebenslauf viel genauer zu gestalten, viel stärker auf Ergebnisse einzugehen, als es im Moment noch der Fall ist.

Der erste Schritt wäre, dem CV einen klaren Titel zu geben, der zur angestrebten Position passt.

2. Berufliche Kompetenzen stärker betonen

Die wichtigsten Kompetenzen, die oben im Lebenslauf aufgeführt werden, sind zwar sehr interessant, aber viel zu allgemein für einen Personalverantwortlichen. Dieser möchte eine Position besetzen und muss überzeugt werden, dass man als Bewerber dafür genau der richtige wäre.

Zum Beispiel bringt die Erwähnung „Dans les technologies de pointe" zu Beginn des CVs den Leser direkt wieder zum Jahr 2007 zurück. Das stiftet Verwirrung, denn im Lebenslauf gibt es keinen Hinweis darauf, dass sich der Bewerber danach weiter damit beschäftigt hat.

Seine Beschreibung ist grundsätzlich auch zu allgemein, der Bewerber vergisst zu erwähnen, Projekte, welcher Art er sucht.

3. Den beruflichen Werdegang bis heute stärker gewichten

In der Rubrik „expérience professionelle" fehlt die Struktur: Der Bewerber sollte hier stärker gewichten und bedeutende Ereignisse stärker hervorheben. Man muss immer davon ausgehen, dass der Personalverantwortliche weder Lust noch Zeit hat, sich damit zu beschäftigen, sich diese Informationen selber zusammenzusuchen.

Darüber hinaus nimmt die berufliche Erfahrung als „Directeur des opérations" in der Türkei zehn mal mehr Raum ein, als die letzte berufliche Station als Geschäftsführer, die über sechs Jahre gedauert hat.

Darin kann der Personalverantwortliche wieder einen Beleg für die rückwärts gewandte Haltung des Bewerbers finden: Sechs Zeilen ist ihm die Beschreibung einer beruflichen Station wert, die über 20 Jahre zurückliegt und eine einzige für die Letzte.

So kann man leicht den Eindruck bekommen, der Bewerber wäre an seine Grenzen gestoßen. Um das zu verhindern, empfiehlt es sich, den Fortschritt in der Entwicklung der Verantwortungsbereiche herauszustellen. Der auf dem ersten Blick als solcher wahrnehmbare Rückschritt von der Position des Niederlassungsleiters zum Projektleiter kann man aufwerten, indem man deutlich macht, dass sich dafür die Verantwortungsbereiche vergrößert haben.

4. Stärker auf die Führungsaufgaben eingehen

Der vorliegende Lebenslauf beschreibt lediglich den Beruf und die Aufgaben, die dem Bewerber anvertraut worden sind. Der strategische Aspekt wird vollkommen außen vor gelassen.

Es wäre besser, der Kandidat würde bei jeder Position auf Ergebnisse und mit welchen Mitteln und Wegen er diese erreicht hat. Der Personalverantwortliche muss dazu bewegt werden, zu glauben, dass der Bewerber in der Lage ist, verschiedenste Probleme anzugehen.

Beispielsweise geht der Bewerber sehr auf eine Teamleitung vor über 20 Jahren ein, als er 1993 mit dem „encadrement d'une équipe franco-turque de 40 ingénieurs" beschäftigt gewesen ist. Das ist zwar eine interessante Information, allerdings fehlen Auskünfte darüber, wie der Bewerber das Team entwickelt hat und was hat er dazu beigetragen hat. Bei einem Vorstellungsgespräch können solche Punkte gerne dazu verwendet werden, den Bewerber zu verunsichern, beispielsweise indem man fragt, ob man wirklich ein ganzes Team benötigt, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen.

5. Design mit schulischem Charakter

Der Lebenslauf verwendet eine Aufmachung, die ihm einen altmodischen und schulischen Anstrich gibt und passt so gar nicht zur Qualifikation des Bewerbers als Führungskraft.

Dieser Eindruck entsteht durch das Layout mit einer bunten Farbenmischung, durch die Verwendung mal fetter Schrift, mal kursiver Schrift, durch verschieden starke Einzüge und Tippfehler.

So drückt der CV keine Professionalität aus, die man aber eigentlich von diesem Bewerber erwarten würde. Man hat den Eindruck, er lege nicht viel Wert auf die Präsentation bestimmter Sachverhalte. Und auf diese Weise kann der Personalverantwortliche leicht an der Ernsthaftigkeit der Bewerbung zweifeln.

5 Dinge, die man sofort änder kann

  • eine andere Präsentationsform wählen, die einfacher und professioneller und weniger verschult ist. Die wichtigsten Punkte hervorheben, indem man beispielsweise durch Aufzählungszeichen die wichtigsten Punkte des Werdegangs hervorhebt.
  • der Qualifikation angemessene Elemente hinzufügen, wie einen Titel und eine Kurzzusammenfassung als Blickfang, die die Kernkompetenzen und die beruflichen Ziele beinhaltet, die bisherigen Positionen und die Branchen, in denen man tätig gewesen ist
  • die letzte berufliche Station stärker herausarbeiten, andere Stationen dafür etwas kürzen
  • Richtschnur und beruflichen Werdegang deutlicher zeigen und bestimmte berufliche Entscheidungen begründen, wie auch den Kauf des Unternehmens
  • stärker auf Ergebnisse und Erfolge eingehen

Mehr Artikel zum Thema: