Connexion-Emploi

Die führende deutsch-französische Jobbörse

Mann trägt wieder Bart in Frankreich... auch am Arbeitsplatz

12. November 2012

Zottelig oder gestutzt, Drei-Tage-Bart oder etwas länger, der Bart ist das männliche Modeaccessoire in Frankreich schlechthin. Kein Star lässt sich mehr oben ohne blicken, verrät Le Parisien. Und auch immer mehr Arbeitnehmer lassen den Rasierapparat gerne mal links liegen. Das will zumindest die belgische Website 7sur7 herausgefunden haben. Der Bart ist männlich, sexy, angesagt. Vorbei die Zeiten, in denen der Gesichtsbewuchs aus einem dynamischen Vorgesetzten einen leichtlebigen Genussmenschen gemacht hat. Kurz: Der Bart hat seinen schlechten Ruf verloren. Oder etwa doch nicht?

Der Bart: Beliebt bei Kreativen

"In bestimmten Berufen ist der Bart eine ziemlich beliebt", sagt die Image-Beraterin Catherine Baly. Wie zu erwarten, tragen Leute, die im "künstlerischen, kreativen oder Computer- und Internetbereich" arbeiten, schon seit Jahr und Tag Bart, ohne, dass dies groß hinterfragt werden würde. Außerdem, so erklärt Jean-François Amadieu, Soziologe und Autor des Buches "Le Poid des Apparences", haben vor allem junge Mitarbeiter einen Hang zum Haar. "Der Bart wird überhaupt nicht mehr mit der Figur des dominanten Anführers verbunden", so der Wissenschaftler.

Die Antis machen auf Widerstand

Für Angestellte in anderen Berufen, so macht Carolin Baly deutlich, ist es jedoch immer noch eine eher delikate Angelegenheit, sich einen Bart stehen zu lassen, schließlich glauben nicht wenige, durch einen Bart wirke man weniger seriös. "In dem Moment, in dem Sie einem physischen Aspekt wie etwa einem Bart höchste Bedeutung zumessen, verweisen Sie Ihre Fachkompetenzen auf den zweiten Platz." Wie sieht das zum Beispiel nun bei Disney aus? Der Unterhaltungsriese hat seine Bartpolitik zwar ein wenig entschärft, allerdings darf das Backenhaar nicht länger als sechs Millimeter sein. So steht es in den Regeln des Konzerns. Bei Beamten ist die Einstellung zum Bart, gerade zum wild wuchernden, durchaus geteilt. Ein Angestellter des Rathauses von Tremblay wurde wegen seines zu langen Bartes, der als eindeutiges religiöses Zeichen eingestuft wurde, vom Dienst suspendiert.

Die Debatte geht weiter

Was die Untersuchungen zu dem Thema angeht, so kommen sie zu unterschiedlichen Schlüssen. 2003 haben Forscher der Uni von Sao Paolo Personalern Fotos von Männern ohne und mit Bart vorgelegt. Und fast alle Personaler hielten die rasierten Männer geeigneter für einen Job in ihren jeweiligen Unternehmen. Ihre Erklärung: Wer sich rasierte, schien in ihren Augen eher in der Lage zu sein, geltende Normen anzuerkennen und sich ihnen anzupassen. Ein Ergebnis, das mit Vorsicht zu genießen ist. Eine Studie zum Image des Bartes aus dem Jahr 2012 hat nämlich auch gezeigt, dass ein Bart durchaus vertrauenserweckend ist.

Der Bart sorgt also immer noch für viel Gesprächsstoff. Wenn Sie sich dazu entschieden haben, den Schritt zu wagen, dann kommt es auch immer auf den richtigen Schnitt an.

Mehr zu diesem Thema:

Die Frage stellt sich auch in Deutschland, wie das folgende Video zeigt...