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Autos ohne Fahrer: Frankreich will Führer sein

19. Dezember 2013

Auf dem Fahrerplatz sitzen und einen Roman lesen, während das Auto selbstständig steuert - das wird morgen zwar noch nicht möglich sein. Aber vielleicht übermorgen. Weltweit werden derzeit fahrerlose Modelle entwickelt, weit über bestehende Assistenzsysteme wie ABS oder die Einparkhilfe hinaus. TEXT: BIRGIT HOLZER



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Wissenschaftler forschen an Technologien, um dieses mithilfe von Sensoren, Kameras, Radaren und einem GPS-System sicher und in einigen Jahren marktreif zu machen. 2035 könnten laut einer Studie von Navigant Research 75 % aller neu verkauften Wagen automatisiert fahren. Als Vorreiter positionierte sich 2011 der Konzern Google mit seinem Google Car. Seit Jahresanfang haben Daimler und Audi Lizenzen für fahrerlose Autos im US-Bundesstaat Nevada, wo die Gesetzgebung diese bereits zulässt. Ob Nissan, BMW, Toyota oder VW - keiner möchte die neue Ära der Automatisierung verpassen. Auch Frankreich und seine Autoindustrie nicht.


Es wolle sogar führend beim fahrerlosen Auto werden, das zu rund 30 innovativen Industrieprojekten gehöre, erklärte Arnaud Montebourg, Minister für produktiven Wiederaufbau. Konkrete finanzielle Mittel dafür nannte er nicht. Anfang September kündigten Valeo und Safran eine Partnerschaft für die Forschung über fahrerlose Automodelle und Lenkhilfen an. Renault plant, bis 2018 ein erstes Modell auf den Markt zu bringen. Zahlreiche Initiativen entwickeln derzeit Automatisierungssysteme und Prototypen. Jean-Christophe Popieul vom Forschungs-Labor LAMIH an der Universität Valenciennes sieht Frankreich nicht im Rückstand gegenüber der internationalen Konkurrenz. „Momentan wimmelt es überall von Ideen." Der Forscher ist beteiligt an einem Konsortium aus Wissenschaft und Industrie, das am Projekt CoCoVeA arbeitet.


Gefördert von der Nationalen Forschungs-Agentur ANR, soll es die Wechselwirkung zwischen Fahrer und Gerät optimieren. Man gehe von Interaktion, nicht von einem komplett allein steuernden Auto der Zukunft aus, sagt Popieul. „Momentan sind wir nicht in der Lage, Sicherheit unter allen Umständen zu garantieren." Für übermorgen schließt er dies aber nicht aus.


TEXT: BIRGIT HOLZER