Organisation von Messen: Frankreichs Defizite

Organisation von MessenAnnie Arsaut-Mazières ist seit 1999 Direktorin des französischen Messeverbandes FSCEF (Foires, Salons, Congrès, Événements de France), der sich für die Entwicklung und den Ausbau der Messelandschaft in Frankreich einsetzt. Sie war füher Generalsekretärin des französischen Handelstages. INTERVIEW: MARC MEILLASSOUX


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Warum hat Deutschland im Bereich der Organisation von Messen einen Vorsprung gegenüber Frankreich gewonnen?

Französische Politiker liegen im Vergleich zu Deutschland zwanzig Jahre zurück. Seit ein paar Jahren wurden Richtlinien entwickelt um dies auszugleichen, aber Frankreich hat immer noch Defizite in Bezug auf Infrastrukturen und Promotion. Die deutschen Länder haben im großen Stil in diesen Bereichen investiert. Beispiele sind die zwei U-Bahnhöfe zur Erschließung der Münchner Messe oder die speziell für die Frankfurter Messe eingerichtete Autobahnabfahrt. Dagegen kam es in Paris vor, dass sich auf Grund eines Streiks tausende fremde Besucher im Vorort verlaufen haben.

Wie kann man die Gebietskörperschaften in Frankreich zur Unterstützung ermuntern?

Wir sind Teil einer wettbewerbsfähigen Umwelt, jedoch haben der Staat und die lokalen Behörden eine wichtige Rolle bei der Förderung der Ereignisse zu spielen. Es ist auch eine Frage der strategischen Finanzanlage für die Regionen. Jedes Jahr werden in Frankreich dreißig Milliarden Euro gehandelt, davon werden sieben Millionen in lokalen Geschäften ausgegeben. Trotzdem ist Vorsicht geboten, Gebietskörperschaften rechnen mit ihren Ausgaben leider oft nur kurzfristig, obwohl jede Region die Möglichkeit hätte, einen Pool für Wettbewerbsfähigkeit zu entwickeln, Arbeitsplätze zu schaffen und den Export zu unterstützen.

Wie sind die Messen durch die Krise gegangen?

Es gab 2009 einen kleinen Rückgang der Ausgaben, aber die Messen als Medium sind hart geblieben und so kam es 2010 wieder zu einem Anstieg. In Krisenzeiten, wenn das Vertrauen fehlt, ist es für den Wirtschaftsalltag besonders wichtig, dass sich die Akteure persönlich treffen.

INTERVIEW: MARC MEILLASSOUX