Wie werden Unternehmen in Frankreich direkt besteuert?

Unternehmen in Frankreich direkt besteuertDie Durchführung von Arbeiten in den EU-Staaten löst häufig keine direkte Steuerpflicht am Einsatzort aus. Dauert eine Baustelle oder Montage jedoch je nach Zielland mindestens sechs Monate, neun oder zwölf Monate oder werden Arbeitnehmer sehr häufig in denselben Zielmarkt entsandt, kann unter Umständen eine beschränkte Steuerpflicht im Tätigkeitsstaat entstehen.

Geregelt wird die Steuerhoheit bei Auslandseinsätzen durch so genannte Doppelbesteuerungsabkommen (DBA), die meistens bilateral abgeschlossen werden.

Bei der grenzüberschreitenden Durchführung von Bauarbeiten und Montagen in Frankreich entsteht in Anlehnung an das deutsch-französische DBA am Einsatzort nur dann eine Betriebsstätte, wenn die Arbeiten länger als zwölf Monate dauern. Dies führt zu einer beschränkten Steuerpflicht in Frankreich, d. h. das deutsche Unternehmen muss die in Frankreich erwirtschafteten Gewinne auch vor Ort versteuern und für eine entsprechende Buchführung sorgen. Mehrere örtlich getrennte und/oder verschiedenen Auftraggebern zuzurechnende Baustellen oder Montagen werden nicht zu einer Betriebsstätte zusammenaddiert. Das heißt ein deutsches Unternehmen könnte beispielsweise in Frankreich drei separate Aufträge mit einer Dauer von jeweils fünf Monaten nacheinander durchführen, ohne dass dies zu einer direkten Steuerpflicht führen würde.

Der Text des deutsch-französischen Doppelbesteuerungsabkommens ist im Internet zugänglich unter: http://www.bundesfinanzministerium.de (Pfad: Steuern > Veröffentlichungen zu Steuerarten > Internationales Steuerrecht > DBA)