Frankreich: Sieger im Kampf gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz

Frankreich Diskriminierung am ArbeitsplatzWelches sind die engagiertesten europäischen Unternehmen im Kampf gegen Diskriminierung? Die soziale Rating Agentur (L'agence de notation) Vigeo hat jüngst die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht. Mit 4 Unternehmen unter den Top 10 liegt Frankreich an der Spitze!

Das Ranking der (Ratingagentur) Vigeo zum Thema Bekämpfung von Diskriminierung in 539 börsennotierten europäischen Unternehmen, kann bei französischen Staatsbürgern patriotische Gefühl auslösen. Zwar ist es eine deutsche Firma, die E.ON AG, die das Ranking auf Platz eins anführt, aber das französische Unternehmen PSA liegt direkt dahinter auf dem zweiten Platz. Vier weitere französische Unternehmen sind in den Top 10: Rhodia (3. Platz), EFD (6. Platz) und TF1 (10.Platz). Laut der Studie profitiert PSA vor allem durch den hohen Anteil an Frauen in Führungspositionen und Rhodia von "seinen wirksamen Leistungen zur Integration von Menschen mit Behinderungen". Insgesamt scheint Frankreich also so etwas wie das führende Land bei der Bekämpfung von Diskriminierung zu sein. Die Durchschnittswerte je Land variieren von 29/100 für Griechenland bis 49,6/100 für Frankreich.

Der Weg im Kampf gegen Diskrinierung bei der Arbeit bleibt lang

"Wenn die Mehrheit der 180 teilnehmenden Länder der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) die zwei wichtigsten Übereinkommen zur Anti-Diskriminierung verabschiedet haben, bleibt doch die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts oder der Herkunft, dem Gesundheitszustand oder der sexuellen Orientierung bestehen, sowohl auf europäischer als auch auf globaler Ebene", stellt Vigeo fest. Denn noch immer werden die Vorgaben der ILO nicht in allen Branchen gleichermaßen eingesetzt. Weiter zeigen die Ergebnisse, dass nur 30 der untersuchten europäischen Unternehmen (6%) innovative und effektive Strategien zur wirksamen Verhinderung von Diskriminierung und zur Förderung der Chancengleichheit einsetzen.

Das neue Gesetz zur Wirtschaftsordnung

Ein Fortschritt besonders für Frankreich, an das Norwegen den ersten Platz abgeben musste. Eine Entwicklung, die man laut Vigeo dem neuen Gesetz zur Wirtschaftsordnung zugutehalten sollte. Nach diesem Gesetz haben französische börsennotierte Unternehmen die Pflicht einmal jährlich über ihre Umwelt- und Sozialthemen zu berichten. Diese Transparenz, also die Kenntnis über bestimmte Informationen, schieben Reformen an. Aber das reicht nicht aus. "Diese Studie zeigt wieder einmal, dass der entscheidende Faktor für die wirksame Umsetzung von wirklichen Veränderungen bei der Geschäftsführung liegt." Diese und der Aufsichtsrat haben eine entscheidende Rolle bei der Prävention von Diskriminierung und bei der Förderung der Chancengleichheit.

Mehr über das Thema Diskriminierung in Frankreich unter: Diskriminierung am Arbeitsplatz in Frankreich