Wirtschaft in Frankreich

Wirtschaft in FrankreichFrankreich hat die Wirtschaftskrise vergleichsweise gut überstanden und dabei von seinen Schwächen profitiert. Da das Land beispielsweise nur halb so stark vom Export abhängig ist wie die Bundesrepublik, wurde Frankreich vom Einbruch der Weltwirtschaft auch weniger stark getroffen.

Zudem zahlten sich die staatlichen Eingriffe aus. So lancierte Präsident Nicolas Sarkozy im Dezember 2008 ein 26 Milliarden Euro teures Konjunkturprogramm und griff zu Beginn des Jahres der Automobilbranche mit Krediten von 7,8 Milliarden Euro unter die Arme. Die bereits Ende letzten Jahres eingeführte Abwrackprämie über 1000 Euro soll 2010 schrittweise auf 700 und dann 500 Euro gesenkt werden, bevor sie erst 2011 ganz ausläuft. Um das Eigenkapital der Banken zu stärken, stellte der Staat insgesamt 21 Milliarden Euro zur Verfügung. Im kommenden Jahr will Frankreich seine Wirtschaft zudem mit einer großen Staatsanleihe über 35 Milliarden Euro fit machen für die Zukunft. Doch der Aufschwung könnte nun in Frankreich schwächer ausfallen als in anderen Ländern. So erwartet die Regierung für 2010 ein Wachstum von nur 0,75 Prozent, während sie davon ausgeht, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 2,3 Prozent schrumpft. Gleichzeitig dürfte die Staatsverschuldung 2010 auf 84 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen, 2013 sogar bis auf 91 Prozent.

Auch die Arbeitslosigkeit dürfte weiter ansteigen, nachdem sie im Oktober mit 10,1 Prozent bereits leicht über dem Durchschnitt des Euro-Raums lag. Die hohe Arbeitslosigkeit könne zu einer Schwächung des Konsums führen, dem traditionellen Wachstumsmotor der französischen Wirtschaft, fürchten Ökonomen nun: welt.de

Wirtschaft kommt nur langsam aus dem Tal

PARIS (awp international) - Frankreich ist weniger tief in die Rezession gestürzt als Deutschland, kommt aber auch langsamer aus dem Konjunkturtal. In diesem Jahr schrumpft die französische Wirtschaft um 2,3 Prozent. Die Erholung 2010 werde mühsam, erklärte das Statistikamt INSEE am Freitag in Paris. Im ersten Halbjahr dürfte die Wirtschaft mit einem Rhythmus von 0,4 Prozent pro Quartal wachsen. Für das Gesamtjahr sei mit 1,5 Prozent Wachstum zu rechnen. Damit werde das Wachstumspotenzial von 2,1 Prozent nicht ausgeschöpft.

Die Investitionen sind in Frankreich 2009 um 7,2 Prozent geschrumpft und dürften im ersten Quartal 2010 um 0,2 Prozent zulegen. Die Kapazitätsauslastung steigt zwar wieder, doch der Arbeitsplatzabbau dürfte 2010 weitergehen: handelszeitung.ch