Stabilo France: Das „Made in Germany“ ist ein Vorteil für uns

Stabilo FranceDie 1963 gegründete französische Filiale von Stabilo, die ausschließlich Schreibwaren herstellt, hat es geschafft, sich auf dem Markt ihres doppelt so großen französischen Konkurrenten durchzusetzen. Das in der Nähe von Straßburg ansässige Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz von ca. 30 Millionen Euro. Christophe Le Boulicaut, seit einem Jahr Generaldirektor von Stabilo France, beschreibt für ParisBerlin die Stärken der französischen Tochtergesellschaft.


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ParisBerlin: Was ist das Besondere an Stabilo France?

Christophe Le Boulicaut: Alle strategischen Vorgaben kommen aus Deutschland. Unsere Aufgabe besteht darin, sie umzusetzen und an den französischen Markt anzupassen. Der unterscheidet sich sehr stark von allen anderen europäischen Märkten - vor allem durch das große Gewicht der Einzelhandelsriesen, die 55% unserer Aktivität ausmachen.

PB: Ist es im Grunde nicht unmöglich, sich auf dem Terrain von BIC durchzusetzen?

CB: In Frankreich ist BIC die bekannteste Marke. Das ist normal, schließlich ist es eine französische Marke. Direkt dahinter, mit 98% Bekanntheitsgrad, folgt Stabilo. Sie haben uns also kaum etwas voraus. BIC hat deshalb doppelt so viel Gewicht wie wir, weil sie ein sehr viel breiteres Angebot haben. Füllfederhalter oder Kugelschreiber verkaufen wir zum Beispiel nicht. Unsere Schwierigkeit hat mit unserem eigenen Erfolg zu tun. Alle betrachten Stabilo als einen Riesen der Schreibwarenbranche und stellen an uns dieselben hohen Qualitätsansprüche wie an BIC. Wir sind verpflichtet, diesen Erwartungen gerecht zu werden, obwohl wir ein viel kleineres Unternehmen sind.

PB: Hat das berühmte „Made in Germany" für Sie eine positive Wirkung?

CB: Es ist ganz eindeutig ein Vorteil, seine Marke darauf stützen zu können. Wer „Made in Germany" sagt, der verspricht Qualität und Zuverlässigkeit bei den Produkten und beim Dienst am Kunden. Dafür wird uns allerdings auch kein Fehler verziehen.

PB: In welche Richtung soll für Sie die Entwicklung in Frankreich gehen?

CB: Unsere drei Hauptprodukte sind Leuchtmarkierer, Farbstifte und Filzstifte. Unsere Stärke sind die Leuchtmarkierer. Sie sorgen für die Bekanntheit der Marke, vor allem dank der Stabilo Boss-Markierer. Bei den Farbstiften machen wir deutliche Fortschritte und sind inzwischen Nummer 2. Den dritten Grundpfeiler entwickeln wir derzeit weiter, wie wir es gewohnt sind, mit dem Willen zu innovieren und sich von den anderen Anbietern abzuheben.

PB: Wie sehen Sie die Zukunft in Zahlen ausgedrückt?

CB: Im Geschäftsjahr 2008/2009 haben wir mit einem leichten Wachstum von 1% abgeschlossen, was zwar nicht berauschend ist, aber korrekt, wenn man die Konjunktur mit berücksichtigt. Seit Juli 2009 ist es komplizierter geworden. Der Schuljahresbeginn war mit einem Rückgang um 2% nicht gerade erfreulich. Seither bleiben die Kunden zurückhaltend. Dennoch halten wir an unseren hohen Ambitionen fest und hoffen, dass wir das Geschäftsjahr mit einem Plus von 5% abschließen können.

TEXT: DAVID EVEN
ÜBERSETZUNG: NICOLA DENIS