Wie man Streit mit seinen Kollegen in Frankreich vermeidet: Richtig Kritik austeilen und den Büroalltag überleben

Streit in Frankreich vermeidenEiner Ihrer Mitarbeiter macht einen Fehler und Sie sollen jetzt mit ihm sprechen? Aber wie geht das, ohne ihn unnötig zu verletzen? Die sogenannte DESC-Methode, D = description (Beschreibung), E= explanation (Erklärung), S= solution (Lösung) und C= consquences (Konsequenzen) bietet hierfür ein paar Hilfen.

Es ist die Kunst der konstruktiven Kritik. Die DESC-Methode, die von den amerikanischen Kognitionspsychologen Sharon A. und Gordon H. Bower entwickelt worden ist. Hier stellen wir sie einmal vor.

„D" für Description (Beschreiben)

Dabei geht es darum, dem Mitarbeiter die betreffende Situation möglichst sachlich und genau zu beschreiben. Und dabei sollte man häufig das Wort „Ich" verwenden: „'Ich' habe Ihre Verspätung bei dem Projekt bemerkt, 'ich' habe festgestellt, dass Sie sich nicht an Abgabetermine halten ... ." Dabei sollte diese Kritik überzeugen und frei von Meinungsäußerungen sein. Sagen Sie beispielsweise nicht „Ich finde Sie sind faul", sondern vielmehr „Ich habe bemerkt, dass Sie jeden Tag 10 Zigarettenpausen von 10 Minuten machen."

Um die Bedeutung dieser Fakten noch zu unterstreichen, sollten Sie die Auswirkungen seines Verhaltens für das ganze Team, für das Unternehmen oder auch für die Kundenbeziehungen beschreiben.

„E" wie Erklären

Danach wird es Zeit für Erklärungen, wo Sie darstellen sollten, warum ein bestimmtes Verhalten für Sie ein Problem darstellt. Und an dieser Stelle darf man sich dann am Vokabular der Emotionen und der Gefühle bedienen. „Ich bin nicht zufrieden, ich bin enttäuscht, ich bin wütend, oder das ist peinlich für mich, weil, und außerdem antwortest du nie auf meine Nachrichten ...". Lauter Sätze, mit denen Sie Ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. Solche Anklagen, wie „Du enttäuschst mich", „du machst mich wütend" sollte man aber vermeiden, denn damit riskieren Sie, dass Ihr Gegenüber blockiert.

„S" wie Solution - eine Lösung finden

Das Ziel der Methode ist einen Weg aus einer Sackgasse zu finden. Wenn Sie sich an einen Mitarbeiter wenden, fordern Sie ihn dazu auf, eigene Vorschläge zu machen. Stellen Sie ihm offene Fragen, sodass er möglicherweise sagt, was Sie hören wollen. Wiederholen Sie die Fragen, sodass Sie Lösungen finden. Kommen die Vorschläge von Ihrem Mitarbeiter, wird er motiviert sein, dass diese schnell umgesetzt werden.

Das alles kann natürlich einen anderen Verlauf nehmen, wenn es sich um Ihren Vorgesetzten handelt: Sie könnten also an der Klärung folgender Fragen interessiert sein: Kommt er häufig zu spät zu Terminen? Warum schlagen Sie ihm dann nicht Telefontermine zu einem bestimmten Termin vor oder Arbeitsessen? Ihr Ziel ist es, von ihm eine Bestätigung zu erhalten.

„C" wie Consequences - Konsequenzen

Das Gespräch schließt mit all den negativen Konsequenzen, die sich ergeben, sollte keine Lösung gefunden werden. Natürlich sollen auch die Vorteile für Sie und Ihren Gesprächspartner thematisiert werden, wenn sich jeder an das Besprochene hält.

Um effektiv und leistungsfähig bleiben zu können, sollte die Methode schnellstmöglich angewendet werden, sobald Störungen auftauchen. Außerdem sollte ein solches DESC-Gespräch nicht vor allen Mitarbeitern geführt werden, sondern unter vier Augen. Die Methode empfiehlt sich übrigens auch, wenn es um ein empfindliches Thema wie Sauberkeit oder die Bekleidung eines Mitarbeiters geht.

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