Vereinte Potenziale: Austausch von Arbeitskräften zwischen Frankreich und Deutschland

PB Vereinte PotenzialeFrankreich und Deutschland sind europäische Spitzenreiter beim Austausch von Arbeitskräften. Wer gezielt eine deutsch-französische Berufslaufbahn anstrebt, hat gute Chancen, attraktive Stellen zu finden.


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Auch wenn man denken könnte, dass binational ausgerichtete Ausbildungs- und Berufslaufbahnen angesichts des EU-Binnenmarkts, der Globalisierung und der immer enger werdenden deutsch-französischen Wirtschaftskooperation längst selbstverständlich sind, gelten Bewerber, die auf beiden Seiten des Rheins Berufserfahrungen gesammelt haben, weiterhin als Spezialisten und sind auf dem Stellenmarkt gefragt. Der deutschfranzösische Arbeitsmarkt ist so umfangreich wie kein zweiter in der EU: Deutsche Unternehmen beschäftigen in ihren französischen Zweigstellen immerhin 300 000 Arbeitnehmer, und auch die französischen Firmen in Deutschland nehmen mit etwa 250 000 Beschäftigten eine wichtige Rolle auf dem deutschen Arbeitsmarkt ein.

Deutschland und Frankreich sind nach wie vor für einander die wichtigsten Handelspartner, und das spiegelt sich auch im Austausch der Kompetenzen wieder. Besonders intensiv ist der Arbeitskräfteaustausch in Branchen wie dem Werkzeug und Maschinenbau, sowie in der Automobil-, Luftfahrt- und Servicebranche. Ein Blick auf den deutsch-französischen Stellenmarkt zeigt, dass gerade große Unternehmen wie Daimler, Bosch, DB France, Siemens auf der einen Seite und Air liquide oder Société Générale auf der anderen Seite im jeweiligen Nachbarland äußerst aktiv sind.

Im Allgemeinen spielen aber auch die mittelgroßen Unternehmen eine wichtige Rolle: Immerhin haben 3 000 deutsche Unternehmen eine Außenstelle jenseits des Rheins und 2 200 französische Firmen besitzen eine Zweigstelle in Deutschland.

Naturwissenschaften im Kommen

Besonders gefragt sind Arbeitnehmer, die sowohl in Deutschland als auch in Frankreich Berufserfahrungen gesammelt oder eine binationale Ausbildung hinter sich haben. Deutsch-französische Studiengänge gibt es mittlerweile längst nicht mehr nur im kulturell-geisteswissenschaftlichen Bereich, sondern vermehrt auch in den Naturwissenschaften oder im Maschinenbau. Einen Überblick über die Studienmöglichkeiten findet man am einfachsten im Internet auf der Homepage der deutsch-französischen Hochschule.

Eine Hürde auf dem deutsch-französischen Stellenmarkt stellt manchmal allerdings noch immer die Anerkennung französischer Elite-Ausbildungen und Hochschulabschlüsse in Deutschland dar - der so genannte Bologna-Prozess der EU soll hier wenigstens für die zukünftigen Generationen Abhilfe schaffen.

Exzellente Kenntnisse

Eine der üblichen Grundvoraussetzungen für gute Karrierechancen im Nachbarland sind natürlich exzellente Kenntnisse beider Sprachen. Gerade Bewerber mit deutschfranzösischem Hintergrund, die fließend beide Sprache sprechen, sind hier im Vorteil, weil sie sich mit Leichtigkeit in beiden Sprachen bewegen, und über die unterschiedliche Mentalität von Deutschen und Franzosen bestens informiert sind, meint Olivier Jacquemond von der deutsch-französischen Stellenbörse Connexion-Emploi. In hochspezialisierten Berufsfeldern, wie beispielsweise dem Ingenieurswesen, spielen allerdings detaillierte Fachkenntnisse oft eine noch wichtigere Rolle als perfekte Deutsch- und Französischkenntnisse - in der Technik-Branche wird ohnehin überwiegend Englisch gesprochen.

TEXT: CORNELIUS WÜLLENKÄMPER

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