Unsere Tipps um in Frankreich Französisch zu lernen

Unsere Tipps um in Frankreich Französisch zu lernenFranzösisch ist für viele Menschen die schönste Sprache der Welt. Aber gerade weil sie so gesungen wird, hat sie ihre Tücken. Und wenn die Franzosen so richtig Gas geben, versteht man kein Wort mehr. Leben in Frankreich bedeutet vor allem, auch die Sprache einigermaßen zu beherrschen. Für diejenigen, die in Paris durchstarten möchten, habe ich ein paar Sprachschulen getestet.

Ein lockeres „Bonjour" und „ça va", das geht wohl weltweit jedem über die Lippen. Aber die französische Sprache tatsächlich so zu beherrschen, dass man mit den Franzosen auch einigermaßen kommunizieren kann, das ist eine völlig andere Sache. Unser Schulfranzösisch kann zwar eine Hilfe sein, wenn man sich entschließt, nach Frankreich zu ziehen. Mais attention: die Franzosen machen keine Geschenke. Wer Schwierigkeiten mit der Aussprache hat, oder seine Wörter mühsam zusammen suchen muss, wird blöd angeglotzt und man erntet lediglich den Kommentar: „Pardon, je ne comprends rien!"

Es hilft alles nichts, mit den alten Schulbüchern im stillen Kämmerlein kommt man da nicht weiter. Wer die Chance hat, sein neues Leben im Nachbarland in Paris zu beginnen, hat gleich gute Karten: Beinahe an jeder Straßenecke gibt es Sprachschulen, jetzt muss nur noch die richtige gefunden werden. Um richtig in die Sprache reinzukommen, ist es hilfreich, sich gleich für ein ganzes Semester einzuschreiben. Ich selbst habe in Paris mehrere Schulen ausprobiert, die wohl zu den renommiertesten der Branche gehören: la Sorbonne, l'Institut Catholique und l'Alliance francaise . Alle drei Schulen sind im großen und ganzen zu empfehlen. Alle drei Schulen haben aber auch ihre Nachteile.

Altehrwürdige Uni mit etwas angestaubten Lehrmethoden

Meines Erachtens ist die Sorbonne die unpersönlichste der drei Sprachinstitute. Schon die Einschreibung ist zum Weglaufen, vor allem, wenn man, wie ich damals, kein Wort Französisch spricht. Man wartet stundenlang, um an Infos zu kommen, läuft anschließend halb Paris ab, um alle Unterlagen und Infos zu beschaffen, aber man lernt bei der Odyssee wenigstens schon mal andere Studenten kennen, die ebenfalls mit ratlosem Gesicht umherirren. Außerdem sind die Gebäude, die der Sorbonne zur Verfügung stehen, extrem renovierungsbedürftig und liegen meist weit weg vom Hauptgebäude. Wer zu seinem Sprach-Kurs dann noch einen Phonetik-Kurs oder Vorlesungen bucht, läuft dann erneut halb Paris ab, um zu den Labors oder Sälen zu kommen. Allerdings waren die gemeinsamen Märsche durch den schönen Jardin du Luxembourg auch eine gute Gelegenheit, die Mitschüler besser kennen zu lernen. Mittagessen fällt bei der Sorbonne sozusagen flach. Es gibt zwar Kantinen, aber bis man da reinkommt, ist die Mittagszeit vorbei. Also kauft man sich am besten auf seinen Wegen zwischen den Unterrichtsgebäuden schnell ein Sandwich auf die Hand. Die Unterrichtsmittel beschränken sich in der Sorbonne auf Bücher und Begleithefte, die extra für ihre Sprachschüler ausgetüftelt wurden. Ich selbst fand die Grammatiken unzureichend und habe mir mit anderen Büchern aus dem Buchhandel geholfen.

Der Unterricht selbst ist hier eher Glückssache. Je nachdem, wie engagiert der Lehrer ist, gestaltet sich der Unterricht. In meinem Fall war der Unterricht zu verschult, zu nah am Buch, enthielt zu wenig Konversation und vor allem zu wenig praktische Hilfen für's tägliche Überleben in Frankreich. Es ist zwar schön, irgenwann auch die Vergangenheit des Passe simple zu kennen, aber braucht man es wirklich? Auch gab es hier leider keine Konversations-Kurse, sondern nur Vorlesungen. Das hilft natürlich fürs Hörverständnis, aber die aktive Sprache kommt dabei leider zu kurz.

Übersichtliches Institut mit Lerngarantie

Also wechselte ich an das renommierte Institut Catholique. Man muss übrigens weder getauft, noch katholisch sein, um sich dort einschreiben zu dürfen. Die Sprachkurse haben auch inhaltlich nichts mit der Theologischen Fakultät, die das Institut vor allem ausmacht, gemein. Schön war, dass alle Fächer im selben Gebäude stattfinden. Die Einschreibung wird von beherzten freiwilligen Helfern mit Geduld und der in Paris oft vermissten Freundlichkeit durchgeführt. Und es gibt eine Kantine! Die ist zwar klein, aber die Speisen sind abwechslungsreich. Wenn der Unterricht zeitlich günstig pausiert ist, lohnt es sich, dort für ein paar Euro mit Mitschülern zusammen zu essen. Das Institut Catholique bietet, im Gegensatz zur Sorbonne, auch Ferienkurse an, die nur einen Monat dauern. Der Unterricht selbst ist hier sehr viel mehr auf Konversation ausgerichtet. Allerdings war mir persönlich der Unterricht trotzdem noch zu theoretisch. Grammatik muss selbstverständlich erlernt werden. Aber wenn ich beispielsweise nur das Futur auf dem Papier kann, aber es nicht in meine gesprochenen Sätze einzubauen lerne, dann hat die Schule in meinen Augen nicht alles getan, was machbar ist. Dennoch: die Gruppenarbeiten gaben viele Möglichkeiten, sein Französisch zu trainieren. Außerdem wurde jeder Schüler aufgefordert, regelmäßig ein Referat über sein Land oder eine Attraktion in Paris vorzutragen. Das war zum richtigen Umgang mit der Sprache sehr hilfreich. Das Highlight dieser Schule waren allerdings die Konversations-Kurse, in die man sich kostenlos einschreiben konnte. Moderiert von freiwilligen, liebenswürdigen Rentnern wurde hier über Gott und die Welt gesprochen. Sehr hilfreich und empfehlenswert und fast noch besser als die Kurse, für die man zahlt.

Alliance Francaise - Besser als ihr Ruf

Und da alle guten Dinge drei sind, wechselte ich zum Schluss zur Alliance Francaise, die mir Paris-Kenner eigentlich abgeraten hatten, da sich dort eher Touristen denn Wahl-Franzosen einschreiben. Doch von den drei Schulen wurde hier mit Abstand der modernste Unterricht betrieben. Die Bücher der Alliance Francaise sind allerdings weit weniger akademisch, daher zum Nachschlagen im Nachhinein eher ungeeignet. Aber die Bücher wurden, soweit es eben ging, ohnehin beiseite gelassen. Die ausgewählten Themen, mit denen neuer Stoff gelernt werden sollte, stammten durchweg aus dem täglichen Leben. Häufig wurden sie auch durch Hörspiele auf Kassetten oder mit Fernsehbeiträgen unterstützt, und im Mittelpunkt des Unterrichts stand vor allem reden, reden, reden. Natürlich wurde die Grammatik nicht außen vor gelassen, aber jedes neue Problem wurde anschließend wieder mündlich in Übungen eingebaut. Das Gebäude der Alliance Francaise ist nebenbei bemerkt in überdurchschnittlich gutem Zustand, es gibt eine kleine Imbiß-Bar und einen Büchershop im Haus. Die Einschreibung dauerte hier leider auch eine halbe Ewigkeit und war durch den großen Andrang sehr unpersönlich. Mir scheinen allerdings die Lehrer der Alliance Francaise im Gegensatz zu den beiden anderen Schulen im Durchschnitt um mindestens 10 Jahre jünger zu sein, der Unterricht war pfiffiger gestaltet. Diese Sprachschule bietet übrigens die Möglichkeit, auch wochenweise die Kurse zu verlängern. Man ist also nicht gezwungen, sich für ein ganzes Semester einzuschreiben. Allerdings muß ich im Nachhinein hier dann auch eine Kritik loswerden. Den Kursen fehlte bei ihrer Lockerheit dann doch eine wenig die Systematik. Ich habe hier zwar besser sprechen gelernt, aber das sture Einpauken der beiden anderen Schulen hatte auf der anderen Seite dann doch wieder etwas für sich. Es gibt einem doch ein gewisses Gerüst, an das man sich auch nach Jahren noch erinnern kann. Aber man kann bekanntlich nicht alles haben. Wer allerdings die Zeit hat, mehrere Kurse in Paris zu machen, dem empfehle ich zum Einstieg das Institut Catholique und anschließend die Kurse der Alliance Francaise.