Puma, eine deutsch-französische Liaison

PB Puma deutsch-französische LiaisonDer Luxuskonzern PPR baut eine Sport- und Lifestyle-Sparte auf. Kern ist der zugekaufte Sportartikelhersteller Puma. TEXT: MATTHIAS SANDER


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Französischer Geschäftsmann kauft deutschen Sporthersteller - das kommt Ihnen bekannt vor? Richtig, 1990 erwarb Bernard Tapie Adidas; nur drei Jahre später übernahm die Anteile sein Landsmann Robert-Louis Dreyfus und leitete die Marke bis 2001. Nun also Adidas' Rivale Puma, der andere der beiden von den Gebrüdern Dassler gegründeten Sportausrüster: Vor fünf Jahren stiegen François-Henri Pinault und sein Luxusgüterkonzern PPR bei den Herzogenaurachern ein. Wie funktioniert die fränkisch-französische Liaison?

PPR übernahm 2007 zunächst 60% der Puma-Aktien. Seitdem bauen die Franzosen um die Marke herum einen Sport- und Lifestyle-Bereich auf, für den sie etwa den Trendsportausrüster Volcom erwarben. Die neue Sparte soll alleiniges zweites Standbein neben dem hochprofitablen Luxusgeschäft werden (Gucci, Yves Saint Laurent), wenn PPR eines Tages wie geplant die Medienhandelskette Fnac verkauft. Aktuell besitzt PPR 80% von Puma, 100% sind das Ziel. „Klar sehen die Puma- Leute das erst einmal skeptisch, schließlich ließen die vorigen Eigentümer sie jahrzehntelang an der langen Leine", sagt Joachim Hofer, Korrespondent des Handelsblatt. Puma-Sprecher Ulf Santjer ist naturgemäß gelassener: Puma genieße ein „hohes Maß an Selbstverantwortung", das nicht durch eine Komplettübernahme gefährdet sei. Kooperationen mit PPR gebe es unter anderem in den Bereichen Marketing, Recht, Banking-Services, Versicherungen und Personal. Für beide Belegschaften seien Stationen beim französischen Mutterkonzern beziehungsweise bei der fränkischen Tochter Usus. Manche wechseln auch komplett: Jochen Zeitz, Vorgänger des aktuellen Puma-Chefs Frank Koch, leitet jetzt bei PPR die Sport- und Lifestyle-Sparte.

Von Zeitz stammt noch der Fünfjahresplan „Back on the attack": Vier Milliarden Euro will Puma im Jahr 2015 umsetzen. Doch erst im letzten Jahr knackten die Franken die Drei-Milliarden-Marke, und die ungleich größeren Marktführer Nike und Adidas wachsen derzeit schneller als die weltweite Nummer drei. PPR könnte in Versuchung sein, Puma weitere Zukäufe zu spendieren. Das sei „denkbar", teilt der Konzern mit – Priorität habe jedoch das interne Wachstum von Puma.

TEXT: MATTHIAS SANDER