Muster eines französischen Lebenslaufs im Ingenieurwesen: 5 Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung

Muster eines französischen Lebenslaufs im IngenieurwesenBewerbungen können in Frankreich je nach Branche unterschiedlich aussehen. Im folgenden schauen wir uns den französischen Lebenslauf eines Forschungsingenieurs aus dem Bereich Mechanik an und analysieren, wie man ihn verbessern kann. Dazu geben wir im folgenden 5 nützliche Tipps.

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Der erste Eindruck: Der Lebenslauf weist die gängigen Schwächen von Ingenieurs-Lebensläufen auf. So werden die Mittel und das Know-How detailliert beschrieben, wobei die Resultate völlig abstrakt bleiben. So, wie dieser Lebenslauf gestaltet ist, erweckt er den Eindruck, dass der dreiwöchige Arbeitsaufenthalt des Bewerbers in Japan das einzige Ergebnis von Bedeutung ist.

Es lässt sich kaum nachvollziehen, ob der Bewerber wirklich aktiv war und Theorie in die Praxis umsetzen konnte. Positiv ist zu vermerken, dass die beruflichen Ziele sehr klar und deutlich dargestellt werden.

1. Die Laufbahn zusammenfassen

Das Fehlen einer kurzen Zusammenfassung des beruflichen Werdegangs, beziehungsweise ihr minimalistischer Charakter, macht das Lesen des Lebenslaufs für jemanden, der nicht im Thema steckt, sehr schwierig.

Ein Personaler findet nur sehr wenig, woran er wirklich hängen bleibt. Das, was für ihn interessant wäre, wurde im Lebenslauf vergessen. So wird zum Beispiel zwar oben erwähnt, dass der Bewerber "selbständig und im Team arbeiten" kann, aber das spiegelt sich in keiner Weise in seiner Berufserfahrung wider.

Eine in der Titelzeile erwähnte Fähigkeit muss also immer wieder detailliert im Verlauf des Lebenslaufs beschrieben werden.

Im vorliegenden Fall ist es unbedingt nötig, dass die Größe der Teams erwähnt wird, mit denen der Bewerber zusammengearbeitet hat, und auch seine Aufgaben und sein Maß an Selbständigkeit innerhalb dieser Teams müssen zur Sprache kommen.

2. Die wichtigsten Punkte der letzten Aufgabe hervorheben

Das Erste, was man bei der hier dargestellten Berufserfahrung feststellt, ist die Reihe an Aufzählungspunkten, speziell bei der letzten Station. Solche Zeichen sind ein Mittel, um etwa eine bestimmte Gruppe von Elementen in Form zu bringen.

Sie werden auch benutzt, um wesentliche Informationen zu betonen, damit diese beim Lesen sofort ins Auge fallen und ihre Bedeutung unmittelbar klar wird. Der Bewerber verwendet einen Punkt für jeden Satz, wodurch ihre Wirkung deutlich abgeschwächt wird.

Die aktuelle Gestaltung des Lebenslaufs macht das Lesen sehr schwierig und die wichtigen Elemente sind zwischen vielen anderen und weniger interessanten Informationen versteckt. Der Bewerber könnte zum Beispiel seine Berufserfahrung noch mit Projekten, die er durchgeführt hat, ergänzen.

3. Den eigenen Mehrwert unterstreichen

Dem Lebenslauf fehlen Alleinstellungsmerkmale, die den Bewerber von denen anderer Bewerber mit ähnlicher Berufserfahrung abheben. So ist etwa "Schreiben von Berichten und Protokollen" von untergeordnetem Interesse (welcher Ingenieur muss keine Berichte schreiben?). Dafür fehlt dann jede Angabe darüber, was aus diesen Berichten und Protokollen wurde. Dasselbe gilt für die Optimierungsstudien, die Strukturberechnungen oder die Skripte. Sie interessieren nicht, wenn sie ohne jeglichen Kontext erwähnt werden. Statt dessen bräuchte es hier Details zu den Projekten, Ergebnisse, Mehrwerte. Gemessen am Erfahrungsniveau werden solche Grundlagen als selbstverständlich vorausgesetzt.

Wenn im Lebenslauf nur das Berufsfeld und die Aufgaben, die man dem Bewerber anvertraut hat, erwähnt sind, dann weckt das den Eindruck, dass er jemand ist, der eine Aufgabe zwar ausführen kann, der aber darüber hinaus keinen wirklichen Mehrwert mitbringt. Und genau dieser Mehrwert muss aber im Lebenslauf betont werden.

4. Die technischen und sprachlichen Kenntnisse unterstreichen

Es ist nicht mehr sehr nützlich, technische und sprachliche Kompetenzen in einer eigenen Rubrik anzuführen, wenn diese bereits in der Berufserfahrung detailliert beschrieben wurden. Wenn die Sprachen und Werkzeuge für den Personaler wichtig sind, wird er eine Suche nach Schlüsselbegriffen starten.

Statt dessen könnte man schreiben, wie gut man die jeweiligen Dinge beherrscht. Was hat der Bewerber zum Beispiel in MetaPost programmiert? Welche Strukturen hat er mit Pam-Crash optimiert? Hat er die Normen für Europa und Japan in NCAP umgesetzt? Das Gleiche gilt für die Sprachkenntnisse: "Englisch, professionelles Niveau" weckt den Eindruck, dass er Englisch in einem beruflichen Kontext benutzt hat. Warum erwähnt der Bewerber das nicht in seiner Berufserfahrung?

5. In die Rolle des Personalers versetzen

Der Bewerber sollte sich seinen Lebenslauf noch einmal vornehmen und ihn aufmerksam durchlesen, wobei er aber die Rolle des Außenstehenden einnehmen sollte, des Personalverantwortlichen. Ein Lebenslauf muss die Fähigkeiten und Kenntnisse eines Bewerbers ganz genau darstellen. Er muss eindeutig zeigen, dass der Bewerber einzigartig ist. Nur so kann er sich von all den anderen Kandidaten abheben. Dieser Lebenslauf hier verkauft die Qualitäten viel zu schlecht, er macht den Bewerber nicht zu etwas Besonderem.

Und wenn ein Personaler nicht alle Informationen hat, um den Kandidaten wirklich einzuschätzen, dann wird er Vermutungen anstellen. Sollte man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen werden, so muss man sich darauf einstellen, auf sehr grundlegende Fragen antworten zu müssen und sich für die berufliche Eignung rechtfertigen zu müssen.

Schritte, die sofort umsetzbar sind

  • Den Lebenslauf stärker auf die Kenntnisse hin ausrichten, die über das rein Technische hinausgehen, damit auch Fachfremde ein Interesse haben.
  • Ziele kurz und knapp am Anfang darstellen
  • Den Einsatz von Aufzählungszeichen auf die wirklich wichtigen Elemente beschränken und die Aufgaben pro Projekt nennen
  • Wiederholungen vermeiden; anstatt zu beschreiben, auf Erfolge eingehen und nachvollziehbare Resultate angeben
  • Zeigen, dass man mehr kann, als bei den Aufgaben bisher verlangt wurde und dass man die Ziele übertreffen kann. Nicht nur die Grundlagen der Arbeit beschreiben, die ohnehin vorausgesetzt werden.

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