Keine Einladung zum Vorstellungsgespräch in Frankreich erhalten: die möglichen Gründe

Keine Einladung zum Vorstellungsgespräch in FrankreichSie haben mal wieder eine Absage bekommen: "Nous sommes au regret de vous annoncer que notre choix s'est porté sur un autre candidat..." Oder noch schlimmer: gar keine Rückmeldung.

Es gibt zwar einige Fälle, in denen die Gründe für eine Absage einfach auszumachen sind, in der Mehrzahl der Fälle ist dies dagegen gar nicht so eindeutig ersichtlich. Lassen Sie sich in jedem Fall nicht sofort entmutigen. Meistens sind Gründe für die Nichteinladung ausschlaggebend, die mit Ihrer Person oder Ihren Qualifikationen rein gar nichts zu tun haben.

Eindeutige Ablehnungsgründe: Non merci!

In einigen Fällen ist es sehr einfach herauszufinden, warum die Bewerbung nicht zum Erfolg und damit zur Einladung zum ersehnten Vorstellungsgespräch in Frankreich geführt hat. Beispielsweise, wenn Ihr Bewerbungsschreiben seit 1996 nicht mehr aktualisiert worden ist oder Sie sich an einen Herrn Mayer wenden, der Name des Ansprechpartners aber Bayer ist. Letzterer wird Ihnen die Unterlagen gegebenenfalls mit der korrigierten Version seines Namens zurückschicken und dann ist der Fall klar. Ebenso wird ein mit Googletools oder anderen Portalen automatisch ins Französische übersetzter Lebenslauf sicher keine Erfolgsaussichten haben, da diese Tools immer wieder Fehler oder falsche Formulierungen aufweisen.

Die Sache ist allerdings in den meisten Fällen eben nicht so eindeutig und die Gründe, warum man nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wurde, sind schwer herauszufinden. Wenn Sie Absagen am laufenden Band erhalten, lohnt es sich aber in jedem Fall Ursachenforschung zu betreiben.

Bleiben Sie am Ball und haken Sie bei Ihrer Bewerbung nach

Diesen Rat werden Sie von allen Experten erhalten. Anstatt sich sich zu verstecken und zu denken, man sei zu gar nichts gut, sollte man trotz einer Absage oder gar keiner Rückmeldung die Initiative ergreifen und nachhaken, welche Gründe zur Absage geführt haben.

Es ist nicht selten, dass ein Unternehmen, dass zu den KMU gehört, über keine gesonderte Personalabteilung verfügt und daher die Stellenbesetzung einem Mitarbeiter anvertraut, der eigentlich andere Aufgaben wahrnimmt (z.B.: dem Buchhalter oder der Sekretärin). Aber auch in großen Firmen kann es bei der Vielzahl der Bewerbungen immer mal passieren, dass ein Fehler passiert. In vielen Branchen verläuft die Kommunikation außerdem eher auf dem mündlichem als auf dem schriftlichem Weg, wenn ein Unternehmen also gar keine Rückmeldung gibt, muss das keine böse Absicht sein. Alles ist somit möglich und daher haben Sie nichts zu verlieren, wenn Sie sich rückversichern.

Feinheiten bei Ihrem französischen Lebenslauf und Bewerbungsschreiben

Ihr französischer Lebenslauf und Ihr Bewerbungsschreiben sind sicher nicht vollgepackt mit Fehlern, aber Sie sollten sich dessen bewusst sein, dass schon ein einziger Fehler ein Absagegrund sein kann. Auch wenn beispielsweise Ihre Grammatik einwandfrei ist, bringt Ihnen dies solange nichts, wenn Sie sich durch das Layout Ihres Lebenslaufs, den Tonfall oder die Art und Weise, wie Sie sich präsentieren, nicht richtig "verkaufen" können.

Achten Sie immer darauf, dass Sie die formalen Besonderheiten eines französischen Lebenslaufs beachten, dass Sie ein Anschreiben so aufbauen, wie es in Frankreich üblich ist, und dass Sie die richtigen französischen Formulierungen verwenden.

Seien Sie prägnant, sachlich aber auch nicht langweilig, und stellen Sie vor allem all das in den Vordergrund, was Ihre Leistungen und Tätigkeiten, aber auch Ihre Soft Skills betrifft (Flexibilität, Vielseitigkeit,etc.). Auch wenn einige Experten behaupten, das Bewerbungsschreiben würde immer mehr an Wichtigkeit verlieren, bleibt es doch ein entscheidender Faktor, denn es ist sozusagen die Verpackung Ihres Lebenslaufs. Je ansprechender das französische Bewerbungsschreiben ist, desto mehr wird es den Personalverantwortlichen dazu einladen, Sie als jemanden zu empfinden, der sich von der Masse abhebt und Sie zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen.

Und auch wenn Sie es wahrscheinlich schon hundert Mal gehört haben, kann man es nicht oft genug betonen: Passen Sie Ihren Lebenslauf und Ihr Bewerbungsschreiben an die jeweilige Stelle an, auf die Sie sich bewerben. Die Personalverantwortlichen erkennen auf einen Blick, ob die Bewerbung in fünf Minuten herunter geschrieben wurde oder ob der Bewerber sich beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen Gedanken gemacht hat.

Stellenanzeige richtig entschlüsseln und die entscheidenden Angaben herauslesen

Verlieren Sie nicht unnötig Zeit, indem Sie sich auf Stellen bewerben, deren Profil Sie nicht aufweisen. Sollten Sie (noch) nicht die Kompetenzen oder die Erfahrung aufweisen, die gefordert werden, um den Job ausüben zu können, wird das Ihre Chancen bedeutend mildern. Wenn Sie zum Beispiel 22 Jahre alt sind und gerade Ihre Ausbildung abgeschlossen haben, können Sie zu 99,99% sicher sein, dass Sie keine Stelle als Führungskraft bei einem Zeitschriftenverlag bekommen werden. Daher ist es sehr wichtig, eine Stellenanzeige richtig zu entschlüsseln und die entscheidenden Angaben herauszulesen.

Die Zeit, die Sie einsparen, wenn Sie sich auf solche Stellen nicht bewerben, können Sie dazu nutzen, sich intensiv mit der Analyse Ihrer Branche und den Veränderungen darin zu befassen. Beteiligen Sie sich außerdem an berufsbezogenen Netzwerken und in Fachforen. Wenn Sie regelmäßig an Diskussionen teilnehmen und zeigen, was Sie können, können Sie sich auf diesem Wege bereits einen Namen machen und so Ihre beruflichen Chancen erhöhen.

Der richtige Weg führt zum Ziel

Suchen Sie auf vielfältigen Ebenen nach einem Job! Bewerben Sie sich nicht ausschließlich auf Stellen, bei denen Sie hunderte oder gar tausende Konkurrenten ausstechen müssen. Auch wenn Sie der perfekte Bewerber für eine Stelle sind, gibt es sicher noch mindestens 50 andere, die ebenso qualifiziert sind, wie Sie. Der Personalverantwortliche wird aber sicher nicht diese 50 Bewerber zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch einladen.

Besuchen Sie Messen in Frankreich und geben Sie den Personalern, mit denen Sie sich unterhalten, Ihren Lebenslauf. Selbst wenn diese zurzeit gerade keine passende Stelle für Ihr Profil zu besetzen haben, werden sie sich zu einem anderen Zeitpunkt eventuell an Sie erinnern und Sie kontaktieren.

Es liegt nicht immer nur an Ihnen!

Wenn Sie schon mehrere Absagen erhalten haben, lassen Sie sich nicht entmutigen. Es gibt hunderte Gründe für eine Ablehnung, die gar nichts mit Ihrer Person zu tun haben. Es kommt zum Beispiel vor, dass Personalverantwortliche beschließen ein Verfahren auf "Standby" zu setzen, nachdem Sie eine Stellenanzeige veröffentlicht haben. In anderen Fällen wird die Stelle vielleicht doch intern besetzt und die vielen eingegangenen Bewerbungen gar nicht angesehen. Außerdem ist es möglich, dass Firmen lediglich zur rechtlichen Absicherung die Stelle ausschreiben, aber eigentlich schon den zukünftigen Mitarbeiter kennen und ausgewählt haben.

Sie sehen also, dass es deutlich mehr Fälle gibt, als man denkt, in denen eine Absage nicht an Ihrer Bewerbung liegt und die Absage damit auch nicht bedeutet, dass Sie schlechter oder weniger qualifiziert sind, als andere Bewerber.

Weitere Informationen zum Thema Vorstellungsgespräch in Frankreich:

Tipps zu Ihrer französischen Bewerbung (Lebenslauf und Anschreiben):