Ingenieursstellen in Frankreich: Bewerberinnen gesucht

Ingenieursstellen in Frankreich Bewerberinnen gesuchtDer Trend immer mehr Frauen in der Industrie zu beschäftigen festigt sich. Ganz unabhängig von philanthrophischen Argumenten sollten schon allein ökonomische Gründe ausreichen, noch skeptische Arbeitgeber von der Bedeutung von Frauen für die Wirtschaft zu überzeugen.

Die Ergebnisse von Studien zeigen es: Frauen in Management-Positionen führen zu besserer Leistung, größerer Flexibilität und letztendlich zu einem Mehrwert eines Unternehmens. Und die Industrie springt auf diesen Zug auf. Aber die Mathegenies neigen dazu, sich eher den Gebieten Human Ressources, Finanzen, Marketing, Medizin und Umwelt zuzuwenden. Dagegen haben die Bereiche Informatik, Physik, das Transport- oder das Bauingenieurwesen wirklich Bedarf an weiblicher Verstärkung. Unternehmen dieser Branchen streben eine Beschäftigung von Frauen von 30 % an.

"Junge Frauen sollten sich mehr zutrauen und viel stärker zu ihren Qualitäten stehen!" sagt Nelly Rouyrès, Generaldirektorin der Ecole centrale d'electronique (ECE) in Paris und erinnert daran, wie eifrig Studenten ihrer Hochschule nach dem Abschluss umworben werden. Sie fügt hinzu: „Das Problem beginnt bereits nach dem Schulabschluss. Junge Frauen fürchten sich oft davor, Berufe zu wählen, die sie nicht kennen, auch wenn es hier viele Stellenangebote gibt."

Aude Rio, Ingenieurin bei Alstom Transport und ehemalige Studentin der ECE, sagt dazu: "Man hat versucht mich davon abzuhalten auf eine Ingenieursschule zu gehen und auch dann später in die Industrie, wohl um mich vor dem sehr männlichen Milieu zu schützen. Aber glücklicherweise habe ich durchgehalten und heute bin ich sehr zufrieden in der Schienenverkehr-Branche!"

Die neue Technologien sind offen für Frauen

Auch die neuen Technologien sind offen für Ingenieurinnen. "Die IT-Branche ist eine regelrechte Jobgarantie", bestätigt Claudine Schmuck, teilhabende Geschäftsführerin des Büros für Existenzgründung Global Contact und Autorin der Studie "Mutationnelles", die 2011 veröffentlicht worden ist.

In dieser Branche - also in der Herstellung von Elektronik und Zubehör zur elektronischen Datenverarbeitung und in den Kunden- und serviceorientierten IT - Dienstleistungen (SSII) - arbeiten 14 % der Ingenieurinnen, mehr als in der Lebensmittelbranche (11%) und der Chemie (10 %). Die IT-Branche ist außerdem der Sektor wo ihre Vermittelbarkeit am besten ist, weniger als 5 % der Ingenieurinnen sind auf Arbeitssuche. Noch besser sieht es bei der Telekommunikation aus, hier liegt die Zahl der Arbeitssuchenden unter 2 %.

"Die IT-Branche ist ein spannendes Gebiet: Die Innovation ist hier konstant. Junge Frauen sollen sich nicht von alten Vorurteilen täuschen lassen: Sie haben alle ihren Platz und können Teil dieser dynamischen Branche der neuen Technologien werden," bestätigt Nathalie Wright, Direktorin der Abteilung "Großunternehmen & Allianzen" von Microsoft Frankreich. In diesem Unternehmen sind 35 % der Manager Frauen.

Frauen mit "großem Verhandlungsgeschick"

„Die Mehrheit kleinerer Unternehmen mit denen wir arbeiten, haben weibliche Chefs an der Spitze, auf diese Weise können wir uns unseren Kunden noch besser annähern", erklärt Christelle Vezzani, verantwortlich für Ausbildung und Entwicklung bei DELL Frankreich, Italien und Spanien. Aus ähnlichen Gründen sind "die Einkaufsabteilungen in der Industrie häufig den Frauen zugeordnet, da sie oft über ein sehr großes Verhandlungsgeschick verfügen." bestätigt Laurent Hürstel, teilhabender Geschäftsführer der Personalvermittlung Robert Walters.

Der Schienenverkehr, die Automobilbranche oder die Luftfahrt bieten ebenfalls Möglichkeiten.
Und die Ausbildung von Netzwerken, wie Women@Renault, spiegelt die Feminisierung dieser Branchen wider. "In der allgemeinen Vorstellung trägt ein Ingenieur einen weißen Arbeitskittel, einen Blaumann und Sicherheitsschuhe! Aber ein Ingenieur zu sein, bedeutet so viel mehr: Ein Raketenstart, die Verbesserung einer Kombination mit einer starken internationalen Ausrichtung." fasst Marie-Sophie Pawlak zusammen. Die Präsidentin des Vereins Elles bougent ermutigt junge Frauen Stereotypien zu überwinden und ehrgeiziger zu sein. Noch Zweifel? "Nichts wie los! Es gibt Arbeit und sie ist gut bezahlt!"

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