Gehalt in Frankreich: Grundregeln und Ratschläge

Gehalt in FrankreichEs gibt viele Punkte worin sich deutsche und französische Gehaltszahlungen und -Abzüge unterscheiden. Die wichtigsten Details zu den gesetzlichen Festlegungen in Frankreich finden Sie in diesem Artikel, welcher Ihnen auch gleichzeitig als kleiner Ratgeber dienen soll.

Festgesetztes Gehalt

Im Gehalt sind alle finanziellen sowie sonstigen Leistungen enthalten. In der Regel wird das Gehalt als Jahres-Bruttogehalt angegeben (salaire annuel brut) und in Ihrem Arbeitsvertrag festgelegt.

Immer seltener zahlen die Unternehmen Ihren Mitarbeitern ebenfalls zwei zusätzliche Gehälter, beide im Jahres-Bruttogehalt enthalten, aus: Das 13. Monatsgehalt im Juni und das 14. im Dezember (Weihnachtsgeld).

In Frankreich werden leistungsabhängige Prämien und Aktienoptionen immer häufiger ausgezahlt. Dies war noch bis vor einigen Jahren nicht der Fall.

Gehaltsabzüge

Grundsätzlich wird das Gehalt dem Mitarbeiter einige Tage vor Monatsende ausgezahlt.

Mit folgenden Abzügen am Bruttogehalt müssen Sie allerdings prinzipiell rechnen:

  • Festgelegte Sozialversicherungsbeiträge: CSG und CRDS
  • Optionale Abzüge: gemeinsame Versicherungs-, Rentenversicherungs- oder Lebensversicherungsbeiträge, etc.

Der Anteil der Sozialversicherungsbeiträge Ihres Bruttoeinkommens beträgt ca. 20 bis 25%, allerdings ist die Einkommensteuer noch nicht dazugerechnet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Staaten wird diese nämlich in Frankreich nicht von Ihrem Arbeitgeber überwiesen.

Nach dem Einreichen Ihrer Steuererklärung müssen Sie die Einkommensteuer bezahlen. Diese Steuereinzahlungen müssen also unbedingt eingeplant werden: Viele Franzosen nutzen Ihr 14. Gehalt eben genau zu diesem Zweck.

Gesetzlicher Mindestlohn in Frankreich (SMIC)

Die Höhe des Gehalts wird auch in Frankreich grundsätzlich frei festgelegt. Da es dort einen allgemein garantierten Mindestlohn gibt (seit dem 11. Februar 1950), darf die Gehaltshöhe auch nicht unter diesem liegen. (SMIC - salaire minimum interprofessionnel de croissance). Der SMIC spiegelt den Stundenlohn wider und kann von der Regierung jederzeit erhöht werden. Laut Gesetzt darf niemand unter diesem französischen Mindestlohn beschäftigt werden.

Allerdings gibt es Ausnahmen für bestimmte Gruppen:

  • Behinderte
  • junge Auszubildende
  • Jugendliche unter 18 Jahren mit weniger als sechs Monaten Berufserfahrung
  • Jugendliche, die vor der Berufsausbildung ein Praktikum absolvieren

Der SMIC beträgt 9,67 € pro Stunde, monatlich 1466,62 €. (Stand 1. Januar 2016). 

Nicht berücksichtigt bei der Berechnung des SMIC werden:

  • Gewinnbeteiligungen, Leistungsprämien
  • Kostenerstattungen (inkl. Fahrtkostenzuschüsse)
  • Urlaubs- und Weihnachtsgeld, 13. Monatsgehalt (falls nicht bei der monatlichen Vergütung verrechnet)
  • Zulagen in Zusammenhang mit besonderen Arbeitsbedingungen (Gesundheitsgefährdung), Alterszulagen sowie Anreizzulagen
  • Zuschläge für Überstunden

Exisitiert auf Betriebsebene ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung, so darf der Arbeitgeber keine Löhne auszahlen, welche unter den tarifvertraglichen Mindestlöhnen liegen. Bei Arbeitnehmern, für welche das Gehalt tarifvertraglich festgesetzt ist, muss das Gehalt einmal monatlich ausgezahlt werden. Sobald der Nettolohn mehr als 1.500€ beträgt, darf dieser nur per Überweisung ausgezehalt werden. Wenn aber der Nettolohn weniger beträgt, darf dieser auch per Barzahlung erfolgen. Der Arbeitgeber muss bei jeder Gehaltszahlung dem Arbeitnehmer einen Lohnzettel übergeben.

Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Zahlt ein Arbeitgeber den vollständigen Lohn auch im Krankheitsfall, so wird das Krankengeld auf den fortgezahlten Lohn angerechnet. Der Arbeitgeber muss anschließend nur noch für die Differenz zwischen Krankengeld und dem Gehalt aufkommen.

Da das Gehalt ab dem ersten Abwesenheitstag weiter gezahlt wird und eine Karenzzeit nicht existiert, entsteht dementsprechend auch kein Lohnausfall. Eine vollständige Entgeltfortzahlung wird allerdings nur dann gewährleistet, wenn die Dauer der Abwesenheit "relativ kurz" ist. Einen automatischen Anspruch auf eine Entgeltfortzahlung hat man also nicht! Dieser ist meistens unter bestimmten Rahmenbedingungen in den Tarifverträgen vorgesehen. Wurde die Entgeltzahlung in den Tarifverträgen nicht festgelegt, so gilt die Monatszahlungsvereinbarung.

Bedingungen der vereinbarten Entgeltfortzahlung:

  • Eine Betriebszugehörigkeitsdauer von mindestens 3 Jahren
  • Spätestens nach 48 Stunden der Abwesenheit, muss eine Begründung sowie die Feststellung der Krankheit durch ein ärztliches Attest folgen. Eine vertrauensärztliche Untersuchung ist ebenfalls Pflicht. Die Behandlung muss in Frankreich oder in einem anderen EU-Mitgliedsstaat erfolgen.
  • Kostenübernahme durch die Sozialversicherung

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